Das Schloss Charlottenburg steht in dem nach ihm benannten Stadtteil Charlottenburg in Berlins Westen. Neben dem Reichstag ist das Schloss Charlottenburg eines der markantesten und repräsentativsten Bauwerke Berlins. Bei seinem Besuch im Juni 2013 wurde Barack Obama hier zu einem Dinner empfangen.

Der Bau des Schlosses Charlottenburg geht zurück auf einen Auftrag der Gattin des Kurfürsten Friedrich III., Sophie Charlotte von Hannover. Sie beauftragte 1696 den Architekten Johann Arnold Nehring mit dem Entwurf für eine Sommerresidenz. Da Nehring einige Monate später verstarb, übernahm Martin Grünberg den Ausbau. Neben dem Schloss wurde ein kleines Opernhaus errichtet, da die Königin die schönen Künste liebte.

1705, nach der Krönung Friedrichs zum König, wurde Eosander von Göthe mit dem weiteren Ausbau betraut. Nun entstand auch die Große Orangerie, in der man heute Konzerte hören kann. In der später erbauten kleinen Orangerie befindet sich jetzt ein Restaurant.

Unter Friedrichs Nachfolger, Friedrich Wilhelm I., der kein großer Verehrer der Künste war, wurde das Opernhaus abgerissen, aus dem Baumaterial wurde eine Schule errichtet.

Friedrich II., der „Alte Fritz“ oder auch „Friedrich der Große“ genannt, machte das Schloss Charlottenburg zu seiner Residenz. Er gab Knobelsdorff den Auftrag, das Schloss im Stil des Rokoko für seine Zwecke auszubauen und zu erweitern. Es entstand der Neue Flügel, auch Knobelsdorff-Flügel genannt. Später interessierte sich Friedrich II. mehr für das Schloss Sanssouci bei Potsdam.

Friedrich Wilhelm II. nun baute erneut ein Theater, diesmal im westlichen Flügel. Hier konnten ab 1795 Bürgerliche kostenlos Theateraufführungen anschauen.

Das Schloss Charlottenburg in Festbeleuchtung zu Weihnachten.

Das Schloss Charlottenburg in Festbeleuchtung zu Weihnachten.

Im 2. Weltkrieg wurde das Schloss Charlottenburg 1943 fast vollständig zerstört, zumindest aber schwer beschädigt. Bereits 1945 aber wurde der Wiederaufbau beschlossen, der 1957 beendet werden konnte. Seit 1952 steht das Reiterstandbild des Großen Kurfürsten im Ehrenhof des Schlosses Charlottenburg.

Im Inneren des Schlosses Charlottenburg, welches sich im Laufe der Geschichte immer wieder verändert hat, befinden sich einige bedeutende Ausstellungsstücke. So kann man hier die größte Sammlung Französischer Malerei des 18. Jahrhunderts außerhalb von Frankreich sehen.

Ein großer Park erstreckt sich nördlich vom Schloss Charlottenburg bis hin zur Spree. Ursprünglich war er als Barockgarten angelegt worden. In diesem so genannten Schlosspark findet man auch ein Mausoleum, den neuen Pavillon (auch Schinkel-Pavillon genannt, in dem man die KPM-Ausstellung bewundern kann), und das Teehaus Belvedere. Heute steht der Schlossgarten allen Berlinern und Berlinbesuchern frei und ist eine herrliche Oase inmitten der hektischen Stadt. Ein Teich, mehrere Wasserwege und Fontänen sorgen im Sommer für Abkühlung. Seit 2004 bestehen allerdings Pläne, für den Park Eintrittsgelder zu erheben, was bisher verhindert werden konnte.