Norderney ist die zweitgrößte der Ostfriesischen Inseln und gehört größtenteils zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Sie liegt in der Deutschen Bucht zwischen der Ems- und der Wesermündung. Die Stadt Norderney umfasst die gesamte Insel. Die Geschichte der Insel reicht bis in das Jahr 12 vor Christus, sie wurde in Reiseberichten des griechischen Geografen Strabon erwähnt. Über die Besiedlung gibt es keine verlässlichen Quellen, angenommen wird die Zeit zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert. Das erste deutsche Nordseebad wurde am 3. Oktober 1797 offiziell eröffnet, denn schon damals hatten die Menschen die heilende Kraft des Meeres und der gesunden Seeluft erkannt. Viele Berühmtheiten aus der Geschichte weilten schon auf Norderney, dazu gehörten General Blücher, Walther Rathenau und Gustav Stresemann. Heinrich Heine verbrachte mehrere Urlaube auf der Insel und verfasste seinen Zyklus „Die Nordsee“, in dem er das Leben der Inselbewohner schilderte. Ihm zur Ehre wurde 1983 vor dem Haupteingang des Hauses der Insel das Heinrich-Heine-Denkmal errichtet.

Norderney bietet Unterkünfte aller Art: von Luxushotels über schnuckelige Pensionen bis hin zu Ferienwohnung ist für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas dabei. Bei der Buchung sollte man sich allerdings ranhalten, Hotels und Ferienwohnungen auf den ostfriesischen Inseln sind in der Regel schnell ausgebucht. Wer also überlegt, seine Ferien auf Norderney zu verbringen, tut gut daran, früh seine Unterkunft zu reservieren, denn ein Urlaub auf der Nordseeinsel ist bei jeder Altersgruppe sehr beliebt.

Rund 15 km feinster Sandstrand laden auf Norderney zum Badevergnügen ein. Sport und Unterhaltung stehen am Stadtstrand im Vordergrund. Familien mit Kindern schätzen den ruhigen Weststrand, der zum Buddeln und Planschen einlädt. Als chillig und trendy gilt der Oststrand mit seinem weißen Sand und den Dünen. FKK-Fans finden einen separaten Strandabschnitt mit Strandsauna vor. So findet auf Norderney jeder seinen Platz an der Sonne. Die Wassersportangebote reichen vom Segeln über Kajakfahren bis zum Windsurfen. Wer Abwechslung vom Strandleben sucht, kann bei Spaziergängen die Flora und Fauna der Insel erkunden. Auf den Sandbänken sind häufig Seehund zu sehen, das ist ein besonderes Erlebnis für große und kleine Gäste. Wer etwas über das Leben im Wattenmeer erfahren will, sollte an einer geführten Wattwanderung teilnehmen. Lohnenswert ist auch der Besuch des Nationalparkhauses, das mit seinen Ausstellungen viele Informationen bereithält.

Kulturfreunde finden in der Stadt Norderney einige historische Gebäude im wilhelminischen Stil. Von den mehr als 100 denkmalgeschützten Bauten gehören das ehemalige Postamt und der Wasserturm zu den markantesten. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Inselmühle Selden Rüst aus dem Jahre 1862. Der einstöckige Galerieholländer wurde bis 1962 als Kornwindmühle genutzt. Heute ist sie ein Bestandteil der Niedersächsischen Mühlenstraße. Neben den schönen Stränden und den Sehenswürdigkeiten sind es auch die vielen Veranstaltungen, die Besucher nach Norderney ziehen. Als attraktivste Events gelten das Internationale Filmfest Emden-Norderney, das White-Sands-Festival und der Beach-Soccer Junior Fun-Cup.