Für naturnah lebende Völker und Gesellschaften haben Regenwälder eine große Bedeutung als Lebens- und Kulturraum. Sie sind Lieferanten zahlreicher Rohstoffe und Wirtschaftsgüter und leisten einen wichtigen Beitrag für das Klima vor Ort und weltweit.

Schon mit der Entdeckung von Gold, Silber oder Diamanten sowie der Erkenntnis der Wichtigkeit tropischer Gewürze oder anderer Agrarprodukte in den Regenwäldern wurden große Waldflächen vernichtet. Bisher werden durchschnittlich 13 Mio. Hektar der gesamten Waldfläche pro Jahr vernichtet, was in etwa 35 Fußballfeldern pro Minute entspricht. Tendenz steigend.

Langzeitfolgen der Regenwaldabholzung

Die Folgen der Regenwaldabholzung: Jede Minute werden 35 Fußballfelder Regenwald vernichtet! Tendenz steigend.

Die Folgen der Regenwaldabholzung: Jede Minute werden 35 Fußballfelder Regenwald vernichtet! Tendenz steigend.

Die Regenwaldabholzung hat tiefgreifende Folgen. Dazu gehören soziale und ökonomische Folgen sowie Veränderungen des regionalen, aber auch des globalen Klimas. Viele Tier- und Pflanzenarten verlieren durch die Regenwaldabholzung ihren Lebensraum, wodurch die Artenvielfalt drastisch minimiert wird. Ein Ausgleich durch die Entstehung neuer Arten ist wegen des großen Flächenrückganges nicht möglich. Das Aussterben nur einer Pflanzenart, so wird selbst in konservativen Schätzungen angenommen, bedeutet, dass dreißig Tierarten ebenfalls aussterben werden. Jährlich werden ca. 60.000 Quadratkilometer Kulturland zerstört. Für weitere 200.000 Quadratkilometer ist eine weitere Bearbeitung nicht rentabel, da sie dermaßen degradiert werden, dass eine weitere Nutzung nicht möglich ist. Durch die Regenwaldabholzung entstehen schwer abschätzbare wirtschaftliche Folgen, wie beispielsweise Engpässe in der Holzversorgung vor Ort. Produkte wie Harz, Honig und Naturseide oder Grundstoffe für die Arzneimittel- oder Kosmetikindustrie gehen oftmals ganz verloren.

Die Vernichtung des Regenwaldes hat auch für traditionelle Stämme dramatische Folgen. Ureinwohner werden umgesiedelt, vertrieben oder gar ausgerottet. Landkonflikte breiten sich aus und fordern häufig Todesopfer bei der Urbevölkerung. Die Urbevölkerung verliert durch den Zuzug von außen ihren natürlichen Lebensraum, was zu weiteren sozialen Konflikten führt.

Hauptverantwortliche Industrien

Die Landwirtschaft trägt mit ca. 85 % die Hauptschuld an der Regenwaldabholzung. Auf ca. 7,7 Mio. Quadratkilometern wird heute Ackerbau betrieben, was zu Lasten des Regenwaldes geht. Die Regenwaldabholzung trägt mit ca. 10 bis 15 % zur Zerstörung des Regenwaldes bei. Mehr als 1,2 Milliarden Menschen verbrauchen momentan mehr Brennholz, als in ihrer Gegend wächst. 28 % sind für den Export bestimmt, wobei die Nachfrage der Entwicklungsländer stark zunimmt.

Der wichtigste Ansatz ist, die Regenwaldabholzung zu begrenzen, denn die Regenwälder sind ein ökologischer Puffer. Eine illegale Regenwaldabholzung muss verhindert werden. Dies kann durch die Schaffung von Arbeitsplätzen für die Lokalbevölkerung geschehen, sodass es eine Alternative zum Anlegen von Feldern und Ackerbau gibt.