Der südhessische Landkreis Groß-Gerau erstreckt sich von Ginsheim-Gustavsburg im Nordwesten bis Gernsheim im Süden. Kelsterbach und Mörfelden-Walldorf stellen seine nordöstliche Begrenzung dar. Der Landkreis, in dem sich ein bedeutender Standort der Automobilindustrie (Opel in Rüsselsheim) befindet, wird sowohl durch den Rhein, der seine westliche Grenze darstellt, als auch durch seine Lage im Rhein-Main-Gebiet und die unmittelbare Nachbarschaft zum Flughafen Frankfurt am Main geprägt.
Das heutige Kreisgebiet lag bereits zu römischer Zeit an der Grenze zweier Kulturen. Auch heute versteht sich der Kreis Groß-Gerau als Ort der Integration: Etwa jeder Fünfte der in den 14 kreisangehörigen Gemeinden lebenden fast 260.000 Einwohner hat einen Migrationshintergrund.

Die größte Stadt des Landkreises Groß-Gerau ist Rüsselsheim

Die größte Stadt des Landkreises Groß-Gerau ist Rüsselsheim

Größte Stadt des Landkreises ist mit 61.000 Einwohnern Rüsselsheim, die zehntgrößte hessische Stadt, die am Unterlauf des Mains kurz vor dessen Einmündung in den Rhein liegt. Das Mehrspartentheater Rüsselsheim, das über 865 Plätze verfügt, zeigt Tanz-, Ballett-, Musical-, Opern-, Konzert- und Schauspielaufführungen. Das Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim, das in der erstmals im Jahr 1399 erwähnten Festung Rüsselheim untergebracht ist, erhielt als Modell-Museum den Museumspreis des Europarates. Am Mainufer liegen restaurierte Opelvillen, die als Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude genutzt werden.

In Mörfelden-Walldorf, der mit 34.400 Einwohnern zweitgrößten Stadt des Landkreises Groß-Gerau, befindet sich die zwischen 1803 und 1805 erbaute Waldenserkirche. Sie gehörte zu der 1699 von 14 Familien gegründeten „Waldenserkolonie am Gundhof“, die zur Keimzelle Walldorfs wurde. Das um 1730 in barockem Stil erbaute Jagdschloss Mönchbruch beherbergt heute ein Hotel. Zu den historischen Bauwerken gehören ferner der 1751 errichtete Gasthof „Goldener Apfel“, die „Alte Schmiede“ aus dem Jahr 1693 sowie etliche Fachwerkbauten. Zum Stadtbild gehören auch einige moderne Kunstwerke.

Zu den Wahrzeichen der 23.500 Einwohner zählenden Kreisstadt Groß-Gerau gehört der 1928 errichtete, 45 Meter hohe Wasserturm, der über Plattformen verfügt, von denen aus das Umland Groß-Geraus überblickt werden kann. Die Stadt verfügt ferner über sehenswerte Fachwerkbauten wie das im Stadtzentrum befindliche Alte Rathaus sowie weitere Gebäude in der Mainzer und in der Schulstraße.

Das im mittleren Süden des Kreises Groß-Gerau gelegene Riedstadt weist mit 74 Quadratkilometern, auf denen knapp 22.000 Bürger beheimatet sind, die größte Fläche aller Kommunen des Landkreises auf. Das Naherholungsgebiet und Europa-Reservat Kühkopf-Knoblochsauße ist mit 2.440 Hektar das größte hessische Naturschutzgebiet, in dessen Auenlandschaften und Sumpfgebieten seltene Vogelarten ihre Rast- und Brutplätze haben. Der 24 Hektar große Riedsee verfügt über klares Wasser und einen Badestrand.