Selbst in guten Hotels kann das Übernachten zum Höllenritt werden, wenn im Nachbarzimmer eine Party gefeiert wird. Oder der Ehestreit ein wenig aus den Fugen gerät. Dies kann natürlich mitunter auch mal die ganze Nacht dauern und dann ist an Schlaf nicht mehr zu denken. Aber was kann man tun um solch eine Situation nicht einfach hinzunehmen?

Wer eine direkte Konfrontation mit dem Lärmverursacher nicht scheut, kann beim Nachbarn anklopfen und darum bitten, dass Ruhe einkehrt. Wird eine solche Bitte höflich, aber bestimmt vorgebracht, kann dies bereits die Lösung des Problems sein. Wer seinem Zimmernachbarn nicht unbedingt persönlich begegnen will, sollte die Rezeption anrufen und schildern, dass er unter den gegebenen Umständen im Haus nicht übernachten kann. Auch in Hotels gilt eine Hausordnung, für deren Einhaltung der Hotelbetreiber verantwortlich ist. Zur Hausordnung gehört, dass Fernseher und Audiogeräte nur in Zimmerlautstärke betrieben werden dürfen. Auch darüber hinaus hat ein Hotelgast sich so zu verhalten, dass ein unbeeinträchtigtes Übernachten der anderen Gäste gewährleistet ist.

Der Hotelbetreiber muss mit den ruhestörenden Gästen Kontakt aufnehmen und diese dazu bringen, die Nachtruhe einzuhalten. In Extremsituationen kann die Polizei hinzugezogen werden. Immer wieder gibt es jedoch den Fall, dass rücksichtslose Menschen nach einer kurzen Ruhephase weiterlärmen und ein erholsames Übernachten für die Zimmernachbarn unmöglich wird. Eine Kompromisslösung kann darin bestehen, dass der Hotelgast um ein anderes Zimmer bittet. Ist das Hotel ausgebucht, kann einer solchen Bitte nicht entsprochen werden.

Hört die Ruhestörung nicht auf, kann der Hotelgast, dessen Übernachten durch den Lärm aus dem Nachbarzimmer gestört wurde, einen Preisnachlass erwirken. Mit dem Zimmerpreis verkauft der Hotelier nicht nur einen Raum und ein Bett, sondern auch die Garantie, dass der zahlende Gast in seinem Zimmer Ruhe und ungestörten Schlaf finden kann. Wird das Übernachten des Gastes anhaltend gestört, ist die Leistung des Hoteliers nicht oder nur teilweise erbracht und muss vom Gast nicht voll bezahlt werden.

Bei nächtlicher Ruhestörung kann der Zimmerpreis um 10 bis 40% gemindert werden. Ist ein ungestörtes Übernachten gänzlich unmöglich, können auch höhere Nachlässe gerechtfertigt sein.