Der Arbeitnehmer bleibt mit seinen Rechten und Pflichten auch im Urlaub ein Arbeitnehmer. Sein Entgelt wird unverändert weiterbezahlt, und nicht selten erhält er aufgrund seines Arbeitsvertrages ein zusätzliches Urlaubsgeld ausbezahlt. Eine seiner Pflichten ist die Meldepflicht, eine weitere die Nachweispflicht gegenüber seinem Arbeitgeber.

Das gilt für alle Situationen, die das vertragliche Miteinander beeinträchtigen. Dazu gehört die Arbeitsunfähigkeit, weil der Arbeitnehmer nicht dazu in der Lage ist, seine vertragliche Arbeitsleistung zu erbringen. Eine vergleichbare Situation liegt vor, wenn der Arbeitnehmer krank im Urlaub wird. Krank im Urlaub bedeutet, dass nach Beginn des genehmigten Erholungsurlaubes eine Arbeitsunfähigkeit eintritt, die ärztlich bestätigt wird.

Arbeitsunfähigkeit im In- und Ausland dasselbe

Die Verhaltensweise des Arbeitnehmers, wenn er krank im Urlaub wird, ist hier wie da dieselbe. Der einzige Unterschied ist die Landessprache beim Auslandsurlaub und die damit verbundenen Probleme der Übersetzung von Dokumenten.

Krank im Urlaub heißt für den Arbeitnehmer ganz automatisch, dass er mit seinem Arbeitgeber und seiner Krankenkasse kommunizieren muss. Er muss beide auf dem Laufenden halten, sie also über die jeweils aktuelle Situation informieren. Dabei sind die Inhalte recht unterschiedlich.

Um die Entgeltfortzahlung während der Erkrankung im Urlaub nicht zu gefährden, muss der Arbeitgeber unverzüglich über die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer informiert werden. Der juristische Begriff unverzüglich bedeutet „ohne schuldhaftes Verzögern“. Hier muss die schnellste Möglichkeit genutzt werden.

Heutzutage ist das eine E-Mail, alternativ das Telefax. Beim Aufenthalt im Ausland muss der Arbeitnehmer zusätzlich noch die Auslandsanschrift mitteilen, unter der er sich aufhält und erreichbar ist. Die Rechtsgrundlage dafür ist § 5 Absatz 2 des Entgeltfortzahlungsgesetzes. Alle damit verbundenen Kosten werden gegen Belegnachweis vom Arbeitgeber erstattet. Zeitgleich gilt dieselbe Informationspflicht auch gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse, der GKV.

Nachweispflicht ab drei Tagen krank im Urlaub

Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Tage, muss sie durch eine in- beziehungsweise ausländische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nachgewiesen werden. Dieser Nachweis sieht gegenüber dem Arbeitgeber anders aus als für die Krankenkasse.

Aus dem Nachweis muss zweifelsfrei hervorgehen, dass die diagnostizierte Erkrankung der Anlass und die Ursache für die Arbeitsunfähigkeit ist. Der Arbeitgeber erhält einen Nachweis über die Arbeitsunfähigkeit ohne nähere Angaben zur Diagnose, während die Krankenkasse über die medizinischen Details informiert wird.

Die Situation ist so, als wenn der Arbeitnehmer krank im Urlaub im Inland ist. Er schickt den „gelben Schein“ an seinen Arbeitgeber, während eine weitere, ausführlichere Kopie die Krankenkasse erhält. Dieser Nachweispflicht muss der Arbeitgeber sehr ernst nehmen.

Krank im Urlaub mit vollen Arbeitnehmeransprüchen

Sofern sich der Arbeitnehmer bei einer Erkrankung im Urlaub kooperativ verhält, ist er auf der sicheren Seite. Er muss alles richtig sowie vollständig machen und im Zweifelsfalle vor dem Arbeitsgericht nachweisen können. In einem Gerichtsverfahren werden ausschließlich nachweisbare Tatsachen berücksichtigt und verhandelt. Der Richter denkt und spricht nicht im Konjunktiv, sondern er hält sich an Fakten.

Für den umfangreichen Komplex krank im Urlaub gilt folgendes:

  • Meldepflicht
  • Nachweispflicht
  • Direkte Kommunikation mit Arbeitgeber und Krankenkasse
  • Bei Auslandsaufenthalt zusätzliche Information zur aktuellen Postanschrift
  • Kommunikatives und kooperatives Miteinander