Wer Kenner Ostfrieslands ist, der Hektik des Alltags entfliehen will und nicht unbedingt eine elf oder gar 14 Kilometer lange Insel im Weltnaturerbe Wattenmeer sucht, wird seinen Sommerurlaub auf Baltrum buchen, der kleinsten und mittleren der sieben wie an einer Perlenkette aufgezogenen ostfriesischen Inseln. Die Insel ist seit 1966 staatlich anerkanntes Nordseeheilbad.

Baltrum ist das Dornröschen der Nordsee – klein aber fein. Nur knapp 500 Einwohner leben auf diesem fünf Kilometer langen und bis zu 1,4 Kilometer breiten Eiland, das wegen seiner Größe auch gern „bald rum“ genannt wird. Die Touristen lieben es, die Insel zu umlaufen – im Süden durch die grünen Hellerwiesen immer am Wattenmeer, im Norden direkt am Strand entlang. Wer der Zivilisation nicht ganz entrücken will, sucht den Weg quer über die Insel, die völlig autofrei ist – selbst Radfahrer sieht man selten. Unterwegs zählt der Besuch der 19,3 Meter hohen Aussichtsdüne – der höchsten Erhebung – zur Pflicht. Besichtigt werden können drei Kirchen, das Heimatmuseum und das Nationalpark-Haus.

Obwohl Baltrum so klein ist, gibt es auf der Insel zwei Ortsteile: das West- und das Ostdorf. Nach der knapp 30-minütigen Anreise mit der Fähre geht es zu Fuß weiter ins Hotel oder zur Pension. Es gibt auf Baltrum einen Lebensmittelladen – keine Ladenzeile, ein Schwimmbad – kein Erlebnisbad mit Wildwasserrutsche, eine kleine Schule – kein Schulzentrum und kein Hochhaus. Die zirka 3000 Touristenbetten verteilen sich auf die Pensionen und Hotels.
Auf Baltrum ist alles etwas anders, etwas kleiner als auf dem Festland. Auf Baltrum gibt es vor allem viel saubere und frische Luft sowie viel Ruhe.