Der offizielle Amts- und Wohnsitz des deutschen Bundespräsidenten ist seit 1950 die Villa Hammerschmidt in Bonn. Als zweiter Sitz des Bundespräsidenten dient das Schloss Bellevue. Die Villa Hammerschmidt befindet sich am Rheinufer, nördlich dem Palais Schaumburg, worin sich aktuell der zweite Amtssitz des Bundeskanzlers befindet. Sie liegt damit direkt im Zentrum der ehemaligen Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Der Eingang liegt unmittelbar an der Adenauerallee in Bonn. Der Sitz des Bundespräsidenten ist ein Teil des Weges der Demokratie (Rundweg in der Stadt). Auf Grund der enormen Ähnlichkeit mit dem amerikanischen Weißen Haus (Sitz des US-amerikanischen Präsidenten) in der Hauptstadt der USA, Washington, wird die Villa Hammerschmidt auch „Weißes Haus von Bonn“ genannt. Sie ist eines der Symbole der jungen Demokratie der Nachkriegszeit in Deutschland.

Geschichte des Gebäudes

Die Villa Hammerschmidt steht in Bonn, dem ehemaligen Regierungshauptsitz.

Die Villa Hammerschmidt steht in Bonn, der Stadt des ehemaligen Regierungshauptsitz.

Im Jahr 1860 erwarb Albrecht Troost ein ungefähr 17.000 quadratkilometergroßes Grundstück und begann ein bis zwei Jahre später mit dem Bau einer Villa im Stile des Spätklassizismus. Das Gebäude designte der Architekt August Dieckhoff. Nach mehreren Anbauten und Besitzerwechseln wurde 1878 die Villa umgebaut und vergrößert. Beispielsweise erhielt das Obergeschoss drei Arkaden im Stile italienischer Renaissance. Auch ein Zwischengeschoss wurde hinzugefügt. Nur zwei Jahre später folgte der Bau der Nibelungengrotte. 1888 wurde der ungefähr fünf Hektar große Landschaftspark angelegt. Rudolf Hammerschmidt (Kommerzienrat sowie Fabrikant) wurde Ende des 19. Jahrhunderts der neue Besitzer. Nach dessen Tod (1922) wurde das Gebäude in Wohnungen aufgeteilt und diese vermietet. Zudem wurden Einrichtungsgegenstände sowie Teile der Kunstsammlung versteigert.
Den Zweiten Weltkrieg überstand die Villa Hammerschmidt unbeschadet. Sie diente ab Herbst 1948 ungefähr ein Jahr als Haus des Oberkommandierenden der Streitkräfte Belgiens, Jean-Baptiste Piron. 1950 erwarb die neugegründete Bundesrepublik Deutschland das Anwesen und daraufhin wurde es zum Amtssitz des deutschen Bundespräsidenten. Bis dato befand sich dieser auf der sogenannten Schweinheimer Viktorshöhe. Zahlreiche Umbauten wurden an der Villa vorgenommen und zum Teil viele bis dahin charakteristische Merkmale entfernt. Ende 1950 bezog der Bundespräsident Theodor Heuss und nutzte sie als Amts- sowie als Wohnsitz, was spätere Amtsinhaber nicht taten. Durch Bundespräsident Richard von Weizsäcker wurde die Villa Hammerschmidt im Jahr 1994 zum zweiten Amtssitz „degradiert“, hinter dem ersten Amtssitz Schloss Bellevue.