Es war eine lange Reise für den legendären Ägypter. Als die Ausstellung „Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze“ am 24. September 2010 in Köln startete, war sie bereits in Zürich, Brünn, Hamburg, München, Budapest, Barcelona und Madrid ein Publikumsmagnet gewesen, hatte über 1,6 Millionen Besucher angelockt. Der legendäre Tutanchamun war ein Sohn des Pharao Echnaton, der seinerseits zahlreiche Götterkulte Ägyptens untersagte, und lediglich den Sonnengott Aton anerkannte. Damit gilt er vielen als Begründer des Monotheismus. Tutanchamun (ca. 1333-1324 v. C.) starb bereits als Teenager durch ein tödliches Jagdunglück oder an Malaria. Seine Mumie und Grabkammer wurden erst 1923 durch den Archäologen Howard Carter entdeckt. Eine Sensation, denn im Gegensatz zu den meisten Pharaonengränbern war dieses von Räubern weitgehend verschont geblieben. Die Anordnung der Grabbeigaben, zu denen u.a. goldene Särge, Schmuck und die berühmte Totenmaske zählen, wurde für die Ausstellung in Köln nach Fotovorlagen rekonstruiert. „Altes Ägypten zum Greifen nahe“, jubelte ein damaliger Rezensent. Auch wenn es sich bei den – über 1000(!) – Grabbeigaben keineswegs um Originale handelte, sondern um hervorragende Kopien. Das hatte den Vorteil, dass sie vollzählig beisammen waren, und dass viele Sicherheitsvorkehrungen entfielen, das Publikum mit den Ausstellungsstücken fast auf Tuchfühlung gehen konnten. Dank der so rekonstruierten Grabkammer unternahm die Besucherschaft eine Zeitreise, schlüpfte in die Rolle des Archäologen, fand alles so vor, wie einst Howard Carter. Über 50 Kunsthandwerker unter der Leitung von Mostafa El Ezapy hatten die Schätze des Tutanchamun in mühsamer Detailarbeit kopiert. Ihrer Kunst sei es zu verdanken, dass „Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze“ in Köln eben „kein Disney-Ägypten aus den Containern von 20 Sattelschleppern“ präsentierte, befanden die Rezensentinnen von rp-online.de. Außerdem erhielt jeder Besucher, der ein tieferes Verständnis wünschte, mittels Audioguide und diversen Tafeln die gewünschten Informationen. Auch Filmvorführungen erweiterten das Wissens- und Assoziationsspektrum. Für Köln war dies seit 30 Jahren, nach der berühmten „Tutanchamun“-Ausstellung (1980), das zweite Museums-Event über den jugendlichen Pharao. (Damals wurden sogar Originalstücke präsentiert.) Am 20. März 2011 verließ Tutanchamun die Domstadt Köln wieder. Nächste Station der Ausstellung war Frankfurt.

Foto: MykReeve (via wikipedia)