Wer zum ersten Mal nach Island reisen will den locken vor allem die dramatische Natur und die aktiven Vulkane auf die Insel im Nordatlantik. Ihre Entstehung vor 20 Millionen Jahren verdankt sie eben dieser vulkanischen Aktivität. Bis heute finden sich insgesamt etwa 130 Vulkane auf Island. Zwischen 20 und 30 davon sind noch aktiv. Entdeckt und besiedelt wurde Island etwa um 870 von den Wikingern, die aus dem 1000 Kilometer entfernten Norwegen gen Westen und so bis zum heutigen Island reisten.

Die isländische Kultur

Das kulinarische Erbe der Nordmänner prägt auch die isländische Küche, die viel mit skandinavischen Essgewohnheiten gemeinsam hat. Fisch, Fleisch, Kartoffeln und Getreide waren jahrhundertelang die Hauptnahrung auf der Insel. Zwar finden sich in den Städten heute alle gängigen Fast-Food-Ketten und internationale Restaurants, aber traditionelle nationale Gerichte stehen bei Isländern hoch im Kurs. Für Ausländer sind diese zum Teil gewöhnungsbedürftig, wie die kleine Auswahl zeigt:

  • svið – gesengter Lammkopf, in Salzwasser gekocht, gerne auch kalt gegessen
  • ymis surmatur – gekochte Widderhoden, mit Blut- und Leberwurst in Molke eingelegt
  • hákarl – monatelang eingegrabener und geräucherter Haifisch

Sicher werden Sie während einer Island Reise die Vokabel „brennivín“ in ihren Wortschatz aufnehmen. So heißt nämlich der hiesige Aquavit. Auf der isländischen Speisekarte stehen aber auch ausgezeichnete Fischgerichte, Rentier und würziger Lammbraten. Isländisches Bier schmeckt sehr gut aufgrund der hervorragenden Wasserqualität. Das liebste Getränk der Isländer ist allerdings Kaffee, der den ganzen Tag über getrunken wird. Gerne begleitet von Pfannkuchen, Schmalzgebäck oder opulenten Torten. In Island liebt man Süßes.

Durch Island reisen – im Land der Elfen und Vulkane

Mit dem Mietwagen durch Island reisen ist vielleicht die schönste Art, dieses kontrastreiche Land und seine unkomplizierten Bewohner richtig kennenzulernen. Wobei Sie nicht alle Bewohner mit eigenen Augen sehen werden! Manche gehören nämlich zum unsichtbaren „huldufðlk“, dem Volk der Elfen und Trolle. Nach dem Glauben vieler Islaänder leben diese in den Felsen und im Erdreich. Zwar gehören die Isländer mehrheitlich der evangelisch-lutherischen Kirche an – doch der alte Glaube an Naturgeister ist für viele Menschen so selbstverständlich, dass es für Interessierte sogar eine Elfenschule in der Hauptstadt gibt.

Die Hauptstadt

Mit etwas mehr als 120.000 Einwohnern ist Reykjavik die überschaubare Hauptstadt Islands, deren Namensgebung auf die weithin sichtbar dampfenden Quellen (Reykjavik = Rauchbucht) zurückgeführt wird. Beginnen Sie mit einem Bummel durch die engen Gassen der bunten Altstadt und stöbern Sie in den Geschäften nach isländischem Kunsthandwerk.
Die bekanntesten Wahrzeichen Reykjaviks sind:

  • Hallgrimskirkja – mit 76 Meter hohem Aussichts-Kirchturm
  • Perlan – ein eigenwilliges Glaskuppelgebäude mit Heißwasserspeichern für das Erdwärmekraftwerk Nesjavellir.

Der Besucher findet hier ebenfalls eine Aussichtsplattform mit lohnendem Weitblick über Reykjavik sowie ein Restaurant in der Kuppel. Reykjavik besitzt eine Reihe interessanter Museen von denen das Nationalmuseum mit bedeutenden Kunst- und Alltagsgegenständen einen Streifzug durch isländische Zeitgeschichte zeigt. Am Stadtrand lässt das Museumsdorf Arbær die Besucher der historischen Gebäude auf dem Weg der Fantasie in die Zeit des alten Island reisen. Das Sagamuseum im Perlan rekonstruiert die Zeitspanne von der Gründung Islands bis zur Reformation.
Das wohl ungewöhnlichste Museum Islands – und weltweit – dürfte das Phallusmuseum sein, in dem der interessierte Besucher an die 100 besagter Exemplare isländischer Säugetiere betrachten kann. Von der Hauptstadt Islands reisen Sie auf der Ringstrasse weiter Richtung Norden und sollten Sie während der Sommermonate durch Island reisen, ist die faszinierende Mitternachtssonne ihr Begleiter.

Der Norden – Schwefelquellen, Mückensee und Götterfall

Der Norden Islands ist geprägt von wechselnder Vegetation, gigantischen Wasserfällen und zahlreichen brodelnden Schwefelquellen, welche im Gebiet des Namafjall  den durchdringenden Schwefelgeruch verströmen. Wenn Sie auf der Ringstrasse rund um Island reisen sind die eindrucksvollsten Naturschauspiele nie weit entfernt. Wie der beeindruckende „Götterfall“, ein Wasserfall, der seinen Beinamen einem zum Christentum missionierten Häuptling verdankt. Dieser warf nämlich einstmals die Bilder seiner alten Götter in den tosenden Wasserfall Godafoss. Im Naturschutzgebiet Myvatn mit dem fischreichen Mückensee findet der Besucher interessante Lavagebilde und eine bemerkenswerte Vogelartenvielfalt. Die größte Stadt im Norden ist Akureyri mit ca. 15.000 Einwohnern und einem kleinen Hafen. Die ansprechende Fußgängerzone lädt zum Einkaufsbummel ein. Wer historisch interessiert ist dem sei der Besuch von Laufas ans Herz gelegt. Die restaurierten Gebäude dieses typisch isländischen Gehöftes aus dem 19. Jahrhundert beherbergen heute ein Museum. In Siglufjördur, einer Kleinstadt am Siglufjord, können Sie sich im Heringsmuseum in die Zeit der isländischen Heringsfischerei zurückversetzen lassen. Besuchen Sie das historische Holar mit barocker Sandsteinkirche und dem Torfhof, sowie in Varmahlid die Kirche im traditionellen Gras-Soden-Stil. Diese Bauweise mit Torfwänden und Grasdächern war jahrhundertelang charakteristisch für Island.
Der Ort Stykkisholmur dagegen glänzt mit einem modernen und aussergewöhnlichen Kirchengebäude im Stil eines Wikingerbootes.

Unterwegs im Osten – Gletscher, Flüsse und Wasserfälle

Hauptort im Osten Islands ist Seydisfjördur mit knapp 800 Einwohnern und einem sehenswerten Stadtbild aus dem 19. Jahrhundert. Viele Holzhäuser sind noch orginal erhalten.
Lohnende Ausflugsziele:

  • der 160 Meter tiefe Gletschersee Jökulsarlon und eine spektakuläre Amphibienbootsfahrt zwischen seinen Eisschollen
  • eine Wanderung zu den Basalt-Wasserfällen Litlanesfoss und Hengifoss. Als Ausgangspunkt nehmen Sie den Parkplatz am Fluss Lagarfljöt, mit 140 Kilometern Länge einer der größten Flüsse Islands

Südisland – Vulkane und Geysire

Entlang der Ostküste Islands reisen sie durch ein dünn besiedeltes Gebiet und finden im südöstlichen Hochland einen der aktivsten Vulkane der Insel, den Grimsvötn.
Machen Sie eine Wanderung im Nationalpark Skaftafell zum Wasserfall Svartifoss und genießen Sie den weiten Blick in die grandiose Gletscherlandschaft.
Höhepunkte im Süden:

  • die Vulkane Eyiafjallajökull und Vatnajökull
  • die dampfenden Fontainen des Geysir Strokkur
  • Tal-Gletscher Skaftafellsjökull und Öraefajökull

Einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands liegen in der westlichen Region rund um Reykholt und Reykjavik:

  • die Blaue Lagune – ein natürliches Thermalbad aus heißen Quellen
  • Nationalpark und alte Kultstätte Pingvellir ( Weltkulturerbe)
  • die Lavalandschaft der Kontinentalplatten bei Stora Sandvik
  • die Wasserfälle und Höhlen im Lavagebiet des Hraunfossar

Fazit

Die Kraft und Magie der spektakulären Natur bezaubert alle, die auf den Spuren der Wikinger durch Island reisen !

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