Der Oder-Spree-Kanal ist ein Schifffahrtskanal im Bundesland Brandenburg. Als Teilstrecke der Spree-Oder Wasserstraße verbindet er die Oder mit der Spree und ist der südlich verlaufende der zwei direkten Schifffahrtswege von der Oder nach Berlin. Die Gesamtlänge des Oder-Spree-Kanal beträgt 87 Kilometer, die Breite der Kanalsohle wird mit 14 Metern angegeben.

Der Oder-Spree-Kanal mündet bei Eisenhüttenstadt in die Oder

Der Oder-Spree-Kanal mündet bei Eisenhüttenstadt in die Oder

Bei niedrigstem Wasserstand beträgt die Tiefe 2 Meter, wobei der Wasserstand und die Höhenunterschiede der Gewässer durch mehrere Schleusen reguliert werden. Im Südosten von Berlin verbindet er zunächst die Dahme über den Seddiner See mit der Spree, bevor er in Eisenhüttenstadt respektive Fürstenberg in die Oder mündet.

Geschichte

Karl IV. wollte bereits 1373, nachdem er die Mark Brandenburg erworben hatte, einen Kanal von der Spree zur Oder bauen lassen. Fünf Jahre später verstarb der König und somit gerieten die Pläne in Vergessenheit. Es dauerte dreihundert Jahre bis es dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm gelang, gegen alle Widerstände den Kanalbau durchzusetzen. Der Kanal wurde nach ihm benannt und im Jahre 1668 feierlich eingeweiht. Zweihundert Jahre tat er seinen Dienst. Als in der Oberschlesischen Kohleregion die Industrialisierung einsetzte und damit immer mehr Waren von immer mehr Schiffen transportiert werden mussten, kam es zur hoffnungslosen Überlastung der Wasserstrasse. So beschloss die Preußische Regierung 1886 den Bau des Oder-Spree-Kanals und stellte 12,6 Millionen Reichsmark für das Projekt bereit. Im Jahre 1891 wurde der Oder-Spree Kanal dann feierlich eröffnet.

Wirtschaftliche Bedeutung

Sechs Jahre nach seiner Einweihung wurde der Oder-Spree-Kanal bereits schon wieder begradigt, verbreitert und vertieft. Die Schleusen wurden ebenfalls ausgebaut. Dadurch war der Oder-Spree Kanal jetzt für Schiffe bis zu 1000 Tonnen befahrbar. Seine Blütezeit erlebte der Oder-Spree Kanal zwischen den beiden Weltkriegen. Das hohe Verkehrsaufkommen verursachte lange Staus an den Schleusen.

Schiffer mussten bis zu einer Woche warten, was für die Ortschaften an den Schleusen einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Der zweite Weltkrieg hinterließ auch am Oder-Spree-Kanal seine Spuren. Zerstörte Brücken, Trümmer und versenkte Schiffe versperrten die Durchfahrt des Oder-Spree-Kanals. Im Jahr 1946 konnte die Schifffahrt wieder aufgenommen werden. Zu DDR Zeiten bildete der Oder-Spree-Kanal den einzigen Zugang nach Ostberlin ohne Durchfahrt Westberlins. Der Gütertransport brach nach der Wende fast vollständig zusammen.Heute dient der Oder-Spree Kanal zum großen Teil der Naherholung und dem Wassersport.