Als eine unter den zehn größten Gemeinden ist die Stadt Rüsselsheim eine kreisangehörige Stadt in Hessen. Auf der Fläche von knapp sechzig Quadratkilometern leben hier reichliche sechzigtausend Einwohner. Rüsselsheim ist in vier Stadtteile gegliedert, die sich ihrerseits in mehr als ein Dutzend Stadtviertel unterteilen. Von der politischen Gliederung her gehört die Stadt dem Landkreis Groß-Gerau im Regierungsbezirk Darmstadt an.

Autohochburg Rüsselsheim

Über die Landesgrenzen hinaus ist die Stadt Rüsselsheim in erster Linie durch die Adam Opel AG bekannt. Rüsselsheim und Opel sind in etwa so eng verbunden wie die Ruhrgebietsstadt Bochum und Opel. Der Automobilhersteller ist, nach wie vor der größte Arbeitgeber im Ort. Mit den Marken Chevrolet, Mitsubishi und Kia/Hyundai sind weitere Firmen aus der Automobilbranche in Rüsselsheim ansässig.

Kultur und Politik

Die Stadt Rüsselsheim liegt auf der Industriekultur Route Rhein-Main ( Bildquelle: © pure.passion.photo )

Die Stadt Rüsselsheim liegt auf der Industriekultur Route Rhein-Main ( Bildquelle: © pure.passion.photo )

Die Stadt Rüsselsheim liegt auf der Route der Industriekultur Rhein-Main. Sie führt von Miltenberg, nach Bingen und zeigt in vielfältiger Weise die industrielle Entwicklung der Region. Dazu gehören Baudenkmäler und Museen ebenso, wie regelmäßige Veranstaltungen für die Bevölkerung. Das Rathaus unter der Anschrift Marktplatz 4 ist das politische Zentrum von Rüsselheim. Rat, Ausschüsse und Verwaltung haben hier ihren Sitz; der Magistrat ist hauptamtlich mit drei Dezernenten besetzt. Die Gerichtsbarkeit ist mit einem Amtsgericht in der Stadt vertreten. Alle weiteren Instanzen und Gerichte haben ihren Sitz in der Kreis- beziehungsweise Regierungsbezirkshauptstadt. Wie viele andere Städte auch, hat Rüsselsheim Städtische Gesellschaften und Eigenbetriebe gegründet. Wohnungsbau, Energieversorgung und Pflege, sowie Gesundheit sind dorthin ausgegliedert, ebenso wie die Abfallwirtschaft oder die Bereiche Bildung und Kultur. Auch in der Stadt Rüsselsheim werden immer wieder Überlegungen angestellt, die eine oder andere Aufgabe in die kommunale Eigenverantwortung zurückzuholen.

Große Projekte in Rüsselsheim

Infrastrukturell ist die Stadt Rüsselsheim eine recht attraktive, mittelgroße Stadt. Das Schulsystem ist durchgängig, bis hin zur Hochschule RheinMain, die hier vor Ort vertreten ist. Mit Kitas, Betreutem Wohnen, sowie mehreren Betreuungsschulen werden die gesetzlichen Vorgaben teilweise mehr als erfüllt. Alle politisch Verantwortlichen der Stadt Rüsselsheim sind bestrebt, dass ihre Stadt unter dem Projekt Rüsselsheim 2020 für Bürger und Unternehmen noch gefragter wird. Jede Neuansiedlung von Gewerbe zieht Arbeitsplätze und somit Arbeitskräfte nach sich. Sie sollen nicht täglich ein- und auspendeln, sondern in der Stadt Rüsselsheim wohnen und hier dauerhaft leben.

Rüsselsheims Geschichte

Wenige Kilometer vor der Mündung des Mains in den Rhein, liegt Rüsselsheim.
Erst 2012, am 4ten November, feierte die Stadt ihren 575ten Geburtstag.

Die Anfänge Rüsselsheims

Erste Spuren einer menschlichen Ansiedlung im Raum Rüsselsheim sind aber viel älter, es wurden ca. 13.000 Jahre alte Hinweise gefunden. Später hinterließen die Römer, in Form einer befestigten Straße am Main entlang, ihre Visitenkarte. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aber aus fränkischer Zeit, sie findet um 840 n. Chr. in einer königlichen Inventarliste statt. In den folgenden Jahrhunderten war die Geschichte Rüsselsheims durch zahlreiche Besitzerwechsel dominiert.

Industriegeschichte von Rüsselsheim

Nach dem 1. Weltkrieg wurde Rüsselsheim französisch besetzt ( Bildquelle: © mozZz - Fotolia.com )

Nach dem 1. Weltkrieg wurde Rüsselsheim französisch besetzt ( Bildquelle: © mozZz – Fotolia.com )

Nach dem ersten Weltkrieg teilte Rüsselsheim das Schicksal vieler im Westen gelegenen Städte Deutschlands. Aufgrund nicht bezahlter Reparationen, gemäß des Versailler Friedensvertrages, wurde es französisch besetzt. Auch im zweiten Weltkrieg mussten die Rüsselsheimer, wie viele andere Städte in Deutschland leiden. Nach dem Krieg verzeichnete Rüsselsheim einen großen Aufschwung. Der Grundstein dazu wurde bereits 1862 gelegt. Denn da gründete, der wohl bekannteste Sohn der Stadt, Adam Opel, hier seine Nähmaschinen-Fabrik, die schon gut 20 Jahre später 18.000 Nähmaschinen produzierte. 1886 verlegte man sich auch auf die Produktion von Fahrzeugen, nämlich Fahrräder. Die Geschäfte liefen gut, innerhalb kürzester Zeit war Opel der größte Hersteller von Fahrrädern im Deutschland, zeitweise sogar weltweit. Die Söhne Adam Opels schließlich, begannen 1898 mit der Produktion von Automobilen. Bereits in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts ging Opel an General Motors. Was später dazu führte, dass sowohl die Deutsche Wehrmacht als auch die US-Army mit Fahrzeugen von Opel ausgerüstet wurde.

Bekannte Persönlichkeiten aus Rüsselsheim

Es gibt noch eine Reihe weitere Persönlichkeiten mit Rüsselsheimer Wurzeln. Norbert „die Rente ist sicher“ Blüm, von 1982 bis 1998 – also die gesamte Regierungszeit Helmut Kohls – Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, wurde 1935 hier geboren. Auch aus den Reihen der SPD kommt eine bekannte hessische Landespolitikerin aus Rüsselsheim, 1957 wurde hier Andrea Ypsilanti geboren, die 2008 beinahe den Ministerpräsidenten von Hessen Roland Koch zu Fall gebracht hätte. Außerdem gibt es von hier noch einige über die regionalen Grenzen Hinweg bekannte Sportler und Künstler, so z. B. die Fernsehmoderatorin Inka Schneider.

Der Landkreise Groß-Gerau

Der südhessische Landkreis Groß-Gerau erstreckt sich von Ginsheim-Gustavsburg im Nordwesten, bis Gernsheim im Süden. Kelsterbach und Mörfelden-Walldorf stellen seine nordöstliche Begrenzung dar. Der Landkreis, in dem sich ein bedeutender Standort der Automobilindustrie (Opel in Rüsselsheim) befindet, wird sowohl durch den Rhein, der seine westliche Grenze darstellt, als auch durch seine Lage im Rhein-Main-Gebiet und die unmittelbare Nachbarschaft zum Flughafen Frankfurt am Main geprägt.


Das heutige Kreisgebiet lag bereits zu römischer Zeit an der Grenze zweier Kulturen. Auch heute versteht sich der Kreis Groß-Gerau als Ort der Integration: Etwa jeder Fünfte, der in den 14 kreisangehörigen Gemeinden lebenden fast 260.000 Einwohner, hat einen Migrationshintergrund.

Rüsselsheim im Landkreis Groß-Gerau

Die größte Stadt des Landkreises Groß-Gerau ist Rüsselsheim ( Bildquelle: © Helmut Niklas - Fotolia.com )

Die größte Stadt des Landkreises Groß-Gerau ist Rüsselsheim ( Bildquelle: © Helmut Niklas – Fotolia.com )

Größte Stadt des Landkreises ist, mit 61.000 Einwohnern, Rüsselsheim, die zehntgrößte hessische Stadt, die am Unterlauf des Mains kurz vor dessen Einmündung in den Rhein liegt. Das Mehrspartentheater in Rüsselsheim, das über 865 Plätze verfügt, zeigt Tanz-, Ballett-, Musical-, Opern-, Konzert- und Schauspielaufführungen. Das Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim, das in der, erstmals im Jahr 1399, erwähnten Festung Rüsselsheim untergebracht ist, erhielt als Modell-Museum den Museumspreis des Europarates. Am Mainufer liegen restaurierte Opelvillen, die als Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude genutzt werden.

Mörfelden-Walldorf in Groß-Gerau

In Mörfelden-Walldorf, der mit 34.400 Einwohnern zweitgrößten Stadt des Landkreises Groß-Gerau, befindet sich die zwischen 1803 und 1805 erbaute Waldenserkirche. Sie gehörte zu der 1699 von 14 Familien gegründeten „Waldenserkolonie am Gundhof“, die zur Keimzelle Walldorfs wurde. Das um 1730 in barockem Stil erbaute Jagdschloss Mönchbruch, beherbergt heute ein Hotel. Zu den historischen Bauwerken gehören ferner der 1751 errichtete Gasthof „Goldener Apfel“, die „Alte Schmiede“ aus dem Jahr 1693 sowie etliche Fachwerkbauten. Zum Stadtbild gehören auch einige moderne Kunstwerke.

Kreisstadt Groß-Gerau

Zu den Wahrzeichen, der 23.500 Einwohner zählenden Kreisstadt Groß-Gerau, gehört der 1928 errichtete, 45 Meter hohe Wasserturm, der über Plattformen verfügt, von denen aus das Umland Groß-Geraus überblickt werden kann. Die Stadt verfügt ferner über sehenswerte Fachwerkbauten, wie das, im Stadtzentrum befindliche, Alte Rathaus, sowie weitere Gebäude in der Mainzer- und Schulstraße.

Riedstadt

Das im mittleren Süden des Kreises Groß-Gerau gelegene Riedstadt weist mit 74 Quadratkilometern, auf denen knapp 22.000 Bürger beheimatet sind, die größte Fläche aller Kommunen des Landkreises auf. Das Naherholungsgebiet und Europa-Reservat Kühkopf-Knoblochsauße ist mit 2.440 Hektar das größte hessische Naturschutzgebiet, in dessen Auenlandschaften und Sumpfgebieten seltene Vogelarten ihre Rast- und Brutplätze haben. Der 24 Hektar große Riedsee verfügt über klares Wasser und einen Badestrand.

Das Bundesland Hessen

Hessen ist eines der 16 Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland und hat gut sechs Millionen Einwohner. Es ist damit eines der am stärksten besiedelten Bundesländer. Die Landeshauptstadt ist Wiesbaden und die größte Stadt ist Frankfurt am Main. Hessen ist gut 21.000 km² groß und grenzt an Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen, Bayern, Badem-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die Mittelgebirge, wie Rhön, Taunus und Westerwald prägen die wunderschöne Landschaft Hessens und werden durchzogen von einigen großen Flüssen, wie Weser und Main.

Die meisten der Einwohner Hessens leben im südlichen Teil des Bundeslandes. Typisch für sie sind die zahlreichen verschiedenen Dialekte und Mundarten, die in Hessen gesprochen werden. Man spricht nicht von dem einen hessischen Dialekt, denn es gibt viele verschiedene Mundarten in den verschiedenen Gegenden. Alle Dialekte, die in Hessen gesprochen werden, werden der mitteldeutschen Dialektgruppe zugeordnet.

Vielfältigkeit in Hessen

Die malerischen Landschaften, die das Bundesland besonders prägen, ziehen viele Touristen, die Hessen als Urlaubs- oder Ausflugsziel wählen, in die Mitte Deutschlands. Dort brechen sie in den Mittelgebirgen oder an den Flußniederungen zu Wanderungen auf, planen Aktivurlaube mit Radtouren oder Wintersport und genießen die kulinarischen Besonderheiten dieser Gegend, wie beispielsweise die weit über die Grenzen Hessens hinaus bekannte grüne Soße. Hierbei handelt es sich um eine kalte Sauce aus Kräutern und Öl, Eiern oder Mayonaise, die häufig zu Kartoffeln oder hartgekochten Eiern gereicht wird. Auch „Handkäs mit Musik“ ist beliebt in Hessen, ein Sauermilchkäse, der in einer Marinade gereicht wird, die häufig Kümmel und Apfelwein enthält.

Kultur und Industrie in Hessen

Hessen ist der wohlhabendste Flächensaat Deutschlands ( Bildquelle: © Roman Sigaev - Fotolia.com )

Hessen ist der wohlhabendste Flächensaat Deutschlands ( Bildquelle: © Roman Sigaev – Fotolia.com )

Naturbegeisterte finden in Hessen zahlreiche sehenswerte Naturparks, doch auch Kulturbegeisterte können auf ihre Kosten kommen. Zahlreiche Theater und Museen laden zu Besuchen ein, darüber hinaus kann man Burgen und Schlösser besichtigen, die sich malerisch in die Mittelgebirgslandschaften schmiegen und in die Vergangenheit entführen. Hessen hat aber auch als Wirtschaftsstandort eine große Bedeutung in Deutschland. Nicht nur Rüsselsheim, wo Opel ansässig ist, ist vielen Menschen als wichtiger Wirtschaftsstandort ein Begriff. Nach dem Ruhrgebiet, verfügt Hessen über die größte Industriedichte in Deutschland. Frankfurt hat als Bankenplatz eine große Bedeutung und auch pharmazeutische und chemische Industrie ist in Hessen zahlreich ansässig. In der Folge handelt es sich bei diesem Bundesland um den wohlhabendsten Flächenstaat Deutschlands.