Zwischen einem Reiseführer und einem literarischen Reisebegleiter besteht ein großer Unterschied. Der Reiseführer informiert objektiv über das Reiseziel. Er berichtet von seiner Geschichte, zählt besondere Sehenswürdigkeiten, touristisch interessante Orte und Plätze auf und gibt Hinweise, wie man sich als Tourist im fremden Land bewegen sollte. Ein literarischer Reisebegleiter ist subjektiv und spiegelt persönliche Gefühle und Erfahrungen des Schreibenden auf seiner Reise. Sie wollen über Land und Leute berichten, die Neugier und die Sehnsucht der Daheimgebliebenen wecken und gleichzeitig stillen, wollen belehren aber auch unterhalten. In Prosa und Lyrik werden Impressionen des Reisenden über das Reiseland, die Region geschildert und wer mit so einem Reisebegleiter unterwegs ist und sich darauf einlässt, der erlebt die Reise immer auch mit den Augen des jeweiligen Verfassers.

Berühmte Reisebücher der Geschichte

Die ersten Reisebücher wurden vermutlich schon in der Antike geschrieben. Es waren Skylax von Karyanda und Pitheas von Massilia, die über ihre Reisen und ihre Erlebnisse im Orient und im Nordwesten Europas berichteten. Auch im Mittelalter gab es berühmte Reisende, die in Büchern ihre Erlebnisse schilderten. Benjamin von Tudela, in Battuta, Johannes de Plano Carpini und natürlich Marco Polo gehören zu ihnen. Waren die frühen Reisebücher vor allem wissenschaftliche Berichte in denen Reiserouten, Entfernungen und politische Verhältnisse eine Rolle spielten, folgten später belletristische Reiseberichte, die die Schönheiten der Natur, die Empfindungen der Reisenden in den Vordergrund rückten. Denken wir nur an Goethes „Italienische Reise“ Seumes „Spaziergang nach Syracus“, Heines “ Harzreise“.

Moderne Reisebücher

Literarische Reisebegleiter sind auch heute noch sehr gefragt. Viele Menschen, die es in die Ferne zieht, haben außer dem Reiseführer auch ihr Lieblings-Reisebuch im Gepäck. Tatsächlich haben manche sogar erst durch die Lektüre eines solchen Buches Lust auf die Reise bekommen und wandeln nun auf den Spuren des Verfassers. Es gibt Reiseberichte bekannter Globetrotter wie zum Beispiel Roger Wilhelmsen, Gerd Ruge, Andreas Altmann und Berichte von Menschen, die einem Traum folgten und auf einer Reise besondere Erlebnisse hatten. Da ist Harpe Kerkeling, der sich auf den spanischen Jakobsweg machte oder Dennis Gastmann der auf dem „Gang nach Canossa“ die Alpen überquerte. Es gibt auch Extremreisende wie den Bergsteiger Reinhold Messmer, oder Achill Moser, der zu Fuß alle Wüsten der Welt bezwang, es gibt unzählige Auto,- Motorrad und Radreisen rund um den Globus. Außerdem gibt es aber auch viele Bücher, die einfach nur eine Geschichte erzählen, von einem fremden Ort, einer Liebe oder anderen großen Gefühlen. Und manchmal ist es sehr schön, dieser Geschichte am Ort ihres Geschehens nahe zu kommen, einfach nur so.