Die Oberbaumbrücke, eine Steinbrücke mit 7 Rundbögen, befindet sich in Berlin, im Stadtbezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Sie ist 150 Meter lang und 27,90 Meter breit. Sie verbindet den Stadtteil Friedrichshaim (im ehemaligen Ostteil der Stadt gelegen) mit dem Stadtteil Kreuzberg (ehemals Westberlin).

Die Oberbaumbrücke überquert die Spree. Die Oberbaumbrücke wurde im Jahre 1895 als Steinbrücke im neugotischen Stil anstelle der vorher vorhandenen Holzbrücke für etwa 2 Millionen Goldmark Baukosten errichtet. Bauträger war die Firma Siemans & Halske.

Die Besonderheiten der Brücke

Die beiden Türme der Oberbaumbrücke tragen als Wappen den Berliner Bären und den Brandenburgischen Adler.

Die beiden Türme der Oberbaumbrücke tragen als Wappen den Berliner Bären und den Brandenburgischen Adler.

Die Entwürfe stammten von Stadtbauinspektor Georg Pinkenburg und dem Architekten Otto Stahn. Das Besondere an der Konstruktion der Oberbaumbrücke war, dass die Gleise der U-Bahn hier auf der oberen Etage der Brücke im Tageslicht über die Spree führten, während unterhalb des U-Bahn-Viaduktes ein als mittelalterlicher Kreuzgang ausgeführter Fußgänger-Überweg über die Spree hinweg führte.

In der Mitte der Brücke waren zwei dekorative Türme ausgeführt, die an einen Turm der Stadtmauer von Prenzlau und an einen Turm des Stadttores von Kyritz erinnern sollten. Die Brücke sollte mit ihrem Mittelteil an die alte hölzerne Brücke erinnern, deren Mittelteil für den Schiffsverkehr auf der Spree aufgeklappt werden konnte. Die Spitzen der beiden Türme trugen den Berliner Bären und den Brandenburgischen Adler. Die Brücke wurde ferner mit den Wappen verschiedener märkischer Städte verziert. Im einzelnen waren dies die Wappen von Potsdam und Brandenburg, von Küstrin, Stendal, Prenzlau, Frankfurt an der Oder, Salzwedel und Ruppin.

Zerstörung und Wiederaufbau, Ort der jährlichen Gemüseschlacht

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Oberbaumbrücke beschädigt und auf Befehl Hitlers noch Ende April 1945 teilweise gesprengt. Während der Teilung der Stadt war die Brücke Grenzübergang zwischen den Stadtbezirken Friedrichshain im sowjetischen- und Kreuzberg im amerikanischen Sektor. Im Jahre 1948 war die Oberbaumbrücke der Ort eines tödlichen Grenzzwischenfalls. Nach der Wiedervereinigung wurde die Brücke im Jahre 1992 baulich saniert. Sie ist heute wieder Teil des Berliner U-Bahn- und Straßenverkehrs und ziert seit 1991 das neue Friedrichshainer Wappen. Seit dem Jahr 1998 findet auf der Brücke einmal im Jahr das Volksfest der Gemüseschlacht zwischen Friedrichshainern und Kreuzbergern statt.