Bergsteigen als Extremsport ist eine Belastung und Beanspruchung des Körpers bis zum körperlich Äußersten. Dabei geht es bei diesem Bergsteigen, um die Grenzerfahrung, die letztlich nur der Mystiker in der Versenkung in Heiligen Schriften. Eine Kombination der Grenzerfahrung in Körper und Geist findet sich fast in allen Religionen, aber mit extremen körperlichen Übungen fast nur in Indien im Hinduismus.

In die Berge gehen

Bei allen Extremsportarten geht es um einen gewissen Kick der Grenzerfahrung, der meist mit der Ausschüttung von Adrenalin zusammenhängt.

Bei allen Extremsportarten geht es um einen gewissen Kick der Grenzerfahrung, der meist mit der Ausschüttung von Adrenalin zusammenhängt.

Vor allem in den alpenländischen Regionen gehört es für Einheimische zum guten Ton einen Hausberg zu haben, der auf die eine oder andere Weise bezwungen wird. Abenteuerlichen Extrem-Bergsteigertouren mit melodramatischen Szenenabläufen kennt man aus den schwarz-weiß Filmen des Schweizers Louis Trenker. Besonders deutlich wird in den Filmen der 50er und 60er Jahren, dass der „Berg ruft!“, dass der Berg herrausfordert. Der Bergsteiger antwortet eben darauf und versucht sich der physischen und psychischen Herausforderung zu stellen. Denn das Ziel ist, den Berg bezwungen zu haben. Deshalb steigert sich der Bergsteiger, der das Bergsteigen als Extremsport betreiben will, auch logistisch und technisch von Mal zu Mal, so dass er auch eines Tages ausgewählte Extremstrecken beim Berggehen bewältigen kann. Deshalb ist das Risiko des Extremsportes Bergsteigen nicht unbedingt sofort für ihn im Blick. Immer wieder erlebt man in den Alpen das Anfänger nicht das richtige Equipment haben und deshalb umkehren müssen. Oder sich und andere auch in Gefahr bringen.

Die Höhe und Gefährlichkeit

Dabei kann es aber gerade der Reiz der Gefährlichkeit sein, auch beim Bergsteigen, sich der Gefahr auszusetzen. Deshalb wird der Bergsteiger sich selten alleine aufmachen. Extremes Bergsteigen ist bei vielen Geübten bis ins hohe Alter bekannt. So wie bei Louis Trenker und dem unlängst verstorbenen Reinhold Alt-Bischof Stecher von Innsbruck. Matterhorn oder Monte Blanc, Eiger Nordwand oder Bergsteigen wie Reinhold Messner im Himalaja Gebirge, die Motivationen dazu sind so unterschiedlich wie zahlreich. Für den einen ist es das Adrenalin und für den anderen sind es die Endorphine, die beim Bergsteigen eine Rolle spielen. Ein Draufgänger ist der Bergsteiger grundsätzlich nicht, sondern das Bergsteigen ist auch ein absolutes Training im Vertrauen auf den Co-Bergsteiger. Diese psychologische Erfahrung wird heute auch schon bei Vertrauensübungen in Klimbing-Wänden eingesetzt. Ein Klettersport entwickelt aus dem Berggehen, der vor allem in Hallen ausgeübt wird.

Grenzen ausloten und einen Achttausender besteigen

Dazu braucht es eine langjährige Erfahrung, Ausdauer, Zähigkeit, Top-Kondition und natürlich auch eine Top-Verfassung. Sonst sind dieser Kick und die absolute Grenzauslotung beim Bergsteigen auf einem Achttausender gar nicht zu bewältigen. Denn nichts ist für einen Bergsteiger so blamabel, als der Abbruch und die Umkehr. Deshalb gehört ein wichtiges Augenmerk den richtigen Bergtouren, die richtige Ausrüstung.