Der Staat Vatikanstadt

Der Staat Vatikanstadt, ist der kleinste anerkannte Staat der Welt. Nur rund einen halben Quadratkilometer misst die Staatsfläche. Es ist ein sogenanntes Enklave, da es innerhalb der Hauptstadt Italiens liegt und von italienischen Staatsgebiet umgeben wird. Dies bildet die Basis für das geistige Oberhaupt, den Papst, für alle katholisch-christlichen Gläubigen weltweit. Auf dem Staatsgebiet des Vatikans befinden sich der Petersdom und der dazugehörige Petersplatz. Zusätzlich beinhalten die vatikanischen Mauer noch diverse Paläste und die berühmte Sixtinische Kapelle.

Eine wichtige Bedeutung für den Vatikan hatte und hat die Engelsburg. Das ursprünglich, als Mausoleum, errichtete Gebäude wurde unter Kaiser Hadrian begonnen. Unter seinen Nachfolgern wurde es immer mehr zu einer Burg und Festungsanlage, welche im Anschluss von Päpste und dem Vatikan übernommen wurde.

Im Vatikan bildet der Papst das Oberhaupt. Der Papst wird von den Kardinälen gewählt. Es ist also eine sogenannte Wahlmonarchie. In der Regel verbleibt der Papst so lange als Vorsitz des Staates, bis er verstirbt. Der letzte Papst Benedikt XVI. trat allerdings zurück und bildet hiermit eine absolute Ausnahme innerhalb der Geschichte des Vatikan.

Die Geschichte des Vatikans

Der Petersdom ist für viele Besucher das Sinnbild für den Vatikan. ( Bildquelle: © sborisov - Fotolia.com )

Der Petersdom ist für viele Besucher das Sinnbild für den Vatikan. ( Bildquelle: © sborisov – Fotolia.com )

Die Geschichte diese Zwergenstaates geht laut eigenen Aussage bis auf Petrus, den Gründer der Kirche, zurück. Der als Jünger Jesu und Apostel benannt wird. Er war der erste Bischof Roms. Ein direkter Aufenthalt im Vatikan kann allerdings heute nicht mehr nachgewiesen werden. In den nachfolgenden Jahrhunderten, bis heute, gab es ca. 300 Päpste. Die Zahl kann nicht genau bestimmt werden, da es immer wieder Gegenpäpste und somit parallele und nicht immer legitimierte Päpste gab. Dieses Problem war vor allem im Mittelalter schwierig, da damals der Papst noch wesentlich mehr Macht inne hatte.

Es kam immer wieder zu Machtkämpfen zwischen Päpsten und auch mit weltlichen Herrschern. Die Macht der Päpste wurde, vor allem durch die zentrale Bedeutung des Christentums für alle Lebensbereiche, wichtig. So konnten sie großen Druck auf weltliche Fürsten und Herrscher ausüben. Zusätzlich hatten Päpste eine besondere Bedeutung für die Krönungen und Salbungen von Königen und Kaisern. 

Der Vatikan – Damals und Heute

Innerhalb des Mittelalter, im 14. Jahrhundert, wurde der Amtssitz der Päpste in den Vatikan verlegt. Vorher lag der Sitz im Lateranpalast. Der Vatikan meint, aus früherer Geschichte, einen am rechten Tiberufer gelegenen Hügel und nicht die Stadt des Vatikans heute. Der Vatikan wird auf internationaler Ebene durch den Heiligen Stuhl vertreten. Der nichtstaatliche und eigenständige Staat Vatikanstadt wird so weltweit durch den Papst vertreten. Auch wenn die Macht des Papstes heute nicht mehr direkt auf das weltliche Bezug nimmt, hat er trotzdem einen großen weltweiten Einfluss und ist das Oberhaupt für rund 1,25 Milliarden Gläubige.

Die Palastkapelle des Vatikans

Nach nur 8-jähriger Bauzeit wurde die Sixtinische Kapelle am 15. August 1483 eingeweiht. Sie wurde während der Amtszeit von Papst Sixtus IV. erbaut und erhielt so ihren Namen. Sie liegt direkt am Fuße des Petersdom in nördlicher Richtung und zählt heute zu den prächtigsten Kapellen der Welt.

Besuchern ist der Eintritt zur Kapelle nur über die Vatikanischen Museen gestattet. Die Sixtinische Kapelle war nie als Privatkapelle des Papstes gedacht. Sie war von Anbeginn festlichen Gottesdiensten und ausgewählten Akten, wie zum Beispiel der Papstwahl, vorbehalten.

Vollendete Architektur und Kunst

Die Sixtinische Kapelle wird nicht nur als eine unerschöpfliche Touristenattraktion genutzt ( Bildquelle: © Mischa Krumm - Fotolia.com )

Die Sixtinische Kapelle wird nicht nur als eine unerschöpfliche Touristenattraktion genutzt ( Bildquelle: © Mischa Krumm – Fotolia.com )

Die Sixtinische Kapelle wurde inmitten der Renaissance unter Verwendung typischer Rundbogenfenster und dem flachen Tonnengewölbe erbaut. Die architektonisch, meisterhaft ausgeklügelte Kuppel ähnelt der Domkuppel in Florenz. Sie besteht aus zwei miteinander verbundenen Schalen und ist mit Rippen unterteilt. Die Kapelle ist als Rechteck mit 40,90 Meter Seitenlänge, 13,40 Meter Breite und einer Höhe von 20,70 Meter errichtet.

Hervorragend fügen sich die einmaligen, kunsthistorisch bedeutsamen Deckenfresken und das monumentale „Jüngste Gericht“ für die Altarwand des Künstlers Michelangelos in die Architektur.

Ebenso Raffaels Kultbild „Die sixtinische Madonna“ fußt auf den Renaissanceplatonismus, verbunden mit Aspekten der Rheinischen Mystik. An den Wänden stehen sich alttestamentliche Szenen aus dem Leben des Mose und auf der anderen Seite neutestamentliche Szenen aus dem Leben Jesu gegenüber. Zwischen den Fenstern werden die Porträts der ersten Päpste dargestellt und über den Fenstern sind die Ahnen Christi abgebildet.

Die Sixtinische Kapelle als Wahllokal

Heutzutage wird die Sixtinische Kapelle nicht nur als eine unerschöpfliche Touristenattraktion oder als Ort der Besinnung genutzt, sondern hauptsächlich als Museum und seit 1870 auch für die Wahl des Papstes. Bei dem sogenannten Konklave versammeln sich die Kardinäle nach dem Tod eines Papstes in der Sixtina. Dort wählen sie, nach mehreren Wahlgängen und bestimmten Riten, ein neues Oberhaupt der katholischen Kirche.

Das treffende Zitat von Goethe nach seiner Italienreise beschreibt am besten, warum die Sixtinische Kapelle mehr als 20.000 Besucher täglich erwartet: „Ohne die Sixtinische Kapelle gesehen zu haben, kann man sich keinen anschaulichen Begriff machen, was ein Mensch vermag.“

Sixtinische Madonna

Die Sixtinische Madonna ist ein Synonym für formvollendete Schönheit aus der Zeit der italienischen Hochrenaissance. Wer den Petersdom durch die Vorhalle durchquert und rechts neben der Heiligen Pforte, die nur alle 25 Jahre zum Heiligen Jahr geöffnet wird, langsam hingeht, sieht die Sixtinische Madonna in weißem Carrara-Marmor im fließenden Licht.

Die Sixtinische Kapelle liegt direkt am Fuße des Petersdom, in nördlicher Richtung und zählt heute zu den prächtigsten Kapellen der Welt. Besuchern ist der Eintritt zur Kapelle nur über die Vatikanischen Museen gestattet. Bei dem sogenannten Konklave versammeln sich die Kardinäle nach dem Tod eines Papstes in der Sixtinische Kapelle und wählen ein neues Oberhaupt der katholischen Kirche.

Wie in jeder katholischen Kirche haben Gläubige ihren Opfern Kerzen aufgestellt. Doch der Betrachter wird gestört durch den Anblick des hohen Panzerglases, dass die Sixtinische Madonna schützt. Denn vor einigen Jahren hat ein Mann mit einem Hammer das Abbild der Pieta, der schmerzhaften Muttergottes, schwer beschädigt.

Michelangelo hat selbst den Marmorquader für seine Madonna ausgesucht und den Transport nach Rom überwacht. Diese Vorgehensweise bei seiner Arbeit, ist er Zeit seines Lebens treu geblieben. Kardinal Jean Bilhères de Lagraulas hat diese Auftragsarbeit, für sein Grabmal in der Petronilla-Kapelle, bei Michelangelo in Auftrag gegeben.

Ein Andachtsbild tiefster Emotionen und Entäußerung

Seit alters her ist die Pieta ein Andachtsbild, das Maria mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß zeigt. Er wurde ihr ein letztes Mal in den Schoß gelegt, als Josef von Arimatäa, ein heimlicher Jünger Jesu, von Pontius Pilatus den Leichnam Jesus erbeten hatte zur Bestattung.

Die heilige Madonna mit ihrem Sohn ( Bildquelle: © kmiragaya - Fotolia.com )

Die heilige Madonna mit ihrem Sohn ( Bildquelle: © kmiragaya – Fotolia.com )

Die Sixtinische Madonna – ein Bild der tiefsten Betrübnis, des menschlichen Elends, Angst, Trauer, Leid und aller Not der Menschen ist eingebracht in den Anblick einer liebenden Mutter, die ihren Sohn ein letztes Mal dort trägt, wo er neun Monate getragen worden war vor der Geburt – vor ihrem Bauch. Man nennt die Pieta auch Vesperbild.

Am Abend, beim Sinken der Sonne, da enthüllt jede Raffung des Faltenwurfes der Maria, was Menschen einander antun können. Michelangelo hat in seinem Meisterwerk, das er zwischen 1498 bis 1500 schuf, seine ganze Leidenschaft als Künstler hineingelegt. Viele Züge erinnern an die ersten beiden Engel, die Michelangelo für den Sarkophag des Heiligen Dominikus in Bologna schuf. Bei diesen Meisterwerken war Michelangelo 20 Jahre alt. Als er die Sixtinische Madonna schuf, war er 25 Jahre alt.

Noch nie da gewesen: die Sixtinische Madonna!

Das Andachtsbild in Lebensgröße zu schaffen, war für einen italienischen Künstler dieser Zeit eine große Herausforderung. Zudem war das Motiv der Pieta bis dahin nur in Frankreich bekannt und verbreitet. Es zeugt von der hohen Profession Michelangelos, dass er dem Auftrag gerecht wurde. Der Kardinal erlebte die Fertigstellung des Meisterwerkes nicht mehr.

Vatikanische Museen

Der Sammelbegriff Vatikanische Museen fasst, wie der Name schon sagt, in verschiedenen Sammlungen und Ausstellungsräumen die vielen unveräußerbaren Kunstschätze des Vatikanstaates zusammen. Daran angegliedert ist die weltberühmte Vatikanische Bibliothek, sie umfasst nicht nur einen unschätzbaren Bücherbestand, sondern historisch bedeutsame und kostbare Urkunden.

Vatikanische Museen beherbergen, neben den langen Fluren und Schauräumen, auch die Sixtinische Kapelle mit dem Weltgericht von Michelangelo, unter dem das Konklave zur Wahl eines neuen Papstes stattfindet.

Daneben befinden sich auch die frisch renovierten Stanzen Rafaels, wo die Borgia Tochter Lucrezia im Vatikan wohnte, als ihr Vater Papst Alexander VI war. Als Lucrezia den Grafen von Este heiratete, siedelte sie nach Ferrara um.

Direkt an die Sixtinische Kapelle grenzt jene weltberühmte Treppe, über die schon der verstorbene Papst aus der paulinischen Kapelle in den Petersdom geführt wurde. Über diese Treppe werden auch Staatsgäste durch die Repräsentationsräume des Vatikans zur Audienz des Papstes geführt. Die Schweizer Gardisten bewachen das Bronzetor, den Zugang zum Vatikan. Der eigentliche Eingang ist gut hundert Meter weiter der Damasushof.

Wer hier rein will, muss früh aufstehen

Die Sixtinische Kapelle wird nicht nur als eine unerschöpfliche Touristenattraktion genutzt ( Bildquelle: © Mischa Krumm - Fotolia.com )

Die Sixtinische Kapelle wird nicht nur als eine unerschöpfliche Touristenattraktion genutzt ( Bildquelle: © Mischa Krumm – Fotolia.com )

Am vierten Samstag eines jeden Monats stehen die Leute an der Vatikanmauer bis zum Damasushof und reihen sich in die Schlange ein, denn an diesem Tag ist der Eintritt in den Vatikanischen Museen kostenlos, denn der eigentliche Eintrittspreis ist nicht für jeden erschwinglich. Aber die Museumstickets stellen die Haupteinnahmequelle des Vatikans dar. Der sogenannte Peterspfennig aus allen Diözesen der Welt ist eher ein symbolischer Beitrag zur internationalen Arbeit des Papstes. Auch an normalen Tagen, wenn ganz normal Eintritt zu zahlen ist in den Vatikanischen Museen, bilden sich Schlangen vor dem Haupteingang.

Gegenüber befinden sich einige malerische Cafés, in denen man sich die lange Zeit bis zur Öffnung vertreiben kann. Karten für die Vatikanischen Gärten können als Kombitickets im Internet gebucht werden. Die Führungen in den Vatikanischen Gärten Vatikanische Bibliothek finden nur am Morgen statt.

Vatikanische Museen: ein Hort unschätzbarer Kunstschätze

Die Besucher verteilen sich sehr bald auf die einzelnen Sammlungen wie die Antikensammlungen mit der Laokoongruppe oder der ägyptischen Sammlung. Selbstverständlich gibt es eine riesige Sammlung an päpstlichen Zeremoniengegenständen und Gewändern, die kartografischen Säle. Aber am Ende, wie durch ein Nadelöhr, verlassen alle Besucher die vatikanischen Museen durch die Sixtinische Kapelle.

Der Petersdom

Der Petersdom ist die Grabeskirche des 1. Jüngers Jesu, dem Simon Petrus. Auf dem vatikanischen Hügel hat er, um das Jahr 67 n. Chr. in der Verfolgung des Kaiser Neros, hier den Märtyrertod durch die Kreuzigung mit dem Kopf nach unten gefunden.

Hier befand sich auch schon in der Antike eine Totenstadt, die Heute von den vatikanischen Museen getrennt, auf der linken Seite des Petersdoms, direkt gegenüber vom Campo Santo Teutonico besucht werden kann. An einer Stelle der Scavi, der unterirdischen Totenstadt, kommt man dem ursprünglichen Grab des Heiligen Petrus ganz nahe.

Führungen werden durch die klimatisierten unterirdischen Gänge (hohe Luftfeuchtigkeit) mit begrenzter Teilnehmerzahl in verschieden Sprachen angeboten. Die Führung kommt bei den Papstgräbern unter der Confessio, dem Hauptaltar des Petersdoms wieder heraus. Im Petersdom sind 164 Päpste begraben.

Der wagemutige Entwurf Berninis

Schon Kaiser Konstantin ließ, über dem gut bezeugten Grab, eine Basilika errichten. Die Basilika, über dem vermuteten Petrusgrab, bestand 1200 Jahre. Unter Papst Sixtus II wurde 1506 der Grundstein für den neuen Petersdom beim heutigen Vierungspfeiler der Heiligen Veronika gelegt. In diesem Pfeiler wird bis heute das sogenannte Schweißtuch der Veronika aufbewahrt und am 5. Fastensonntag im Anschluss an die Vesper in luftiger Höhe gezeigt, sodass die Gläubigen, wie Lucrezia Borgia sagen, das man gar nichts erkennen kann.

Der Petersdom ist die Grabeskirche des 1. Jüngers Jesu, dem Simon Petrus ( Bildquelle: © pitsch22 - Fotolia.com )

Der Petersdom ist die Grabeskirche des 1. Jüngers Jesu, dem Simon Petrus ( Bildquelle: © pitsch22 – Fotolia.com )

Wahrscheinlich ist diese zweite Hauptreliquie des Petersdoms während des Sacco di Roma abhanden gekommen. Bis heute bestimmt die Kuppel und das barocke Aussehen des Doms, die Silhouette des kleinen Kirchenstaates. Ein Mikrokosmos in sich, der sich hauptsächlich aus den Einnahmen der vatikanischen Museen und dem Verkauf der Briefmarken finanziert.

Die Sixtinische Kapelle, die nur wenige Meter neben der Paolina liegt, ist während der Sedisvakanz, dem Ableben eines Papstes und der KonklaveHauptschauplatz uralter kirchenfürstlicher und geistlicher Zeremonien.

Der Hochsicherheitstrakt Petersplatz und Petersdom

Sicherheitsschleusen, die Schweizer Garde und Security in geistlichen Gewand sichern den Sitz des Papstes. Bischofskirche des Papstes ist aber San Giovanni in Laterano. Während päpstlicher Messen und Audienzen herrscht völliges Flugverbot über dem Vatikan.

Kostenlose Eintrittskarten für Audienzen und päpstliche Messen müssen über das päpstliche Haus per Fax bestellt und persönlich an der berühmten Stiege zur Sala Clementina, am Eingang zum päpstlichen Palast, abgeholt werden.

Das Konklave

Das Konklave bezeichnet die Versammlung aller Kardinäle, aktiven und passiven Wahlrechtes, mit dem Ziel, aus ihren Reihen einen neuen Papst, das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, zu wählen.

Das Konklave damals und heute

Das Konklave findet traditionsgemäß seit jeher in der Sixtinischen Kapelle, direkt neben dem Petersdom und dem Apostolischen Palast statt. In einer feierlichen Prozedur ziehen die Kardinäle unter dem Gesang der Heiligen Litanei (Latiniae Omnium Sanctorum) über die vatikanischen Museen in die Sixtinische Kapelle ein.

Hier wählen die Kardinäle unter strengem Ausschluss der Öffentlichkeit einen neuen Papst. Ebenfalls Bestandteil der Papstwahl ist, die zuvorige Ablegung eines Eids, in der die Kardinäle bestätigen, dass sie ihre Stimmen völlig frei von Eigennutz und anderen weltlichen Interessen abgeben. Bevor der erste Wahlgang beginnt, wird der Heilige Geist, zum Beistand, in Gebeten angerufen.

Alte Traditionen – revolutioniert für die Neuzeit

Durch die Rauchzeichen kann abgelesen werden, wie die Konklave ausgeht ( Bildquelle: © sabelfoto13 - Fotolia.com)

Durch die Rauchzeichen kann abgelesen werden, wie die Konklave ausgeht ( Bildquelle: © sabelfoto13 – Fotolia.com)

Trotz dieses traditionsgeprägten und streng geregelten Ablaufes, hat sich in den letzten 100 Jahren durchaus einiges geändert. So wurden die Kardinäle damals für das Konklave eingemauert. Sie durften nicht einmal zum Essen die Räumlichkeiten verlassen, solange bis ein Papst feststand. So kam es einst vor, dass das Konklave mehrere Jahre dauerte.

Auch die Anzahl der Wahlgänge war nicht immer gleich. Heute sind bis zu 4 Wahlgänge pro Tag die Regel. Zwei am Vormittag und zwei am Nachmittag eines jeden Tages des Konklaves. Um die Öffentlichkeit wenigstens zu einem Teil an dem Geschehen hinter den verschlossenen Türen des Konklaves teilhaben zu lassen, wird ein jedes Ergebnis eines Wahlganges in Rauchzeichen mitgeteilt.
Dabei bedeutet grau bzw. schwarzer aufsteigender Rauch, dass der Wahlgang ergebnislos geblieben ist, während weißer Rauch den Erfolg des letzten Wahlganges signalisiert. Heute geschieht diese Farbgebung des Rauches durch modernste Chemie bzw. Pyrotechnik. Damals jedoch entstammte der Rauch von den verbrannten Stimmzetteln des Wahlganges. Für schwarzen Rauch wurde die Stimmzettel vor dem Verbrennen angefeuchtet.

Bestimmungen zum Konklave

Tritt die Sedisvakanz, also die Nichtbesetzung des Heiligen Stuhls, durch entweder Tod des bisherigen Papstes oder Rücktritt des Oberhauptes ein, so besagt das Kirchenrecht, dass das Konklave spätestens am 20. Tag der Sedisvakanz einzutreten hat. Papst Benedikt XVI änderte die Bestimmungen zuletzt wieder und erklärte die Klausel, dass mindestens bis zum 15. Tag der Sedisvakanz mit dem Beginn des Konklave gewartet werden müsse, wieder. Voraussetzung eines vorzeitigen Beginns ist jedoch die Anwesenheit aller wahlberechtigten Kardinäle.

Bestimmungen zum Wahlrecht:

  • Alle Kardinäle, die noch nicht das 80. Lebensjahr vollendet haben, dürfen wählen (aktiv-wahlberechtigt).
  • Kardinäle, älter als 80 Jahre, können nur noch gewählt werden (passiv-wahlberechtigt).
  • Zum Papst gewählt werden kann rein theoretisch ein jeder römisch-katholischer Bürger. In der Regel handelt es sich aber um einen aus der Mitte der Kardinäle.