Bei Flugverspätungen hat der Passagier je nach Art der Verspätung Schadensersatzansprüche. Doch oft nimmt er seine Rechte aus Angst vor Streitigkeiten und dem damit verbundenen Stress nicht wahr. Schadenersatz kann man erst einklagen, wenn der Flug mehr als drei Stunden verspätet ist. Ab einer Verspätung von fünf Stunden dürfen Passagiere auch ganz vom Vertrag zurücktreten und sich den vollen Flugpreis erstatten lassen. Wichtig ist, alles genau zu dokumentieren.

Welche Entschädigungen stehen Fluggästen zu?

Die Ansprüche staffeln sich nach der Entfernung und danach, ob der Flug in der EU oder in einem nicht europäischen Land liegt. Die Ansprüche richten sich auch nach der Ursache der Verspätung. Hatte der Flug drei Stunden Verspätung, stehen Gästen zwischen 250 und 600 Euro Entschädigung zu.

Keine Zahlungspflicht bei außergewöhnlichen Umständen

Hatte der Flug wegen Streik, schlechtem Wetter oder technischen Problemen Verspätung oder fiel er aus, bestehen keine Entschädigungsansprüche.

Entschädigungsleistungen

Ab zwei Stunden Wartezeit hat die Fluggast Anrecht auf Verpflegung seitens der Airline, muss wenigstens zwei Telefonate führen dürfen sowie E-Mails und Faxe verschicken bzw. empfangen können. Ist der Flug länger als fünf Stunden verspätet, darf der Gast das Ticket zurückgeben und eine andere Beförderungsmöglichkeit wählen. Verzögert sich der Abflug bis zum nächsten Tag, hat er Anspruch auf Transfer und Unterkunft. Die Ausgleichszahlungen sind in der Fluggastrechte-Verordnung des Europäischen Gerichtshofes festgelegt. Der Anspruch besteht auch dann, wenn man durch eine Verspätung Anschlüsse verpasst. Diese müssen allerdings mit dem Flug zusammen gebucht worden sein.

Wie muss man bei Verspätungen vorgehen?

Die Ansprüche muss der Fluggast schriftlich bei der jeweiligen Fluggesellschaft einfordern. Man kann sie sogar drei Jahre rückwirkend geltend machen. Ob Billigflieger oder renommierte Airlines, die Kosten des Fluges spielen keine Rolle. Anspruch besteht immer dann, wenn die Fluggesellschaft für die Verspätung verantwortlich war. Weigert sich die Fluggesellschaft, eine Entschädigung zu zahlen, hat der Gast die Möglichkeit, eine Schlichtungsstelle einzuschalten. Diese wird dann klären ob es auf Grund der Flugverspätung Erstattung für den Passagier geben muss oder nicht.

Die Schlichtungsstelle

Die Schlichtungsstelle wurde 2009 gegründet und vertritt den gesamten öffentlichen Personenverkehr. Hier werden alle problematischen Beförderungsfälle, egal ob Schiff, Bahn, Bus oder Flugzeug, verhandelt. Ziel ist die außergerichtliche Beilegung des Streits, um Ärger, Zeit und Geld zu sparen. Die Schlichtungsstelle ist unabhängig und neutral.