Die meisten Inseln verändern über die Jahrhunderte ihr Gesicht, einige verschwinden sogar für immer von der Bildfläche. Auch Baltrum unterliegt den Kräften der Strömung, der Gezeiten, der Wellen und des Windes. Wie wird also die Insel in den kommenden Dekaden aussehen?

Die Ostwanderung der Insel

Auf Baltrum und allen ostfriesischen Inseln tummeln sich das ganze Jahr über – natürlich besonders im Sommer – die Touristen an den Stränden und in den kleinen Häfen. Sie wohnen dann meist in Ferienhäusern oder Hotels. Man kann dort natürlich auch langfristig eine Wohnung mieten oder gleich kaufen – dazu findet man auf den Immobilienportalen im Internet allen notwendigen Informationen.

Bevor sich der zukünftige Insulaner allerdings ein Domizil aussuchen kann, muss er sich genauer mit den Veränderungen auseinandersetzen, die durch Strömung, Gezeiten, Wellen und Wind verursacht werden. Sandwanderungen sind auf allen ostfriesische Inseln üblich. Der Sand entlang der Inselküsten beugt sich der vorherrschenden Windrichtung von West nach Ost. Auf Baltrum ist das besonders deutlich zu spüren. Das Westende der Insel lag zum Beispiel um 1650 noch mehrere Kilometer westlicher. Heute befindet sich an dieser Stelle bereits der Ostteil der ebenfalls wandernden Nachbarinsel Norderney. Im Osten verschob und verschiebt sich die Landmasse aufgrund des in dieser Richtung liegenden Seegatts Accumer Ee lediglich um etwa 1400 Meter.

Was droht der Insel in Zukunft?

Während der vergangenen Jahrhunderte verkleinerte sich Baltrum also um mehrere Kilometer. Baltrumer Sakralbauten mussten aus diesem Grund schon mehrfach versetzt werden. Den Bewohnern wurde recht früh klar, dass sie dieser Entwicklung entgegenwirken müssen und deshalb werden seit etwa 140 Jahren die Landverluste mit gezielten Küstensicherungsmaßnahmen eingedämmt: 14 Buhnen, so nennt man wand- oder dammartiges Bauwerk in Form von Pfählen, sollen das Abwandern des Landes verhindern beziehungsweise verlangsamen. Auch eine Schrägdeckwerkskonstruktion aus schweren Wasserbausteinen wurde zu diesem Zweck errichtet. Sturmfluten verursachen dennoch signifikante Schäden. Es bleibt abzuwarten, welche Lösungsansätze in Zukunft umgesetzt werden.

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