Eisenhüttenstadt ist eine ostdeutsche Stadt, direkt an der Grenze zu Polen. Sie befindet sich im Bundesland Brandenburg nördlich am Rande der Region Niederlausitz. Während Cottbus und ?ary die größten Städte der Region sind, nimmt Eisenhüttenstadt den dritten Platz ein.

Mit ihren ca. 30.390 Einwohner (Stand 2011) gehört sie zum Landkreis Oder-Spree und hatte bis 1993 einen eigenen Stadtkreis. Ihr Status bis heute lautet Große kreisangehörige Stadt. Die Gründung Eisenhüttenstadts erfolgte im Jahr 1961 als Fürstenberg an der Oder mit dem Ort Schönfließ und Stalinstadt zu Eisenhüttenstadt vereint wurde.

Bunte Mischung der DDR-Architektur:

Eisenhüttenstadt ist geprägt vom Baustil der DDR

Eisenhüttenstadt ist geprägt vom Baustil der DDR

Eisenhüttenstadt ist die jüngste Stadt Deutschlands. Als sogenannte Planstadt 1961 gegründet, beinhaltet sie architektonisch betrachtet alle Baustile der damaligen DDR, vom Zuckerbäckerstil bis hin zum Plattenbau. Viele der Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Diese am Reißbrett geplante Stadt ist heute das größte Flächendenkmal Europas.

Von Stalinstadt zu Eisenhüttenstadt

Sie hieß bis dahin aus Anlass des Todes von Stalin Stalinstadt und erhielt im Zuge der Entstalinisierung ihren neuen Namen, was für die Einwohner in der Region den politschen Wandel symbolisch unterstrich.

Historischer Überblick:

  • 1251 Gründung der Stadt Fürstenberg an der Oder
  • 1286 Bezeugung als Civitas und Zollstätte
  • 1635 nach dem Prager Frieden: Fürstenberg mit der Niederlausitz zum Kurfürstentum Sachsen
  • 1815 Fallen an Preußen
  • 1891 Beginn der industriellen Entwicklung
  • 1925 Bau des Oderhafens
  • 1950 Beschluss zum Bau des Eisenhüttenkombinats Ost und einer sozialistischen Wohnstadt
  • 1953 Umbenennung in Stalinstadt
  • 1955 Entstehung fünf weiterer Hochöfen
  • 1961 Gründung von Eisenhüttenstadt
  • 1986 Unterzeichnung der Städtepartnerschaft zwischen Saarlouis und Eisenhüttenstadt
  • 1988 Höchststand der Einwohnerzahl von über 53.000
  • 1990 nach Wiedervereinigung sinkt die Zahl der Einwohner auf 31.000

Sehenswürdigkeiten:

Eisenhüttenstadt ist eine Metallurgenstadt, die 50 Jahre Aufbau benötigte. In diesem Kontext gibt es den Hochofen Nr. 1 mit Möllerbunkern, Schrägaufzug, Koksabsiebung und Skipkübeln, Winderhitzeranlage sowie Schlacke- und Roheisenpfanne zu besichtigen. Sehenswert sind auch die Toranlagen des EKO-Stahlwerks mit seinem Werkseingang „Schönfließer Wache“ und der Gestaltung der Freiflächen am „Dreieck“ mit der Stele und Springbrunnenanlage. Für Geschichtsinteressierte lohnt sich ein Besuch des sowjetischen Ehrenfriedhofs.