Welches Gebiet wird als Anatolien bezeichnet?

Anatolien oder auch Kleinasien bezeichnet den Teil der heutigen Türkei, der Teil Vorderasiens ist. Seit die Türkei im Jahr 1923 gegründet wurde, fällt unter die Bezeichnung „Anatolien“ also die gesamte Türkei ohne Thrakien.

Geschichtliche Eckdaten Anatoliens

Die ältesten Funde belegen eine Besiedlung Anatoliens um ca. 8500 v. Chr.

Die ältesten Funde belegen eine Besiedlung Anatoliens um ca. 8500 v. Chr.

Nach dem derzeitigen Wissensstand geht die Geschichte Anatoliens rund 800.000 Jahre zurück. Es liegt zu einem kleinen Teil im Bereich der heutigen Türkei. Der älteste Fundort beinhaltet eine über längere Zeit bewohnte Siedlung, welche zwischen 8500 und 8000 v. Chr. den Beginn der Sesshaftigkeit markiert. Frühzeitig entstand eine für die damalige Zeit ausgeprägte Monumentalarchitektur. Um 8300 v. Chr. war die Lebensweise der Bewohner von Ackerbau und Vieh- und Vorratshaltung geprägt. Zu diesem Zeitpunkt begann die Ausdehnung Anatoliens in westliche Richtung. Die wohl heute bekannteste Grabungsstätte ist Çatalhöyük und stammt etwa aus der Zeit von 7400 bis 6200 v. Chr.

Bis etwa 3000 v. Chr., also während der späteren Kupferzeit, entwickelte sich diese Form des Siedlungsanbaus in gesteigerter Form, so dass Geschichtswissenschaftler von mehreren Tausend Dörfern zur damaligen Zeit ausgehen. Im Gegensatz dazu gibt es Anlass zu der Annahme, dass in der frühen Bronzezeit vermehrt ein Städteausbau stattfand. Demzufolge entstanden die allerersten Herrschaftsgebiete. Als Ursache für diese Form der Verstädterung und dem Zentralen Leiten von Siedlungen ist die Metallnutzung zu sehen.

Um 2000 v. Chr. kam es für die Agrarwirtschaft zu einer klimatisch ungünstigen Lage. Weitere Geschehnisse aus dieser Zeit waren Zuwanderungen und aufgrund dessen ethnische Zersplitterungen im östlichen Gebiet Anatoliens. Nach dieser schwierigen Zeit stieg das Wachstum der Städte um ein Vielfaches.

In der Folgezeit wanderten sowohl Griechen als auch Perser ein, die Perser eroberten später Kleinasien. Trotz der unterschiedlichen Lebensweisen und darauf beruhenden Auseinandersetzungen zwischen den Griechen und Persern erwuchsen gerade aus den griechischen Städten Handels- und Kulturzentren. Mit Alexander dem Großen kam auch die häufige Kriegszeit nach Anatolien, die fortan das Gebiet prägte. Putsche bzw. Putschversuche und ethnische Konflikte zeichneten das politische Bild, ein Beispiel dafür sind die Versuche der Regierung, diese Konflikte seit 1920 zu negieren, indem man Kurden zu einer Art Sonderform der Türken machte. Um 1996 wurde damit begonnen, die Märkte zu öffnen, es kam zu einem sehr schnellen Wirtschaftswachstum. Ursächlich hierfür waren niedrige Löhne, das generelle Gefühl des Nachholbedarfs, die Modernisierung der Infrastruktur und auch des Systems der Organisation.

Auch heute noch befinden sich die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gesellschaftsstrukturen in stetiger Veränderung.