Jeder kennt sie und hat auch ganz sicher schon mal eine besichtigt: Sehenswürdigkeiten. Man findet sie überall, ganz egal ob mitten in der Großstadt oder im abgelegenen Dschungel. Dabei ist gar nicht genau definiert, was eigentlich eine Sehenswürdigkeit ist. Hierbei kann es sich um alles handeln. Egal ob kulturelle Hinterlassenschaft, Naturdenkmal oder einfach nur etwas, was sich von der Masse abhebt, diese speziellen Attraktionen sind allgemein gesagt etwas so Besonderes, dass sie einen Ort besuchenswert machen. Viele Sehenswürdigkeiten sind außerdem das Wahrzeichen der Stadt, in welcher sie sich befinden, oder stehen sogar symbolisch für ein ganzes Land.

Vom Bauwerk zur Sehenswürdigkeit

Wichtigstes Hauptmerkmal einer Sehenswürdigkeit sind die vielen Touristen, die jedes Jahr extra anreisen, um dieses spezielle Bauwerk oder Naturphänomen zu bewundern. So gibt es beispielsweise Sehenswürdigkeiten, die sich durch ihr Alter auszeichnen und deswegen zum Besuchermagnet wurden, oder solche, die an ganz bestimmte Momente erinnern. Viele Denkmäler werden aber auch zu einem solchen, da sie von berühmten Persönlichkeiten geschaffen wurden oder in der Geschichte eine wichtige Rolle gespielt haben. Prominentestes Beispiel aus Deutschland ist in diesem Fall wohl die Berliner Mauer. Langes Anstehen in der Warteschlange und teure Eintrittsgelder sind ebenfalls in vielen Fällen ein Zeichen für eine Sehenswürdigkeit. Die Bezahlung wird meistens dafür verwendet, um eventuell notwendige Renovierungen durchzuführen und weiterhin fleißig die Werbetrommel zu rühren. Man kann also festhalten, dass es kaum Voraussetzungen dafür gibt, ob etwas zu einer Sehenswürdigkeit wird oder nicht. Letzten Endes entscheiden die Menschen durch ihre Besuche, wie spektakulär oder „sehenswert“ etwas ist.

Der Trafalgar Square ist einer der Touristenmagnete in London

Der Trafalgar Square ist einer der Touristenmagnete in London

Besucher von Sehenswürdigkeiten

Welche Menschen die hauptsächlichen Besucher von Sehenswürdigkeiten sind, hängt ganz von der Sehenswürdigkeit an sich ab. Handelt es sich um ein Naturdenkmal, so sind es vor allem Naturliebhaber und Landschaftsfans, die die Reise zu diesem Ort auf sich nehmen. Bei kulturellen Zeugnissen und historischen Bauten sind es besonders kulturell interessierte Menschen, die den Besuch wagen. Trotzdem sind es meistens Touristen mittleren Alters, die man an den verschiedenen Denkmälern dieser Welt antrifft, aber auch junge Erwachsene und Senioren zeigen große Begeisterung für Sehenswürdigkeiten. Oft werden Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel Denkmäler, im Zuge eines Urlaubs besichtigt, sei es während eines Städtetrips oder aufgrund einer Rundreise. Die Faszination dieser bestimmten Orte verbreitet sich überall in der Welt, genauso wie man auf der ganzen Welt Sehenswürdigkeiten finden kann. Unterstützt von Reiseführern oder Audio Guides werden dort die interessantesten und wichtigsten Informationen an die Touristen vermittelt, vom Bau- bzw. Entstehungsjahr bis hin zu etwaigen Zerstörungen oder Rekonstruktionen. Das Besondere an Sehenswürdigkeiten ist, dass sie einen Reiz auf alle Bevölkerungsschichten und Herkunftsländer haben, insbesondere jene, für deren Besuch man keinen Eintritt zahlen muss.

Wie wird eine Sehenswürdigkeit eine Sehenswürdigkeit?

Der genaue Prozess, bis eine Attraktion von dem Großteil der Bevölkerung als Sehenswürdigkeit angesehen wird, verläuft recht unterschiedlich. Es gibt zum Beispiel heute einige Gebäude, die bei ihrer Erbauung alles andere als beliebt, und somit auch keine Sehenswürdigkeit waren. So verhält es sich unter anderem mit dem Eiffelturm. Andere Bauwerke wurden aber auch erst im Laufe der Jahre bedeutend oder haben ihre Berühmtheit einem geschichtlichen Ereignis zu verdanken. Wieder andere waren vielleicht sogar viele Jahre verschollen und erlangten ihren Ruhm erst durch die Wiederentdeckung viele Hundert Jahre später. Erst nachdem Heinrich Schliemann Troja ausgegraben hatte, wurde es wieder zu einer Sehenswürdigkeit, und auch erst als Forscher in Ägypten das Tal der Könige entdeckten, erlangte es seinen heutigen weltweit angesehenen Status. Alte Bauten, die an untergegangene Zivilisationen erinnern, haben schon immer einen großen Reiz auf die Menschheit ausgewirkt. Schon die Menschen in der Renaissance erinnerten sich fasziniert an die Antike zurück und auch heute sind viele Sehenswürdigkeiten Zeugnisse der Vergangenheit. Die Faszination für die Baukunst der Ägypter oder das Staunen über die Belesenheit der Griechen machen die Pyramiden von Gizeh und die Celsus Bibliothek in Ephesos so besonders.

Die Pyramiden von Gizeh sind eines der sieben Weltwunder

Die Pyramiden von Gizeh sind eines der sieben Weltwunder

Bei Naturdenkmälern gibt es andere Gründe, weswegen diese zu den Sehenswürdigkeiten unserer Welt zählen. Hier ist es die Faszination für die Natur selbst, die unzählige Menschen anlockt. Gewaltige Flüsse reißen riesige Spalten in den Fels, sodass Formationen wie der Grand Canyon entstehen. Vor allem die fast mystischen Dinge sind es, die Menschen anziehen. So sind zum Beispiel die Polarlichter die Sehenswürdigkeit des Nordkaps oder die sich bewegenden Steine die Attraktion des Death Valleys.

All diese Dinge sind Faktoren, die dazu führen, dass etwas zu einer Sehenswürdigkeit wird. Neben spektakulärem Aussehen spielt aber noch etwas viel Banaleres eine fast wichtigere Rolle in dem Ganzen: die Medien. Erst seitdem Zeitungen über die verschiedenen Sehenswürdigkeiten berichten und Reiseberichte in den sozialen Netzwerken mit der ganzen Welt geteilt werden können, kennt auch der letzte Mensch auf dieser Welt beispielsweise das Wahrzeichen der Stadt Paris. Überall trifft man auf Werbung der Städte oder Länder, die Besucher zu einer Besichtigung der Sehenswürdigkeit ermuntern. Je mehr Menschen nämlich die Orte besuchen, desto mehr Geld bringt es dem Staat beziehungsweise der Stadt.

Die Profiteure der Sehenswürdigkeiten

Die Sehenswürdigkeiten leben vom Tourismus und den vielen Menschen, die jedes Jahr herkommen, um diese zu bewundern. Andererseits sind es vielleicht auch die Länder und Städte selbst, die den meisten Gewinn aus der Sache ziehen. Je mehr Besucher Zugang zu der Sehenswürdigkeit haben, desto mehr wird diese im Laufe der Jahre beschädigt und umso mehr Geld wird für den Eintritt verlangt. Ob dieses jedoch immer dafür verwendet wird, um die Schäden zu beseitigen, ist fraglich. Neben den Einnahmen durch den Eintritt macht das Land selbst auch großen Profit, alleine durch die Urlauber, die sich mehrere Tage dort aufhalten und Unterkunft und Verpflegung bezahlen. Grundsätzlich kann man deswegen sagen, dass es sich um ein Win-win-Geschäft handelt, aber auch nur, wenn die Gelder am Ende gerecht verteilt werden. Aus Erfahrung weiß man aber, dass dem nicht so ist. Letzten Endes wird sich zwar um den Schutz der Bauwerke gekümmert, doch nichts kann beispielsweise eine Sehenswürdigkeit wieder herstellen, die von der Natur geschaffen wurde. Auch Reiseführer werden kaum ausreichend entlohnt, genauso wenig wie die Arbeiter vor Ort. Deswegen lässt sich festhalten, dass die Sehenswürdigkeiten selbst die Verlierer ihres Status sind, der Staat oder die Stadt, zu welcher diese gehören jedoch am meisten davon profitieren.

Besondere Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeit ist ein Überbegriff für viele bekannte und berühmte Orte oder Bauwerke. Um diese zu unterteilen und die Crème de la Crème noch einmal hervorzuheben, hat man bestimmte Unterkategorien gebildet, bzw. Gemeinsamkeiten gesucht, die eine ganze Gruppe von Attraktionen ausmacht. Diese Kategorisierung geht bereits in die frühe Antike zurück, wo schon die alten Griechen und Ägypter große Monumente erschaffen haben.

  • Die Sieben Weltwunder
    Die bekannteste Gruppierung von Sehenswürdigkeiten sind die Sieben Weltwunder der Antike. Die beiden berühmtesten sind wahrscheinlich die Pyramiden von Gizeh und der Koloss von Rhodos. Alle Sieben waren jedoch die Vorzeigebauwerke ihrer Zeit und noch heute ist es schwer zu sagen, wie genau man sie errichtet hat, wenn man bedenkt, wie wenig Möglichkeiten der damalige Fortschritt im Vergleich zu heute bot. Der Lauf der Zeit hat schon sechs der Monumente dahingerafft, Kriege und Naturkatastrophen haben ihr Werk getan. Eines vereint diese Bauwerke jedoch: Bereits zwei Jahrhunderte vor Christus wurden sie von Antipatros von Sidon als „die sieben Sehenswürdigkeiten(..)“ bezeichnet. Vor mehreren Jahren hat man begonnen, auch die heutigen Bauwerke, die ein Paradebeispiel gelungener Architektur sind, als „neue Weltwunder“ zu betiteln. Unter anderem ist hier die große Mauer zu nennen.
Machu Picchu ist UNESCO-Weltkulturerbe und zählt zu den neuen sieben Weltwundern

Machu Picchu ist UNESCO-Weltkulturerbe und zählt zu den neuen sieben Weltwundern

  • UNESCO-Welterbe
    Das UNESCO-Welterbe kann man in zwei weitere Kategorien aufteilen: das Naturerbe und das Kulturerbe. Aufgenommen werden hier Orte, die von dem jeweiligen Land vorgeschlagen werden und sich durch Einzigartigkeit und Authentizität auszeichnen. Mittlerweile umfasst die Liste mehr als 1000 Denkmäler in 161 Ländern. Außerdem gibt es noch eine extra Aufzählung des gefährdeten Welterbes, hier geht es vorrangig um die Erhaltung der Stätten.

Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Welt

 

  • Europa
    Eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten in Europa ist das Kolosseum in Rom. Erbaut wurde es zwischen den Jahren 72 und 80 n. Chr. und diente als Kampfarena für die römischen Gladiatoren. Das Amphitheater ist mittlerweile das Wahrzeichen Roms und zieht jährlich tausende Besucher in seinen Bann. Es wird zu Recht als Sehenswürdigkeit betitelt, da es als ein Paradestück der römischen Architektur gilt und kaum ein anderes Amphitheater auf der Welt derart gut erhalten ist.

 

  • Asien
    Schaut man nach Asien, muss man sowohl die Chinesische Mauer als auch den Taj Mahal nennen, denn beide sind Symbole für untergegangene und großartige Kulturen. Mit mehr als 21 000 Kilometern ist die Chinesische Mauer ein wahres Meisterwerk und gilt somit als größtes Erbe der Dynastien Chinas. Der Taj Mahal ist ein riesiges Mausoleum, das im Norden Indiens errichtet wurde. Die Form erinnert an die einer Moschee, Hunderte Edelsteine verzieren die Wände und die Marmordecke.

 

  • Australien
    Die bekannteste Sehenswürdigkeit Australiens ist der Uluru, auch Ayers Rock genannt, der in der untergehenden Sonne rötlich schimmert. Der Inselberg ist ein spiritueller Ort für die Aborigines, der Nationalpark auf dem er sich befindet, gehört bereits seit vielen Jahren zum Weltnaturerbe.

 

  • Amerika
    Amerikas Attraktion Nummer eins ist die Freiheitsstatue in New York, die zu Ehren der amerikanischen Unabhängigkeit errichtet wurde und ein Geschenk Frankreichs war. Dieser symbolische Akt und die tiefe Bedeutung der Figur machen sie zu einer echten Sehenswürdigkeit.
Die Freiheitsstatue von New York steht auf einer eigenen Insel

Die Freiheitsstatue von New York steht auf einer eigenen Insel

 

 

 

 

 

 

 

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