Plattdeutsch oder auch Niederdeutsch wird hauptsächlich im Norden von Deutschland gesprochen. Aber manchmal findet man es auch im Osten oder gar in den Niederlanden. Plattdeutsch ist unter anderem mit dem Englischen verwandt. Dies ist auf die Vermischung verschiedener Völker zurückzuführen. Vor 450 Jahren wurde England von den germanischen Stämmen der Sachsen, Angeln und der Jüten besiedelt. Während die keltischen Stämme nach Schottland, Cornwall, Wales und in die Bretagne verdrängt wurden.

In Deutschland sprechen an die 6 Millionen Menschen gut bis mäßig Niederdeutsch. Die Anzahl jener, die Niederdeutsch verstehen, es aber selbst nicht sprechen, wird sogar auf 10 Millionen geschätzt. Aber auch beim sogenannten Plattdeutsch oder Niederdeutsch gibt es wieder unterschiedliche Dialekte. So wird ein anderes Plattdeutsch im Münsterland gesprochen als auf Baltrum.

Baltrum nennt sich selbst das Dörnröschen der Nordsee. Es ist eine autofreie Insel, auf der noch richtig plattdeutsch gesprochen wird. Baltrum ist die kleinste ostfriesische Insel mit sechseinhalb Quadratkilometern Grundfläche. Es gibt unzählige Gedichte und Geschichten, die auf Plattdeutsch geschrieben sind. Sogar ein eigenes Wörterbuch gibt es für Plattdeutsch.

Das historische Sprachgebiet des Niederdeutschen erstreckt sich von der Nordseeküste bis nach Estland. Das friesische Plattdeutsch der Russlandmenoniten hat sich sogar bis Mexiko, den USA, Brasilien und Kasachstan ausgebreitet. Die hochdeutsche Sprache entstand schon vor dem Mittelalter durch eine Lautverschiebung. Da das im Plattdeutsch nicht stattgefunden hat, ähnelt diese Sprache immer noch sehr dem Dänischen, dem Englischen, dem Schwedischen und dem Norwegischen. Besonders erkennen kann man das an: Wasser (engl. water) und dem plattdeutschen Wort Water. Oder aber Vater (engl. father) und Vader.

Das Plattdeutsch ist mittlerweile so beliebt, dass eigenst hierfür ein Spielquartett entwickelt wurde. Mit diesem Quartett kann jeder ganz einfach viele Begriffe lernen. Sogar geschichtliche Hintergründe und Entwicklung sind mit inbegriffen. Als Faustregel kann man sich merken, was im Hochdeutschen als ‚k‘ ausgesprochen wird, ist im Plattdeutsch noch ein ‚ch‘. Das plattdeutsche  ‚d‘ wird im Hochdeutschen zum ‚t‘, so gesehen bei dag (platt) und Tag (Hochdeutsch, das ‚g‘ am Wortende wird wie ein ‚k‘ ausgesprochen). Des Weiteren wird das ursprüngliche ‚t‘ durch das ’s‘ ersetzt, z. B. dat, wat, etten (platt) heißt im Hochdeutschen das, was, essen. Aus de Jochgrube wird ein Addelgroof und annersrüm ist andersrum.

Plattdeutsch hört sich schon etwas nach Urlaub an, vor allem wenn man aus dem Süden von Deutschland kommt. Der Begriff Plattdeutsch kann auch von der landschaftlich flachen Gegend herrühren, die man oftmals im Norden Deutschlands findet. Wer sich für Plattdeutsch interessiert, der findet im Internet alles, was man so zur Verständigung braucht.