Wer sich mit einem motorbetriebenen Boot und Passagieren auf öffentliche Schifffahrtsstraßen begibt, braucht bis auf wenige Ausnahmen einen Bootsführerschein. Ohne gültigen Bootsführerschein zu fahren, kann spätestens bei einer Kontrolle zu straf- und versicherungsrechtlichen Schwierigkeiten führen. Ein Bootsführerschein erlaubt das Führen von Motorbooten mit mehr als 5 PS. Wenn ein Führerscheininhaber an Bord ist und die Aufsicht übernimmt, darf auch eine Person ohne Schein fahren. Diese Person muss den Anweisungen des Führerscheininhabers Folge leisten und das Alter von 16 Jahren erreicht haben. Ein Bootsführerschein ist keine deutsche Erfindung. Auch in anderen europäischen Ländern benötigt man derartige Papiere.

Ein Bootsführerschein ist vor allem bei einem Unfall wichtig. Denn einem Schiffsführer nützt es meist wenig, sein Boot ordnungsgemäß versichert zu haben, wenn er ohne Berechtigung fährt. Der Versicherer kann in einem solchen Fall den Versicherungsschutz verweigern. Kommen Personen zu schaden, folgt auch noch ein Strafverfahren. Alle in Deutschland ausgegebenen Bootsführerscheine sind amtliche Führerscheine. Sie beinhalten das internationale Zertifikat der UN. Ein Erlangen von Bootsführer-scheinen kann für mehrere Arten erfolgen. Wer ein Sportboot fahren möchte, der braucht den Sportbootführerschein See, um auf oder am Meer ein Schiff zu führen. Dieser Bootsführerschein lässt sich auch online erwerben. Allerdings beinhaltet er keine praktische Ausbildung, wie sie ein Präsenzkurs bietet. Der Kurs wird in jedem Fall mit einer theoretischen und einer praktischen Prüfung beendet. Vom Ausbildungsbeginn bis zum Ablegen der Prüfung dauert es aufgrund der vorgegebenen Prüfungstermine vier Wochen, auch wenn die eigentliche Ausbildung in zwei Tagen abgeschlossen ist. Ist die Prüfung bestanden, besitzt man einen auf der ganzen Welt anerkannten Führerschein, der nicht zum Fahren auf Flüssen und Senn berechtigt. Weitere spezielle Führerscheine sind der Sportküstenschein (12 Seemeilen) Sportseeschifferschein (30 Seemeilen) oder Sporthochseeschifferschein. Diese braucht man dann, wenn man sich von der Küste, weiter als im Führerschein genannt, entfernt. Wer als Kapitän auf Binnengewässern unterwegs ist fährt, sollte einen amtlichen Bootsführerschein Binnen ablegen. Mit diesem Sportbootführerschein darf man Motor- und Segelboote auf Binnenschifffahrtsstraßen fahren. Die genehmigte Bootslänge ist auf 15 Meter begrenzt. Motorboote können ohne Bootsführerschein gefahren werden, wenn das Boot weniger als 5 PS hat. Bereits im Alter von 14 Jahren kann diese Prüfung fürs Segeln oder Surfen abgelegt werden.

Auf dem Rhein wird neben einem Bootsführerschein auch noch das Rheinpatent benötigt

Auf dem Rhein wird neben einem Bootsführerschein auch noch das Rheinpatent benötigt

Der Kapitän eines Motorbootes muss auf Binnengewässern ab 16 Jahre alt sein. Sportbootführerscheine können sowohl für die See als auch Binnengewässer abgelegt werden. Ist das zu steuernde Boot länger als 15 Meter, muss der Schiffsführer ein Sportschifferzeugnis besitzen. Bei Fahrten um und auf dem Rhein wird zusätzlich das sogenannte Rheinpatent (Sportschifferpatent für den Rhein) benötigt. Das Bodenseeschifferpatent und das Urlaubs-Schifferpatent sind weitere regionale bootsführerscheine. Für Kinder und Jugendliche ab dem Alter sieben Jahre gibt es den Segelschein (DSV-Jüngstensegelschein), dessen Gültigkeit mit dem Überschreiten des 17. Lebensjahres ausläuft. Ein einfacher Segelschein darf nicht mit einem amtlichen Bootsführerschein gleichgesetzt werden.