Lissabon ist die Hauptstadt Portugals und mit knapp 550.000 Einwohnern zugleich die größte Stadt des Landes. Dem Großraum Lissabon werden über drei Millionen Einwohner zugerechnet. Damit lebt etwa ein Viertel der Einwohner Portugals im Umland der Stadt. In der Landessprache Portugiesisch heißt die Stadt Lisboa. Ihre Einwohner nennen sich Lisboetas. Von den Römern als Handelshafen gegründet, hat Lissabon eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich, in der es teils glanzvolles Handelszentrum war, dann aber auch wieder von Erdbeben fast völlig zerstört wurde. Heute ist Lissabon eine ebenso bunte und quirlige Metropole wie die anderen Landeshauptstädte Europas mit reichem kulturellem Angebot und historischem Erbe.

Lage der Stadt

Lissabon liegt auf der Iberischen Halbinsel direkt an der Atlantikküste und damit im äußersten Südwesten Europas. Die Stadt zieht sich über einige Kilometer an der Mündung des Flusses Tejos entlang. Über Jahrhunderte blieb die Siedlung auf einen Streifen entlang des Flusses beschränkt. Erst seit dem 20. Jahrhundert dehnt sich Lissabon immer weiter landeinwärts aus.
Lissabon steigt stufenförmig über sieben größere und viele kleine Hügel an. Der höchste Punkt der Stadt liegt auf 226 m. Das Stadtbild ist geprägt von tiefen Taleinschnitten zwischen den Hügeln.
Unter dem Stadtgebiet stoßen die afrikanische und die eurasische Platte aufeinander. Tektonische Aktivitäten bis hin zu teils verheerenden Erdbeben sind die Folge.
In Lissabon kann sich der Besucher auf drei Ebenen bewegen:

  • Auf einem Boot zu Wasser
  • In den Gassen der Bairros
  • Oben auf den Anhöhen

Die Unterstadt Baixa ist sogar mit einem Aufzug mit der Oberstadt Chiado und Bairro Alto verbunden.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Die Aufteilung in reiche und arme Stadtviertel gab es in vorbürgerlichen Gesellschaften nicht. Im alten Stadtkern Lissabons hat sich dieses Nebeneinander von elenden Mietskasernen und prunkvollen Klöstern und Palästen erhalten. Die Durchmischung der sozialen Schichten zeigt sich schon bei Spaziergängen, erst recht aber bei einer Fahrt mit der gut frequentierten Straßenbahnlinie 28, führt sie doch an Palästen, Slums und Gefängnissen vorbei. Die Altstadt ist beeindruckt mit prächtigen Bauten aus dem 18. Jahrhundert, opulenten Fassaden mit den charakteristischen Kacheln (Azulejos) und engen, verwinkelten Gässchen. Ein morbider Charme umgibt viele Ecken, da die Bausubstanz zahlreicher Gebäude schlecht ist. Der Elevador de Santa Justa, ein Aufzug mitten in der Stadt, ist der besonderen Lage Lissabons entlang der sieben Hügel geschuldet. Die zwei mit Holz vertäfelten Kabinen befinden sich in einem 45 m hohen Stahlturm im reich verzierten, neugotischen Stil. Vom Dach des Lifts hat man einen imposanten Blick über die Stadt, den man am besten im Café der Aussichtsplattform genießt. Der im 16. Jahrhundert erbaute Torre de Belém, eines der Wahrzeichen der Stadt, und das Hieronymus-Kloster (Mosteiro dos Jerónimos) zählen seit 1983 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Zahlreiche Parks und Museen laden zum Verweilen ein, so zum Beispiel mit dem Parque das Nações das Ausstellungsgelände der Expo 98. Im Museu Nacional de Arte Antiga, dem Nationalmuseum für alte Kunst, sind schwerpunktmäßig Werke portugiesischer Künstler zu sehen, doch auch Gemälde von Albrecht Dürer, Hieronymus Bosch, Raffael und Hans Holbein dem Älteren befinden sich im Besitz des Museums. Bis in die Nacht hinein steht dem Besucher ein reichhaltiges kulturelles Angebot zur Verfügung. Herausragend ist die Live-Musik-Szene Lissabons, in der auch Nischensparten wie Heavy Metal, Rockabilly und andere ihren festen Platz haben. Bestimmend ist aber der Fado, eine traditionelle Musikart, die allabendlich in zahlreichen Kneipen und auf Plätzen dargeboten wird. Lissabon ist auf Grund der Vielfalt seiner Sehenswürdigkeiten und Angebote ein beliebtes Ziel für Wochenendreisen. In zwei, drei Tagen lassen sich die Highlights der Hafenstadt erkunden. Wer in den zahlreichen Museen und Parks mehr Zeit verbringen möchte, kann aber ohne weiteres eine ganze Urlaubswoche in Lissabon verbringen und immer noch jeden Tag Neues entdecken.

Beste Reisezeit für Lissabon

Das Klima in Lissabon wird bestimmt durch die Nähe zum Meer. Die Sommer sind nicht zu heiß, die Winter feucht und vergleichsweise milde. Temperaturen unter 0 °C und Schneefälle sind selten. Aufgrund ganzjährig milder Temperaturen wird es nie zu kalt für ausgiebiges Sightseeing-Touren. Die Wintermonate können aber recht neblig und verregnet sein. Die ideale Reisezeit für Lissabon liegt daher in den Monaten von April bis Oktober. Im Juli und August locken zwar 11-12 Sonnenstunden pro Tag, die Temperaturen können aber bis auf 40 °C ansteigen. Obwohl eine kühle Brise vom Meer für etwas Abkühlung sorgt, möchte nicht jeder Tourist bei diesen Temperaturen durch die turbulente Stadt laufen.

Kulinarische Spezialitäten

Die Küche Lissabons ist eher einfach, aber fein. Geprägt ist sie dank der Meeresnähe durch vielfältige Fisch- und Meeresfrüchtespeisen. Eine bekannte Spezialität Lissabons ist der Bacalhau, ein nach speziellem Verfahren hergestellter Stockfisch. Aber auch Fleisch, Gemüse, Kartoffeln und Reis werden gern verwendet. Ein gutes Menü beginnt mit den Petiscos, typisch portugiesischen kleinen Vorspeisen und SnacksEine tragende Rolle kommt dem Olivenöl zu. Die Lisboetas legen auf hohe Qualität ihres Öls ebenso viel Wert wie Griechen und Italiener. Und eine wichtige Rolle spielt natürlich der Feijão! Die Bohne findet sowohl Eingang in die beliebten Suppen und Eintöpfe als auch in Süß- und Nachspeisen. Gewürzt wird gern und viel mit Knoblauch und Koriander, bei Süßspeisen fehlt selten Zimt.

 

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