Ein Sultan (arab. „Stärke“) ist der Titel eines islamischen Herrschers, sein Herrschaftsgebiet entsprechend das Sultanat. An Traditionen des Korans anknüpfend stellt er eine zugleich religiöse und moralische Autorität dar.

Vor allem mit dem Osmanischen Reich, was der heutigen Türkei entspricht, wird der seit dem 10. Jahrhundert n. Chr. gebräuchliche Titel oft in Verbindung gebracht. Aber auch in anderen islamisch geprägten Staaten, wie z.B. Indien, dem Königreich Malaysia oder Teilen Afrikas, gab und gibt es immer noch Sultanate. Dabei lässt sich Sultan teilweise mit einem Kaiser oder Zar gleichsetzen.

Das Osmanische Reich

Auf eine lange Tradition von Sultanen kann das ehemalige Osmanische Reich zurückblicken, auch ging es aus dem Sultanat der Rum-Seldschuken hervor. Nach vielen Generationen von Sultanen vor Reichsgründung und währenddessen ging es ab 1923 in damaliger Form auch deswegen unter, weil Kemal Atatürk im Laufe seiner Regentschaft das Sultanat abschaffte und damit einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur modernen Türkei ging. Das darauffolgende Machtvakuum vermochte er als Gesellschaftsreformer zu füllen, indem er die Türkei prowestlich ausrichtete, so wurden z.B. Kirche und Staat getrennt und das Frauenwahlrecht 1930 bzw. 1934 eingeführt.

Bekannte Sultane

Bunei ist eines von zwei souveränen Ländern, die heute noch von einem Sultan regiert werden.

Bunei ist eines von zwei souveränen Ländern, die heute noch von einem Sultan regiert werden.

Der erste Herrscher, der den Titel „Sultan“ trug, war Mahmud von Ghazni (998 – 1030).
Am bekanntesten und aus heutiger Sicht wohl bedeutendsten war aber Süleyman I., der Mitte des 16. Jahrhunderts etwa 40 Jahre lang das Amt ausübte, das er von seinem Vater geerbt hatte. Nicht nur als Feldherr, unter dem das Osmanische Reich die größte Ausdehnung erreichte, machte er sich einen Namen, sondern auch als Staatsmann, der unter anderem das Finanzrecht und die Scharia erweiterte. Außerdem ließ er einige der prächtigsten Moscheen in der Hauptstadt Konstantinopel, heute Istanbul, erbauen.
Auch der König von Marokko hieß bis 1956 noch „Sultan“, wandelte seinen Titel aber dann um. Vollkommen souveräne Staaten, die heute noch von Sultanen regiert werden, sind lediglich Brunei und Oman.
Gerne wird heute noch in der Tourismusbranche mit dem Label „Sultan“ geworben, wenn es um Urlaub in der Türkei geht, was wohl an die prächtigste Zeit der Islam-Herrscher erinnern soll.