Freilich gibt es berühmtere Destinationen als Luxemburg oder wärmere, wo man sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen kann, aber Luxemburg ist keineswegs uninteressant. Das kleine Land ist eine wahre Sehenswürdigkeit, die es sich lohnt zu besuchen.

Luxemburg – ein Urlaubsland?

Das kleine Großherzogtum bietet ein reiches Programm für längere Aufenthalte, aber, da es doch sehr klein ist, eignet es sich bestens auch für eine kurze Verweildauer. Es handelt sich hier um das letzte Großherzogtum in Europa von ehemals neun Großherzogtümern, das seit dem Wiener Kongress besteht. Im Heiligen Römischen Reich war es eine Grafschaft und war auch unter dem Namen Lützeburg bekannt. Mit seiner Fläche von 2586 km² stellt es das zweitkleinste Land innerhalb der EU dar. Seine Landesgrenzen teilt es wie folgt:
  • auf einer Länge von 73 Kilometern im Süden mit Frankreich
  • im Westen auf 148 Kilometern mit Belgien
  • und im Osten mit 135 Kilometern mit Deutschland

Es ist seit Anbeginn im europäischen Wirtschaftsraum verankert, bildet mit Belgien und den Niederlanden die Beneluxstaaten und befindet sich weltweit von seiner wirtschaftlichen Potenz gesehen auf Rang 70. Innerhalb der Europäischen Union nimmt Luxemburg eine zentrale Rolle ein: Immer wieder steht es als Tagungsort des Rates der EU zur Verfügung, ist Sitz des Europäischen Gerichtshofes, des Europäischen Rechnungshofes, des Sekretariats des Europäischen Parlaments und der Europäischen Investitionsbank. Des Weiteren befindet sich die Dienststelle der Europäischen Kommission und der Europäischen Finanzierungsstabilität vor Ort.

Zahlt sich ein Kurztrip nach Luxemburg aus?

Auf jeden Fall zahlt sich ein Kurztrip nach Luxemburg aus. Steht auch nur ein Wochenende zur Verfügung, um den Kleinstaat zu erkunden, so ist dies machbar, da die Größe des Landes sehr überschaubar ist. Es ist möglich innerhalb kurzer Zeit einen Eindruck von dem adretten Ländchen beziehungsweise Städtchen zu bekommen und wenigstens ein bisschen in die Kultur und den Alltag einzutauchen, obwohl die Erfahrung eher touristischer Natur bleiben wird und es noch viel mehr zu sehen und zu erleben gäbe. Wenn der Wohnort nicht zu weit entfernt ist, eignet sich Luxemburg für einen netten und schönen Tagesausflug. Das Besondere an diesem kleinen Staat, was einem als Erstes ins Auge sticht, ist die Sauberkeit und Ordnung, die ein sehr gepflegtes Ambiente zeigen und ein Wohlgefühl erzeugen.

Das bietet Luxemburg seinen Besuchern

Luxemburg kann in folgende Regionen eingeteilt werden, die jede für sich ein breites Spektrum an Sehenswertem bietet:

  • Die Ardennen und die Naturparks
  • Das Mullerthal – auch kleine Luxemburger Schweiz
  • Das Moselgebiet
  • Das Land der roten Erde
  • Luxemburg, die Hauptstadt und Umgebung

Die Ardennen befinden sich im Norden des Landes und werden oft als „das Ösling“ bezeichnet. Hier liegen die bekannten Naturparks Our und Obersauer, die im Dienste des Erhaltens der reichhaltigen Natur stehen. Der Nationalpark Our grenzt an Deutschland und Belgien und versucht das intakte natürliche Gleichgewicht zu konservieren. Im Nationalpark Obersauer wechseln sich eng bewaldete Täler mit Hochebenen ab. Der See, der zur Wasserversorgung angelegt worden war, besticht mit der Idylle mitten im Wald. In den Ardennen kann man nicht nur die geschützte Natur genießen, sondern auch die regionalen Spezialitäten. Außerdem werden hier Kräuter, Tee, Getreide und Öle produziert, die von ausgezeichneter Qualität sind. Ein Besuch in den urigen Brauereien „Ourdaller Brauerei“ und „Den Heischter“ ist ein Pflichtprogramm. Es gibt zahlreiche Aktivitäten, zu denen das „Ösling “ einlädt:

  • Wandern
  • Wassersport
  • Nordic Walking
  • Radtouren
  • Picknick inmitten der puren Natur

Sehenswerte Ortschaften, die in den Ardennen liegen, sind:

  • Bourscheid
  • Diekirch
  • Esch-Sur-Sure
  • Munshausen
  • Clervaux
  • Ettelbruck
  • Wiltz 
  • Burg zu Vianden

Im Mullerthal, das auf Grund seiner bewaldeten Plateaus inmitten einer felsigen Landschaft an die Schweiz erinnert und deshalb auch als kleine Luxemburger Schweiz bezeichnet wird, liegt Echternach, das eine Römische Villa und das Kulturzentrum Trifolion als touristische Attraktionen bietet. Die ganze Gegend basiert auf Felsen aus Sandstein, wodurch sich die Landschaft derart geformt hat. Es werden auf der Mullerthal Trail 112 Kilometer Wanderwege durch Wiesen und Wälder mit herrlicher Aussicht geboten. Die Küche weist viele Schmankerln auf und es gibt Liköre, Honig und andere Spezialitäten, die zum Verzehr verführen.

Das Moselgebiet wird von der Mosel bestimmt, die auf 39 Kilometern Länge die Grenze zu Deutschland bildet und von wunderbaren Weinbergen, auf denen weiße Rebsorten, wie Riesling, Pinot Gris oder Auxerrois gedeihen, die zu Qualitätswein verarbeitet werden, beherrscht wird. Das Obst wird zu Säften, Likören und Schnäpsen verarbeitet und ist auch von hervorragender Qualität.
Die Weingegend punktet mit ihren Romantikhotels und vielen Festen. Orte, die im Moselgebiet liegen und sehr schön für Ausflüge sind, sind:

  • Ehnen
  • Grevenmacher
  • Mondorf-les-Bains
  • Remerschen
  • Remich.

In Schengen, wo die Abschaffung der Personenkontrollen an den gemeinsamen Grenzen entschieden wurde, zeugt noch heute das Europäische Museum von diesem Meilenstein in der Entwicklung der EU. Die Mosel und ihr malerisches Umland laden zum Schwimmen, Wasserski, Wandern, Nordic Walking und zu Fahrten mit dem Schiff ein.

Das Land der roten Erde, das auch „Terres Rouges“ oder Minett genannt wird, liegt im Süden und verdankt seinen Namen dem leuchtend roten Eisenerz, welches die Grundlage für die Stahlindustrie war, die hier von großer Bedeutung war. Das bezeugt zum Beispiel der Industrie- und Eisenbahnpark in Fond-de-Gras. Die Städte Dudelange, Differdange, Rumelange und Esch-sur-Alzette sind Einkaufsstädte, in denen Straßentheater, Konzerte und Musikfestivals Lebendigkeit versprühen. Hier wird auch Kindern ein unterhaltsames Programm geboten, so können diese im Parc Merveilleux de Bettembourg Affen, Papageien, Krokodile und Schlangen bestaunen. In Rumelange kann man in einer Eisenbahn fahren, die von einer Lok gezogen wird, die „Feuer spuckt“ und die Gänge und Stollen einer Mine erkunden.

Am bekanntesten ist die gleichnamige Hauptstadt Luxemburg, die mit ihrem Palais das Großherzogtum verkörpert, welches im Stil der flämischen Renaissance erbaut wurde. In den Sommermonaten lässt sich ein Blick auf die Inneneinrichtung der Gemächer werfen. Museen, Theater und Säle, die den unterschiedlichsten Veranstaltungen dienen, laden zum kulturellen Genuss in einer Stadt, die zu Recht als kulturelle Drehscheibe bezeichnet werden kann. Es vereinen sich zeitgenössische Architektur und Ruinen von Burgen und Schlössern zu lieblicher Harmonie. Die weitläufigen Parklandschaften und Gärten in ihrem satten Grün, die Shoppingstraßen, die gediegenen Restaurants mit raffinierten Speisen und die kulturelle Vielfalt machen jeden Aufenthalt zu einem Erlebnis.
Luxemburg heißt seine Besucher in seiner modernen, kosmopolitischen und pulsierenden Art und Weise willkommen.

 

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