Während sich in den Nachbarländern Marokko und Tunesien Touristen tummeln, ist Algerien (noch) kein touristisches Highlight und für viele Menschen als Urlaubsland unbekannt. Dabei hat es sehr Interessantes und Spannendes zu bieten.

Die landschaftliche Vielfalt Algeriens

Das größte Land Afrikas grenzt im Norden ans Mittelmeer und hat eine 1200 Kilometer lange Küste. Hier herrscht angenehmes mediterranes Klima und es gibt sehr schöne Sand- und Felsstrände und türkisblaues Wasser. Fast alle größeren Städte liegen im Norden des Landes, 85 Prozent der Einwohner leben hier und die meisten Hotels befinden sich in der Mittelmeerregion. Dieses Gebiet war einst ein Schmelztiegel der Kulturen, deshalb finden sich hier zahlreiche antike Ruinen, von denen allein fünf zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören. Algier, die Touristenhochburg Oran, Batna, Annaba, Setif und Consantine sind Städte, die seit der Antike existieren und der Besucher wird verzaubert durch uralte Stadtteile, die an 1001 Nacht erinnern, aber auch durch farbenfrohe Marktplätze und quirliges Leben. Im riesigen Rest des Landes gibt es die beeindruckende Bergwelt des Sahara Atlas und des Hoggar-Gebirges mit Bergen bis 3000 Meter Höhe, riesige unwirtliche Salzseen und natürlich die riesige Sahara. Sie ist nicht einfach ein Meer aus Sand mit Dünen von Hunderten Metern Höhe wie den Großen Erg, sondern auch Geröll-und Basaltwüsten, tiefe Schluchten und Canyons, grüne Wadis und Oasen. Es gibt sogar Tiere und Pflanzen, die sich der lebensfeindlichen Umgebung der Wüste perfekt angepasst haben. Außerdem finden sich in der algerischen Sahara Spuren menschlichen Lebens aus der Steinzeit in Form von Felszeichen und Ritzungen.

Die Sicherheitslage in Algerien

Leider ist es für Ausländer nicht unproblematisch, das Land zu besuchen. Abgesehen davon, dass die touristische Infrastruktur wenig entwickelt ist, hat es in dem Land in den letzten Jahren immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitsorganen und Terroristen gegeben, auch Entführungen von Ausländern und Anschläge kommen vor. Deshalb hat das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für Reisen in unzugängliche und nicht speziell gesicherte Regionen der Sahara und der Kabylai ausgesprochen. Individualreisen, vor allem in diese Gebiete sollten zur Zeit unterbleiben, auch in den Städten sollten große Menschenansammlungen und unübesichtliche Orte mit unverständlichen Vorkommnissen besser gemieden werden. Eine von einem professionellen Reiseveranstalter durchgeführte Pauschal-oder Gruppenreise mit entsprechender Betreuung ist dagegen durchaus möglich.