Die lettische Hauptstadt Riga ist zwar keine Millionenstadt, verbreitet aber trotzdem weltstädtisches Flair im Baltikum. Die Stadt breitet sich zu beiden Ufern der Daugava nach Norden hin zur Ostsee aus und lockt mit ausgezeichnet erhaltenen Jugendstilbauten, einer idyllischen Altstadt und viele kulturelle Highlights rund ums Jahr.

Rigas Top-Sehenswürdigkeiten

In der Altstadt wird die Geschichte lebendig. Das architektonisch überaus interessante Viertel ist zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt worden und Sie sollten es bei einem Besuch auf gar keinen Fall verpassen. Die Jugendstilgebäude laden dazu ein, die verspielten Details dieser Epoche zu entdecken und bieten dabei jede Menge schöner Fotomotive. Das alte Riga liegt am rechten Ufer der Daugava, wird von einem Kanal umflossen und von einem Park von den neueren Stadtvierteln getrennt. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war der Stadtkern von einer Stadtmauer umgehen – nach der Schleifung dieser hat man die Freiflächen zu repräsentativen Zwecken genutzt. Riga war lange Zeit Mitglied in der Hanse und den Wohlstand, den der Handel einbrachte, kann man gut in den Häusern erkennen, die errichtet wurden: Das Rathaus und das Schwarzhäupterhaus mit der Rolandsstatue davor künden von dem mittelalterlichen Reichtum. Vielleicht entdecken Sie aber auf dem Platz auch die Bremer Stadtmusikanten, die auf die Städtepartnerschaft zwischen den beiden ehemaligen Hansestädten verweist. Wenn Sie schwindelfrei sind und sich einen Überblick verschaffen wollen, nehmen Sie den Aufzug hinauf auf den Turm der Petrikirche und genießen Sie die Aussicht. Auch in unterschiedliche Kirchen kann man hineinschnuppern oder das ethnographische Freilichtmuseum besuchen. Dem Mittelalter begegnet man in Riga häufiger: Der Baubeginn des Doms lässt sich ins Jahr 1211 datieren, das Rigaer Schloss wurde ursprünglich als Sitz des mittelalterlichen Schwertbrüderordens erbaut und ist heute Sitz des Staatspräsidenten. Der Konventhof verweist auf Ursprünge aus dem 13. Jahrhundert und die Handelshäuser, die als die drei Brüder bezeichnet werden, lassen Einblicke in die kaufmännische Vergangenheit zu: Hier war unter anderem ein Bäcker ansässig, der seine Waren und Rohmaterialien wie Mehl durch eine Luke in der Holzdecke auf die unterschiedlichen Stockwerke verteilen konnte. Die Häuser wurden im zweiten Weltkrieg zerstört und anschließend liebevoll wieder aufgebaut.

Kulturhauptstadt Europas 2014

Im Jahr 2014 war Riga die europäische Kulturhauptstadt und hat für Theaterfreunde einiges zu bieten: Das lettische Nationaltheater wird seit 1919 bespielt, das russische Theater Rigas und das Daile-Theater bieten russischsprachige und andere ausländische Stücke. Für Kinder gibt es das lettische Staatspuppentheater zu sehen und seit 1992 (Unabhängigkeit Lettlands) hat das Neue Rigaer Theater seine Pforten geöffnet. Riga wartet auch mit einer Oper auf, die in einem neoklassizistischen Bau untergebracht ist und Opern- und Ballettaufführungen auf dem Spielplan hat. Auch Museumsgänger kommen auf ihre Kosten: Die lettische Hauptstadt setzt sich intensiv mit der eigenen Geschichte auseinander und hat mehrere Ausstellungen dem 20. Jahrhundert gewidmet – darunter das Okkupationsmuseum und das Eck-Haus als ehemaliges Hauptquartier des KGB. Aber auch frühere Zeiten werden im Stadt- und Schifffahrtsmuseum und anderen bedacht.

Rigaer Spezialitäten

Die lettische Küche ist deftig und herzhaft. In Riga finden sich viele Restaurants, die typische Spezialitäten anbieten, aber auch moderne Küche, besonders die Fusionsküche, hat sich etabliert. Wer aber landestypische Gerichte probieren möchte, kommt an putra, einer Gerstengrütze mit saurer Sahne, nicht vorbei. Ansonsten bietet die Speisekarte viel Fleisch (auch Wild) oder Fisch, Kartoffeln und Brot gehören auch immer auf den Tisch. Typisch sind Milchsuppen, Graupen, Erbsen mit Speck oder Aufläufe aus Buchweizen oder Gerste. Das Lieblingsgewürz der Letten ist der Kümmel, den man immer aus dem jeweiligen Gericht herausschmecken wird. Zum Nachtisch gibt es dann leckere Süßspeisen aus Mehl oder Quark mit (saurer Sahne), Beeren und Honig. Bei der Verdauung hilft entweder der dunkle Balzams, ein Kräuterlikör, oder der klare Wodka, der zwar russisches Nationalgetränk ist, sich aber auch in Lettland großer Beliebtheit erfreut.

Urlaub machen in Riga

Die lettische Hauptstadt ist in Sachen Preisniveau weit entfernt von den anderen europäischen Hauptstädten, sodass ein Urlaub wesentlich günstiger ausfällt als zum Beispiel in London. Das Unterkunftsangebot reicht von internationalen Hotelketten bis hin zu individuellen Pensionen oder Ferienwohnungen. Die Anreise gestaltet sich per Flugzeug denkbar einfach: Von Deutschland aus gibt es Direktflüge in die lettische Hauptstadt, aber auch Fährverbindungen von und nach Stockholm sind im Angebot. Riga ist Anlaufhafen auf vielen Ostseekreuzfahrten und Zugverbindungen unter anderem nach Moskau oder St. Petersburg bestehen ebenfalls.

Riga entdecken

Egal welche Art von Urlaub Sie in der geschichtsträchtigen Stadt machen möchten: Es gibt Möglichkeiten für einen kurzen Kulturtrip, einen längeren Erholungsurlaub oder auch einen Aktivurlaub. Die lettische Hauptstadt ist für diverse Spa-, Kur- und Wellnesseinrichtungen bekannt und bis zum Ostseestrand ist es auch nicht weit. Sie können die Stadt per Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Boot auf der Daugava oder den Kanälen erkunden oder einen kurzen Segeltörn auf der Ostsee einlegen. Mit dem Mietwagen können Sie das wenig bekannte Umland entdecken oder entlang der Küste stille Strände genießen. Auch für Kinder hat die Stadt einiges zu bieten: Der Zoo von Riga ist einen Besuch wert, aber es gibt auch diverse andere Möglichkeiten, sich mit dem Nachwuchs die Zeit zu vertreiben: Bogenschießen wird angeboten, man kann einen Tag im Mittelalter verbringen oder sich den Rätseln der Baker Street 221B stellen.

Reisewetter

Da die Hauptstadt Lettlands nicht weit von der Ostsee entfernt liegt, ist das Klima recht gemäßigt. Die besten Reisemonate mit dem meisten Sonnenschein und den höchsten Temperaturen sind Mai und Juni. Im Juli, August und September kann es recht viel regnen und in den Wintermonaten empfindlich kalt werden. Vor dem Sommeransturm ist die Stadt im Frühling zwar aus ihrem Winterschlaf erwacht, aber noch nicht voll oder überlaufen und man kann die Sehenswürdigkeiten ohne Hektik entdecken.