Mesopotamien ist die Bezeichnung für eine Landschaft in Vorderasien, welche durch die Flüsse Euphrat und Tigris begrenzt wird. Deswegen wird dieses Gebiet auch als Zweistromland bezeichnet. Kulturgeschichtlich ist Mesopotamien von sehr großer Bedeutung, da es eine der Regionen war, in welcher der Mensch erstmals in seiner Geschichte sesshaft wurde und begann Ackerbau zu betreiben. In Südmesopotamien entwickelte sich später die sumerische Kultur als erste Hochkultur in der Geschichte der Menschheit. Mesopotamien wird daher häufig als „Wiege der Zivilisation“ bezeichnet.

 

Geographische Lage Mesopotamiens

Mesopotamien liegt zwischen Euphrat und Tigris

Mesopotamien liegt zwischen Euphrat und Tigris

Das Wort Mesopotamien wurde aus dem griechischen méso potamos abgeleitet, welches übersetzt „zwischen den Flüssen“ heißt und auf Alexander den Großen zurückgeht. Die geographischen Grenzen Mesopotamiens sind das östliche Zagros- und Taurusgebirge, der Persische Golf und im Westen die syrisch-arabische Wüste. Die Quellgebiete der beiden großen Flüsse Euphrat und Tigris gehören geographisch schon nicht mehr zu Mesopotamien. Die heutigen Staaten Türkei, Syrien, Irak, Kuwait und Iran haben Anteil an Mesopotamien.

Geschichte Mesopotamiens

Schon im 11. Jahrtausend vor Christi Geburt wurde das Zweistromland in der Gegend um den mittleren Euphrat besiedelt. Zunächst lebten die Menschen in runden Häusern. Ab dem 9. Jahrtausend vor Christi zunehmend in eckigen Häusern mit mehreren Räumen. Auch das Töpferhandwerk hat im Land zwischen Euphrat und Tigris eine lange Geschichte. Die ältesten von den Archäologen gefundenen keramischen Objekte stammen aus dem 7. vorchristlichen Jahrtausend.

Auch die Töpferscheibe wurde in der Region zwischen Euphrat und Tigris erfunden, ebenso wie die Technik der Feldbewässerung und das Rad. Besonders für Mesopotamien ist auch die typische Keilschrift, welche aus einem System von Piktogrammen ab etwa 4000 vor Christi entwickelt wurde und ihren Höhepunkt zur Zeit der Sumerer erreichte. Diese Schrift ist die älteste der Menschheit und wurde mit Griffeln in Tontafeln geritzt. Seit etwa 4000 vor Christi gab es schon Städte in Mesopotamien. Stadtstaaten mit einer ausgeprägten Tempelwirtschaft waren typisch für die Hochkultur der Sumerer. Mesopotamien betrieb schon in frühgeschichtlicher Zeit ausgedehnten Fernhandel mit Handelswegen bis zum Industal und zur Ostsee.

Die heutige politische Lage

Krieg und Gewalt gab es immer in der Geschichte Mesopotamiens und auch heute ist das Land zwischen Euphrat und Tigris einer der größten Krisenherde der Welt. Der größte Teil Mesopotamiens gehört zum Staatsgebiet des Irak. Politische Instabilität und Kriege sind kennzeichnend für die jüngere Geschichte des Landes. Nach den Irak-Kriegen haben sich seit 2011 die US-Truppen zurückgezogen. Die Konflikte zwischen sunnitischen Arabern, schiitischen Arabern und Kurden bestehen aber weiter und sorgen immer wieder für Unruhen und Anschläge.