Fährt man von Göttingen aus Richtung Osten, vorbei an sanften Hügeln und kleinen Ortschaften, erreicht man nach rund 30 Kilometern Duderstadt. Am Rande Niedersachsens gelegen, ist diese mittelalterlich geprägte Stadt einer der größten Orte in der historischen Landschaft des Eichsfelds.

Mittelalterlicher Stadtkern

In Duderstadt im Eichsfeld gibt es Fachwerkbaukunst zu bewundern.

In Duderstadt im Eichsfeld gibt es Fachwerkbaukunst zu bewundern.

Ein Gang durch Duderstadt ist auch gleichzeitig eine kleine Zeitreise. Im Jahr 929 wurde die damalige Ortschaft zum ersten Mal urkundlich erwähnt. In der Hansezeit eine reiche Stadt, kann der Besucher die lange Stadtgeschichte heute an rund 600 prächtigen Bürgerhäusern erkennen. Viele davon stehen unter Denkmalschutz, dadurch bietet Duderstadt den seltenen Anblick eines nahezu erhaltenen mittelalterlichen Stadtbildes. Die Fassaden zeigen Fachwerkbaukunst aus verschiedenen Jahrhunderten. Geschützt wird der Stadtkern mit einer vor ca. 20 Jahren sanierten Stadtmauer und Wallanlagen. Der Westerturm, ein ehemaliges Stadttor, ist mit seiner verdrehten Spitze eines der Wahrzeichen der Stadt.

Imposante Kirchen

Wie in mittelalterlichen Städten üblich bestimmen die Kirchenbauten das Zentrum. In Duderstadt ist dies die um 1250 begonnene und rund 250 Jahre später fertiggestellte heutige Propsteikirche St. Cyriakus am Obernmarkt. Sie gehört zu den ältesten Gebäuden und beeindruckt mit zwei imposanten Türmen. Die ebenfalls in der Spätgotik erbaute Kirche St. Servatius bekam nach einem Brand in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts eine neue, interessante Turmspitze. Beide Kirchen wurden im Lauf ihrer Geschichte wechselnd mal der katholischen, mal der protestantischen Kirche zugesprochen.

Das schöne Rathaus

Das Rathaus Duderstadt steht unter Denkmalschutz und ist eines der ältesten und schönsten Rathäuser Deutschlands. Begonnen wurde 1302 mit einem Saalbau aus Sandstein. In den nächsten Jahrhunderten wurde das Gebäude um verschiedene Anbauten und Räume erweitert:

  • 1432 Anbau nach Süden
  • 1532 Fachwerk und drei Türme
  • 1674 barocke Freitreppe

Das Bauwerk wurde schon im Spätmittelalter als Kaufhaus genutzt, hatte aber auch einen Bürgersaal, eine Salzkammer und natürlich eine Folterkammer. Dies alles ist heute noch zu besichtigen. Das Rathaus ist geprägt von vier verschiedenen Stilepochen und vor allem der schönen Fachwerkfassade.

Duderstadt heute

Die kleine Stadt im Eichsfeld ist heute Teil der Deutschen Fachwerkstraße. In der mittelalterlichen Kernstadt und den sie umgebenden Ortsteilen leben rund 21 500 Einwohner. In der wirtschaftlich nicht einfachen Randlage Duderstadts bemüht sich die Sparkasse vor Ort besonders um die Förderung und Unterstützung örtlicher und regionaler Unternehmen.
Mit 350 Beschäftigten ist u. a. das Krankenhaus St. Martinii in Duderstadt einer der größten Arbeitgeber. Auch für die umliegenden Ortschaften im Landkreis Göttingen wird hier eine umfassende medizinische Versorgung geboten.
Ein interessantes wirtschaftliches Projekt ist die Umnutzung einer alten Industrieanlage am Rande der Innenstadt. Unter anderem ist auch ein Kino in die alte Feienfabrik eingezogen.
Die kleine Stadt mit viel Geschichte blickt in die Zukunft.