Geografische Lage und Fakten

Der in Zentralasien gelegene Aralsee war ursprünglich mit einer Fläche von knapp 67000 km^2 der viergrößte Binnensee der Erde.
Heute misst der Aralsee, der zum Teil in Usbekistan und zum anderen Teil in Kasachstan liegt, mit 20000km^2 – 30000km^2 nicht einmal mehr die Hälfte seiner damaligen Größe. Das Wasservolumen des Sees ist sogar um 90% zurückgegangen.

Gründe für die Austrocknung

In dieser Karte ist deutlich zu erkennen, wie sich die Größe des Aralsees verändert hat. Der hellblaue Teil stellt die ursprüngliche Größe dar.

In dieser Karte ist Veränderung des Aralsees deutlich zu erkennen. Der hellblaue Teil stellt die ursprüngliche Größe dar.

Unter sowjetischer Leitung wurde zu Zeiten Stalins beschlossen, die um den See liegende Wüste zu erschließen. Ziel war es, die Wüste mit Hilfe langer Kanalsysteme in fruchtbares Land zu verwandeln. Die Planwirtschaft sah vor, riesige Baumwollplantagen anzulegen und diese durch die Entnahme an Unmengen von Wasser der beiden Hauptzuflüsse, dem Amudarja und dem Syrdarja, zu bewässern.
Das Problem: Das Wasser, das in die Bewässerungskanäle für die Plantagen umgeleitet wird, fehlt dem Aralsee. Da die Kanäle teilweise auch noch undicht sind, versickert einiges an Wasser ungenutzt.
Forscher rechnen damit, dass der Große Aralsee (der südliche Teil des Sees) bis 2020 komplett vertrocknet sein wird.

Der Salzgehalt

Auf Grund des stetigen Schrumpfens des Aralsees und dem damit verbundenen verminderten Wasservolumen, ist der Salzgehalt des Sees höher als der Salzgehalt von Meerwasser. Das dadurch ausgelöste Fischsterben rottete 24 der ursprünglich 30 Fischarten aus.

Die Umweltkatastrophe

Die früheren Ufergrenzen lagen mehr als 100 km weiter außerhalb. Zwischen alter und neuer Ufergrenzen befindet sich jetzt eine Staub- und Salzwüste. Durch die Umweltverschmutzung durch die hohen Pestizid- und Schadstoffrückstände ist diese außerdem extrem gesundheitsschädlich. Das zeigt auch das hohe Krankheitsvorkommen in dieser Region. Magen- und Darmerkrankungen, Erkrankungen der Atemwege und Krebs treten dort gehäuft auf.
Der Grundwasserspiegel sank ebenfalls stark. Dies führte zu einer zunehmenden Verwüstung und einer grundlegenden Veränderung der Flora. Auch die Vielfalt der Tierwelt schrumpfte dramatisch.

Die Rettungsversuche

Um wenigstens den Kleinen Aralsee (der nördliche Teil) zu retten, wurde 2005 der Kokaral-Damm fertiggestellt. Zusätzlich dazu wurden auch die Bewässerungskanäle verbessert, um dem Versickern des Wassers entgegen zu wirken.
Doch auch der Staudamm hat einen Nachteil: Er geht auf Kosten des südlichen Aralsees, da diesem dadurch wieder Wasser fehlt.