Die Stadt Rüsselsheim und das Unternehmen Opel verbindet viel mehr als die reine Geografie. Im Laufe der Geschichte haben Rüsselsheim und Opel einander befruchtet, zu ihrer gegenseitigen Weiterentwicklung beigetragen und natürlich vor allem die Menschen geprägt, die in Rüsselsheim zu Hause sind.

Der hessische Ort in der Stadtregion Frankfurt ist der Geburtsort des Opel-Gründers Adam Opel. Als ältester Sohn eines Schlossermeisters begann Adam Opel in jungen Jahren hier in den frühen 1860er Jahren mit der Nähmaschinenherstellung. 1886 dehnte er seine Produktpalette aus und setzte die Idee seiner Söhne um, auch Fahrräder herzustellen. Es dauerte nicht lange, bis der gute Ruf der Räder viel weiter schallte als jener der Nähmaschinen. Denn die fünf Sprösslinge des Schlossersohnes waren erfolgreiche Radsportler. So kam es, dass das Unternehmen sich den Fortbewegungsmitteln zuwandte.

Arbeitgeber im großen Stil

Rund 18.000 Menschen sind bei Opel in Rüsselsheim beschäftigt

Rund 18.000 Menschen sind bei Opel in Rüsselsheim beschäftigt

Nach dem Ableben des Firmengründers übernahmen die Söhne 1895 das Unternehmen und gaben ihm nur drei Jahre darauf die Richtung, die es mit seinen Produkten seither einschlägt. Sie bauten Autos. Obwohl der Vater Autos wegen ihres Lärms und Gestanks nicht schätzte, hatten ihn die Söhne, so heißt es, noch vor seinem Tod vom Innovationspotenzial der Automobilherstellung überzeugen können. Noch heute nimmt das Thema Fortschritt in der Firma einen hohen Stellenwert ein. Am Standort Rüsselsheim arbeiten einige tausend Menschen im Internationalen Technischen Entwicklungszentrum. Insgesamt sind rund 18.000 Männer und Frauen am Standort Rüsselsheim bei Opel beschäftigt. Zum Vergleich: Die Einwohnerzahl Rüsselsheims beläuft sich auf etwa 60.000.

Das Unternehmen und die Stadtbewohner: Gegenseitige Anteilnahme

Obwohl die Adam Opel AG bereits in den Zwanzigerjahren an General Motors verkauft wurde, hatte das Opel-Werk bis in die Siebzigerjahre hinein massiven Anteil am Wohlstand der Stadt Rüsselsheim. Nicht selten kam es deshalb vor – und es kommt noch heute vor –, dass Söhne sich bei Opel einstellen ließen, weil der Vater dort als Arbeitnehmer durchaus zufrieden war. So sind denn auch Aspekte der Firmenkultur, etwa die Wichtigkeit von Materialqualität und Verarbeitungsgenauigkeit, nach und nach ins Wertegerüst der Städter hineingewachsen. Doch nicht nur die Bewohner lassen das Unternehmen Teil ihres Lebens sein. Auch das Unternehmen lässt sich in die Karten schauen. So wird Familien mit Kindern ab sechs Jahren und Einzelpersonen die Teilnahme an öffentlichen Führungen im Werk an fünf Tagen pro Woche ermöglicht. Wer mit einer Gruppe von mindestens zehn Personen zur Besichtigung kommen möchte, der kann sich unter Umständen einen gesonderten Termin für die Führung durch das Werk geben lassen.