Sielhäfen, wie der Hafen von Carolinensiel, findet sich in Nord- und Westfriesland. Das hinter dem Deich gelegene Land ist durchzogen von Entwässerungsgräben, den Sielen. Diese Siele führen das Wasser zum Meer und bilden dort auch im Wattenmeer Rinnen, die tief genug sind, dass Schiffe bis zur Fahrrinne der Nordsee den Schiffsverkehr ermöglichen.

Um das Passieren der Siele möglich zu machen, wurden bereits im späten Mittelalter Sieltore erbaut. Die Sieltore konnten allerdings nur von Schiffen passiert werden, deren Masten umgelegt werden konnten. Später, ab dem 18. Jahrhundert wurden statt Sieltore Klappbrücken über die Siele gebaut.

Die Entwicklung der Sielhäfen an der deutschen Nordseeküste wird im Deutschen Sielhafenmuseum in Carolinensiel gezeigt. Carolinensiel wurde 1730 gegründet. Der Name stammt von der Ehefrau des Gründers Georg Albrecht von Ostfriesland, Sophie Caroline.

Das ehemalige Fischerdorf ist inzwischen zu einem einladenden Urlaubsort für die ganze Familie geworden. Zentrum des Ortes ist der historische Hafen mit dem Sielehafenmuseum in direkter Nähe. Noch vor ca. 200 Jahren war der Hafen von Carolinensiel einer der wichtigsten Häfen an der deutschen Nordseeküste. Er war der zweitgrößte Sielhafen und hatte größte Bedeutung für den Handel in ganz Ostfriesland. Mit seinen vielen interessanten Freizeitangeboten, Hafenfesten und unterhaltsamen Events lädt er Jung und Alt ein.

Für Touristen ist Carolinensiel in vielerlei Hinsicht sehr interessant. Der historische Ortskern lädt mit seinen vielen kleinen Geschäften zum Einkaufen, Restaurant- oder Cafébesuch ein. Die „Harlepromenade“ führt über 2 km an der Harle entlang mit Blick auf die alte, holländische Klappbrücke und die Friedrichsschleuse.

Ein moderner Yachthafen wurde erbaut, um den Besuchern, die Carolinensiel per Motoryacht oder Segelschiff besuchen, für ihr Schiff einen angemessenen Hafen bieten zu können. Im Außenhafen von Carolinensiel liegen die Krabbenkutter, die regelmäßig auch heute noch in die offene Nordsee zum Krabbenfang auslaufen. Für die Besucher stehen Ausflugsschiffe bereit, die sie zu den Seehundbänken im Wattenmeer bringen. Es besteht auch ein Fährverkehr zur Insel Wangerooge.

Carolinensiel hat einen sehr schönen Sandstrand mit flachabfallendem Verlauf zum Meer hin. Ein Strandurlaub ist hier für die ganze Familie von besonders schöner Qualität. Der feine Sandstrand lädt nicht nur bei schönem Wetter zu allen erdenklichen Aktivitäten am Meer ein. Selbst bei „Schietwetter“, wie man in Norddeutschland sagt, gibt es für die ganze Familie interessante Möglichkeiten, sich in der Natur aufzuhalten. Drachensegeln, Lenkdrachen steigen lassen und Reiten gehören selbstverständlich mit ins Programm am Strand von Carolinensiel.

Im Ort und in der nächsten Nähe gibt es eine Vielzahl an Unterkunftsmöglichkeiten in allen Preisklassen. Gestresste finden hier Wellnessoasen, die auch höchsten Ansprüchen genügen. Das Kurzentrum Cliner Quelle verhilft, die Batterien wieder aufzuladen und neue Vitalität zu verspüren. Es hat ein Soleaußenbecken und bietet neben Gruppenaktivitäten auch Einzelanwendungen an. Für eine umfangreiche Kuranwendung stehen kompetente Kurärzte bereit. Eine Kur in Carolinensiel kann auch über die Krankenkassen durchgeführt werden. Es ist ein anerkannter Kurort.