„The Big Apple“ ist ein weltweit bekannter Spitzname für New York City. Wo die Bezeichnung herkommt, ist bis heute nicht ganz geklärt; es wird angenommen, dass sie Anfang des 20. Jahrhunderts entstand. Heute ist mit „Big Apple“ in der Regel New York City insgesamt gemeint. Das muss allerdings nicht immer so gewesen sein. In den Dreißigerjahren war der Begriff besonders in der Jazzszene von Harlem populär und bezog sich möglicherweise vor allem auf diesen Teil von New York City.

Der „Big Apple“ hat seine Wurzeln wahrscheinlich in den Szenesprachen von Musik und Pferdesport. Es gibt ein Lied und einen Tanz mit diesem Namen, die beide in den Zwanzigerjahren beliebt waren. Als Bezeichnung für New York City wurde „Big Apple“ vermutlich durch den Sportjournalisten John J. Fitz Gerald bekannt gemacht, der damit die Pferderennen der Stadt beschrieb – sie stellten unter allen Früchten, die ein Sportler ernten konnte, die größte dar, den entscheidenden Erfolg, auf den alle hinarbeiteten. Auch in der Musik wurde der Ausdruck ähnlich verwendet: New York City war stets die Stadt, in die es alle Musiker zog, das Zentrum, in dem man erfolgreich sein musste, um Anerkennung zu finden.

Im Big Apple downtwon Manhattan lebte und lebt der Jazz Amerikas

Im Big Apple downtwon Manhattan lebte und lebt der Jazz Amerikas

Der „Big Apple“ war stets auch besonders mit der Kultur der Schwarzen in New York Cityverknüpft. Er steht für Kreativität, Urbanität und Lebensfreude, die sich auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen einen Weg bahnen. Auch sexuelle Freizügigkeit spielt eine Rolle – der „Big Apple“ ist die verbotene Frucht, die alles vereinigt, das die Legende der einzigartigen Weltstadt New York City noch immer ausmacht. Wer heute nach dem „Big Apple“ dieser Zeit sucht, findet ihn nach wie vor an den gleichen Orten. Die Legende des Jazz wird in Manhattan, speziell auch in Harlem, fortgeschrieben. Ein Besuch der dortigen Jazzclubs ist unabdingbar für jeden, das Großstadtfeeling der goldenen Zwanzigerjahre erleben möchte. Auch der Broadway und Downtown Manhattan haben sich trotz aller Modernisierungen den Charme der Zeit bewahrt. Der Teil von New York City, der heute den Aufbruch einer jungen urbanen Künstlergeneration am stärksten verkörpert, ist allerdings Brooklyn. Speziell in Williamsburg existiert eine lebendige Szene, die dem berüchtigten „Big Apple“ des letzten Jahrhunderts in nichts nachsteht.