Euphrat und Tigris sind zwei der wasserreichsten und längsten Flüsse Südwestasiens. Der Euphrat hat eine Länge von rund 2700 km und ist damit der längste Fluss Südwestasiens und der Türkei. Der Euphrat besitzt zwei Quellflüsse zum einen den Murat Nehri und zum anderen den Karasu, beide entspringen dem Bergland der östlichen Türkei, dem Taurusgebirge. Die beiden Quellflüsse vereinigen sich in der Nähe der Stadt Keban und bilden nach ihrer Vereinigung den Fluss Euphrat.

Dann fließt der Euphrat durch die Karakaya- Talsperre, den Atatürk-Stausee und die Euphrat-Staustufe Birecik. Der Euphrat fließt anschließend durch Syrien, durch den Assad-Stausee und den Irak in südöstlicher Richtung. Im Irak vereinigt sich der Euphrat mit dem Tigris zum Schatt al-Arab, dieser mündet im Persischen Golf. Der Tigris hat eine Länge von 1900 km und der Quellfluss des Tigris ist der Maden und gehört ebenso wie der Euphrat zu den längsten und wasserreichsten Südwestasiens. Der Fluss Maden entspringt südlich von Elazig und durchfließt den Gölcük-See. Dann fließt der Tigris an der Grenze zu Syrien entlang und anschließend durch den Irak, wo er sich mit dem Euprhat vereinigt.

Bedeutung der Flüsse Euphrat und Tigris für Mesopotamien und Vorderasien

Mesopotamien, auch Zweitstromland genannt, ist eine Kulturlandschaft in Vorderasien in dem die ältesten bekannten Hochkulturen angesiedelt waren. Z.B. die Kultur der Sumerer, die im 4. Jahrhundert vor Christus im unteren Mesopotamien angesiedelt waren. Mesopotamien wird durch die großen Flusssysteme des Euphrat und Tigris beeinflusst. Wissenschaftlich gesehen haben die Südosttürkei, der Irak, Nordostsyrien, Westiran und Nordostkuwait Anteil an der Region Mesopotamien. Bereits zu Zeiten der mesopotamischen Hochkulturen spielten die beiden Flüsse eine große Rolle bei der Wasserversorgung. Zudem waren der Euphrat und Tigris in antiker Zeit eine wichtige Verkehrsbindung.

Zur Bewässerung von Feldern für die Landwirtschaft und zur Energiegewinnung, wurden seit den 70-er Jahren mehrere Staudämme errichtet. Mit der damit verbundenen Kontrolle der Wasserzuführung durch die Türkei, nachdem Staudämme im oberen Flussabschnitt des Euphrat gebaut wurden, kam es zu wiederholten Auseinander-setzungen zwischen Syrien, dem Irak und der Türkei. In den vergangenen Jahren kam es zu einer vermehrten Wasserentnahme um die Bevölkerung mit Wasser zu versorgen, für die Landwirtschaft und dies hat nach Angaben der Vereinten Nationen zu Veränderungen im Tal des Euphrat geführt. Ca. 90% der Region sollen durch menschliche Entwicklungen geschädigt sein. Mittlerweile ist das Marschland von Mesopotamien das vor allem durch die Flüsse Euphrat und Tigris beeinflusst wird nahezu vollständig ausgetrocknet.