Deutsche stellen sich häufig Irland generell und speziell Dublin oftmals ein wenig zu altmodisch und romantisch und eher selten als modernes Industrieland mit sehr kosmopolitisch sowie stark international geprägter Kapitale vor. Die gängigen Klischees von stets Bier trinkenden und lauthals den ganzen Tag in Pubs zur Musik von Flöten, Geigen und Dudelsäcken singenden und tanzenden Rotschöpfen haben mit der aktuellen Realität auf der grünen Insel allenfalls anlässlich der allerdings tatsächlich sehr ausgelassenen irischen Feste und Feiertage etwas zu tun.

Die Hauptstadt der Iren vereint viele Kulturen, Epochen und Gegensätze

 
Zwar findet man in der irischen Hauptstadt noch immer die, in der kontinentalen Vorstellung als typisch irisch erachteten grauen Arbeiterviertel, grünen Parkanlagen und prächtigen georgianischen und viktorianischen Straßenzüge. Nichtsdestotrotz bestimmen seit einigen Jahrzehnten auch zahlreiche neu errichtete Gebäude und Glasfassaden das Gesicht Dublins. Es ist jedoch gerade das gleichzeitig kontrastreiche wie harmonische Zusammenspiel von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, welches die alte und stolze Stadt an der Mündung des Liffey in die Irische See so einzigartig, spannend und ungewöhnlich sowie vor allem für einen kürzeren oder längeren Besuch oder Urlaub empfehlenswert macht. Ein weiteres Vorurteil über Stadt und Land kann hier ebenfalls als solches entlarvt werden: Der angeblich täglich auftauchende kühle irische Dauerregen mag zwar im Westen am rauen Atlantik besonders im Herbst und Winter sein unangenehmes Unwesen treiben, Dublin jedoch besitzt ein erstaunlich mildes und je nach Jahreszeit schon fast maritimes Mikroklima mit folgenden durchschnittlichen Höchsttemperaturen:
  • 7,6 °C (Januar)
  • 18,9 °C (Juli)

Extreme wie Frost oder tropische Hitze sind hingegen so gut wie unbekannt, die lokale Niederschlagshäufigkeit ist mit derjenigen in London vergleichbar. Der meiste Regen fällt im August, am trockensten ist es im März und April, am sonnigsten im Mai und Juni mit etwa 6 Sonnenstunden pro Tag. Die beste Reisezeit liegt somit sicherlich zwischen März und Juli, doch auch zwischen Dezember und Februar muss man ziemlich sicher keinen Schnee fürchten.

Die Kult-Kapitale der Kelten: Vom umkämpften Wehrdorf zur modernen Metropole

Zeit ihres gut 2000-jährigen Bestehens, seit der Ersterwähnung als „Eblana Civitas“ durch den griechischen Gelehrten Ptolemäus im Jahr 140 nach Christus, hat die heute unumstrittene irische Hauptstadt mit ihren aktuell gut 527.000 Einwohnern viele Eroberer und Herrscher kommen und gehen gesehen. Bis zur ersten Jahrtausendwende siedelten und kämpften Kelten, Wikinger und Normannen wiederholt in bzw. um Dublin. Die Namen der Siedlung und letztlich von den Wikingern gegründeten Städte aus diesen frühen Epochen lauten:

  • Dyflin
  • An Duibhlinn

    Das umkämpfte Wikingerdorf ist heute eine blühende Metropole (Quelle: Bigstock-ID-50690093-by-Eugene Sergeev)

    Das umkämpfte Wikingerdorf ist heute eine blühende Metropole (Quelle: Bigstock-ID-50690093-by-Eugene Sergeev)

  • Áth Cliath

Die letztgenannte keltische Bezeichnung hat den offiziellen irischen Stadtnamen Dublins als „Baile Átha Cliath“ inspiriert. 988 feierte Dublin offiziell sein 1000-jähriges Stadtjubiläum, erst ab dem 12. Jahrhundert konnten die anglo-normannischen Invasoren nach Eroberungen großer Territorien im Süden und in der heutigen Provinz Leinster ihre politische Vormachtstellung dauerhaft etablieren. Bereits zu dieser Zeit wurden die bis weit in das 20. Jahrhundert andauernden und oft blutigen Konflikte zwischen den irischen und englischen Nachbarn begründet. Die Stadt wurde zu einer englischen Festung im irischen Meer, dessen Bevölkerung im 15. Jahrhundert aus dem Stadtgebiet vertrieben werden sollte, sich aber dennoch verstärkt in und um Dublin niederließ. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden die Stadt und ihre Einwohner durch die erste vollständige englische Eroberung der grünen Insel einigen Veränderungen unterworfen. Vor allem die religiösen Gegensätze zwischen zumeist englischen Protestanten und den mehrheitlich irischen Katholiken sorgten für anhaltende und tief greifende Spannungen. Zwischen 1541 und 1801 war Dublin die Hauptstadt der de facto englischen Kolonie des Königreichs Irland. Im Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland, welches bis 1927 bestehen sollte, wurde man von London aus regiert. In den Dekaden nach 1900 erlebte Dublin zahlreiche politische Ereignisse und Umbrüche. Der Generalstreik 1913, der Osteraufstand 1916 sowie der Unabhängigkeits- und Bürgerkrieg von 1919 bis 1923 sorgten für Zerstörungen, aber auch für die Gründung des ersehnten Freistaats Irland, der bis zur Ausrufung der Republik im Jahr 1937 bestehen sollte. Zwischen den 1950er und 1990er Jahren änderten sich Dublins architektonische Erscheinung und ethnische Bevölkerungsstruktur durch Neubauten und Einwanderung maßgeblich. Im Wirtschaftswunder zwischen 1995 und 2007 („Keltischer Tiger“) strömten Tausende von Immigranten nach Irland, der dortige Boom hat aber seit dem Ausbruch der Weltfinanzkrise 2008 deutlich nachgelassen und Dublin ist wieder etwas ruhiger geworden.

Das große Herz Irlands erreicht man gut, bequem und auf vielen Wegen

Obwohl die irische Hauptstadt das politische, ökonomische und kulturelle sowie geistige, soziale und emotionale, nicht jedoch das tatsächlich geografische Zentrum des Landes bildet, ist sie trotz der Randlage an der Ostküste doch auch der mit Abstand wichtigste Verkehrsknotenpunkt Irlands. Sämtliche wichtigen Nationalstraßen führen von hier aus in alle Landesteile, mit der Autobahn M50, die im Halbkreis westlich um Dublin herum verläuft, besitzt man auch die meist befahrene Straße auf der gesamten Insel. Weitere Autobahnen im erweiterten Stadtgebiet sind die M1 bis M4, die M6 bis M9 sowie die M11. Seit Jahren wird auf vielen der oft chronisch überlasteten Fernstrecken am Ausbau von zwei auf drei Spuren gebaut. Die beiden größten und wichtigsten Bahnhöfe Dublins sind die Stationen Heuston und Connolly, von dort verkehren sowohl die Nahverkehrszüge der Dubliner „Suburban Rail“ als auch der zu „DART“ abgekürzte „Dublin Area Rapid Transit“ u.a. nach Howth, Malahide und Greystones. Heuston verbindet die Hauptstadt mit dem Süden und Westen (Ballina, Cork, Ennis, Galway, Limerick, Tralee, Westport und Waterford), von Connolly aus fahren die Züge in Richtung Norden und Westen, etwa nach Sligo, Wexford und Belfast. Für den innerstädtischen Nahverkehr sind die insgesamt 54 Stationen der erst 2004 neu eröffneten Straßenbahn „Luas“ (gälisch für „Geschwindigkeit“) von Bedeutung. Der Ausbau und die Erweiterung der beiden bislang einzigen Linien „Green Line“ und „Red Line“ sollen in den nächsten Jahren wegen des großen Publikumszuspruchs forciert werden. Das städtische Busunternehmen Dublin Bus (Bus Átha Cliath) betreibt schon heute ein umfangreiches Netz aus 110 Tages- und 18 Nachtlinien. Noch gänzlich in der Planung befindet sich hingegen die einst so ehrgeizige Idee für eine komplett neue U-Bahn (Metro). Von den beiden Häfen der Hauptstadt Dún Laoghaire und Dublin Port verkehren regelmäßig Fähren und Passagierschiffe nach England, Wales und Schottland, besonders häufig nach Liverpool und Holyhead. Der Dubliner Flughafen (Aerfort Bhaile Átha Cliath) kann von über 150 Städten der Welt aus erreicht werden, das größte Luftkreuz Irlands belegt mit ca. 20 Millionen Fluggästen pro Jahr Rang 15 in Europa und ist die Heimatbasis der Fluggesellschaften Aer Lingus, Aer Arann, CityJet und Ryanair.

Welches Dublin soll es denn zum Anfang sein? Nostalgisch, funktional oder ländlich

Je nach gewähltem Verkehrsmittel und genauem Ankunftsort präsentiert sich die Stadt zunächst klassisch, modern oder futuristisch. Edel und nobel zeigt sich die im Jahr 1846 errichtete Heuston Railway Station mit verspielter Front samt großer Fenster und vieler Statuen in der St. John’s Road. 1844 wurde die Connolly Railway Station mit ihrem charakteristischen Turm in der heute von vielen neuen Geschäftsgebäuden geprägten Amiens Street erbaut. Gleich um die Ecke liegen die Einkaufsmeile Talbot Street, der ehemalige Rotlichtbezirk Monto und das Custom House (Sitz des irischen Umweltministeriums und der Dubliner Kommunalverwaltung). Eher nüchtern und industriell ist hingegen der Hafen Dublin Port beiderseits des Liffey in den Vierteln East Wall und North Wall. Von Weitem sieht man bereits das riesige Kraftwerk Poolbeg Generating Station. Der Fährhafen Dún Laoghaire gut 12 Kilometer südlich vom Stadtzentrum Dublins wirkt deutlich überschaubarer und altmodischer, besonders die dortige Seepromenade bietet fast schon ein Bilderbuch-Irland mit weißen Häusern an felsigem Strand. Erstaunlich modern trotz seines Alters erscheint der im Jahr 1940 erbaute und seither kontinuierlich ausgebaute Flughafen etwa 10 Kilometer nördlich des Stadtzentrums an der M1 nach Belfast in bzw. bei Swords und Collinstown im County Fingal. Seine direkte Umgebung ist jedoch eher unspektakulär, so ist Swords als Vorort der Kapitale vorwiegend eine rein funktionale Schlaf- und Satellitenstadt mit gut 40.000 Einwohnern. Vom und zum Flughafen verkehren diverse Buslinien sowie Taxis in gut 30 Minuten in die Dubliner City, mit dem Schnellbus „Aircoach“ gelangt man auch in die südlichen Viertel Leopardstown und Donnybrook sowie nach Cork, Greystones, Killiney und Limerick. Recht romantisch ist hingegen die normalerweise eher selten gewählte, aber dennoch gut mögliche Anreise über die beiden Kanäle Royal Canal und Grand Canal, die heute häufig für touristische Hausbootfahrten entlang des teils parallel laufenden Fernwanderwegs Royal Canal Way genutzt werden. Direkt am Royal Canal lässt sich beim Vorbeigleiten der Croke Park, das größte Stadion Irlands mit einem Fassungsvermögen von über 82.000 Zuschauern, bestaunen.

Hochkultur (nicht nur) für ältere Herrschaften: Literatur, Museen, Galerien, Theater

Ganz gemäß seiner architektonischen wie atmosphärischen Vielfalt und Vielseitigkeit hält Dublin im Grunde genommen für alle Altersgruppen von Urlaubern die richtige Mischung an Sehenswürdigkeiten, Freizeitmöglichkeiten und Unterhaltungsangeboten parat. Jung und Alt finden eine große Auswahl an interessanten und kurzweiligen VeranstaltungenKulturell kann die Stadt ohne Weiteres mühelos mit größeren Metropolen mithalten. Weltberühmt ist beispielsweise die irische Literatur. Exzentrische, aber einzigartige Autoren, Poeten und Schriftsteller wie zum Beispiel

  • George Bernard Shaw
  • William Butler Yeats
  • Samuel Beckett
  • Oscar Wilde
  • Jonathan Swift
  • Bram Stoker

und natürlich James Joyce, welcher der Stadt mit seinem Jahrhundertwerk „Ulysses“ ein Denkmal geschaffen hat, haben hier gelebt und gearbeitet, die Stadt treffend beschrieben und ihr Bild rund um den Globus mitgeprägt. Auch die Schriften von Brendan Behan, Maeve Binchy, Seán O’Casey und Roddy Doyle geben Auskunft über die Seele Dublins. Bücherwürmern sei deshalb ein Besuch der National Library of Ireland in der Kildare Street empfohlen, wo sich im 19. Jahrhundert einige der genannten Sprachkünstler haben inspirieren lassen. Weitere historische Bibliotheken sind:

  • Die Marsh’s Library nahe der St. Patrick-Kathedrale
  • Die Trinity College Library in der College Street
  • Die Chester Beatty Library auf dem Gelände des Stadtschlosses (Caisleán Bhaile Átha Cliath) mitten in der Altstadt (bekannt für ihre historischen arabischen und fernöstlichen Buchbestände

Ein Muss für Freunde des gedruckten Wortes ist ganz sicher auch das National Print Museum of Ireland, wo man die Replika einer Gutenbergbibel und ein Original der republikanischen Oster-Proklamation von 1916 besichtigen kann. Auch die Museen und Galerien Dublins müssen keinerlei internationalen Vergleich scheuen. Weltweit renommierte Institutionen wie das Irish Museum of Modern Art, die National Gallery, die Hugh Lane Municipal Gallery, die Douglas Hyde Gallery, das Project Arts Centre sowie die Royal Hibernian Academy beherbergen alte Meister vieler Jahrhunderte. Zeitgenössische Kunst verschiedenster Stile und Schulen wird etwa in der Green on Red Gallery, der Kerlin Gallery, der Kevin Kavangh Gallery und in Mother’s Tankstation ausgestellt. Fast vier Dutzend Theater mit regelmäßigen Aufführungen findet man darüber hinaus im gesamten Stadtgebiet Dublins – vom Drama bis zum Lustspiel wird alles geboten. Hervorzuheben sind das 1904 eröffnete irische Nationaltheater Abbey Theatre in der Lower Abbey Street, das 1928 gegründete Gate-Theater zwischen O’Connell Street und Garden of Remembrance, das auf Opern und Musicals spezialisierte Gaiety Theatre in der South King Street sowie die beiden neuen Häuser The Helix auf dem Universitätsgelände in Glasnevin (Northside) und das von Daniel Libeskind entworfene Bord Gáis Energy Theatre in der Grand Canal Dock Area.

Eine der jüngsten Städte Westeuropas macht gerne und oft die Nacht zum Tag

Etwa 50 Prozent der Bevölkerung Dublins sind unter 25 Jahren alt, diese jugendliche Lebensfreude kennzeichnet auch ganz deutlich das pulsierende Nachtleben der Stadt, die speziell in den Straßenzügen der Innenstadt unzählige Pubs, Bars, Klubs und Restaurants auch für ihre ausländischen Besucher auf der Suche nach Vergnügen bereithält. Hotspots im Zentrum sind vor allem:

  • St. Stephen’s Green
  • Grafton Street
  • Harcourt Street
  • Camden Street
  • Wexford Street
  • Leeson Street

Das Mekka aller Nachtschwärmer ist und bleibt aber das Gebiet Temple Bar am südlichen Flussufer zwischen Dame Street, Westmoreland Street und Fishamble Street. Hier treffen sich fast jeden Abend Junge und Junggebliebene aus aller Herren Länder, um ausgiebig sich selbst und miteinander zu feiern sowie um zu tanzen, zu trinken, und zu lachen. Superstars der Rock- und Popmusik wie etwa U2, Boomtown Rats, Ronan Keating, Thin Lizzy und Sinéad O’Connor haben in den vielen Musikkneipen vor Ort ihre Karrieren begonnen. Bis heute hört man besonders an den Wochenenden Livemusik an allen Ecken und Enden. Ein weiteres „Must-have-seen“ ist O’Donoghue’s Pub in der Merrion Row nahe St. Stephen’s Green ebenfalls im Süden der Stadt, in einem der berühmtesten Pubs der Stadt und ganz Irlands haben sich einst die stolzen Lokalpatrioten der Folkmusikgruppe The Dubliners gegründet, die die Liebe zu ihrer Heimat unverkennbar schon im Namen tragen. Weniger traditionsreich, dafür aber umso größer und regelmäßig Schauplatz großer Konzerte ist die im Jahr 2008 eröffnete Veranstaltungshalle 3Arena an der East Link Bridge und am North Wall Quay. 14.500 Zuschauer passen insgesamt in die an eine antike Arena erinnernde Halle. Hier wurden die Massen schon u.a. begeistert von:

  • AC/DC
  • Red Hot Chili Peppers
  • Coldplay
  • Tina Turner
  • Iron Maiden
  • Guns N’ Roses

Ein empfehlenswerter Termin für ein regelmäßig in Dublin stattfindendes Rockfestival ist übrigens das jedes Jahr im Mai von über 50.000 Besuchern gefeierte Heineken Green Energy im Park des Stadtschlosses. Bereits seit 1996 wird hier die irische Festivalsaison eröffnet, so bekannte Künstler wie Nick Cave and the Bad Seeds, Lou Reed, Brian Ferry, Iggy Pop, The Streets, Beck, Stereophonics, Buena Vista Social Club, The White Stripes, The Cranberries und Ash waren in der Vergangenheit schon auf den diversen Bühnen zu Gast.

Prall gefüllter Festivalkalender das ganze Jahr über für den Kurz- oder Wochentrip

Zahlreich weitere regelmäßige Festivals verteilen sich meist über die Wochenenden des gesamten Jahres, sodass man sowohl einen 3-Tages-Trip, aber auch einen zweiwöchigen Aufenthalt bestens mit dem Besuch von einer oder gleich mehreren Veranstaltungen verknüpfen kann:

  • Den Auftakt macht jedes Jahr im Februar das International Film Festival.
  • Danach folgt das kulinarische Festival Dine in Dublin.
  • Mit der St Patrick’s Day Parade samt ihrer unzähligen begleitenden Feste und Konzerte steigt Mitte März das wohl größte und auch von Touristen meistbesuchte Festival.
  • Viel getanzt wird natürlich auch während des International Dance Festival Ireland Ende April Anfang Mai.
  • Bedeutend ruhiger verläuft das Dublin Writers Festival mit vielen Lesungen und Buchpräsentationen im Juni.
  • Ganz dem Meer gewidmet ist das Docklands Maritime Festival an den Liffey Quays (Docklands) im selben Monat.
  • Das Circus Festival in Temple Bar wird Mitte Juli zelebriert.
  • Die Dublin Horse Show an der Anglesea Road (Ballsbridge) Anfang August.
  • Ende August feiern Einheimische mit Besuchern aus aller Welt das multikulturelle Festival of World Cultures.
  • Das Electric Picnic auf Stradbally Estate (County Laois) Ende August Anfang September ist ein Rockfestival mit zusätzlicher Comedy-Bühne und vielen Kunstinstallationen. Ein großer Spaß mit vielen Teilnehmern und Zuschauern zur gleichen Zeit ist der nicht ganz ernst genommene Schwimmwettbewerb Liffey Swim, bei dem schon seit 1920 die zwei Kilometer von der Rory O’More Bridge bei der Guinnessbrauerei bis zur Kommunalverwaltung Custom House zurückgelegt werden müssen. Jedes Jahr wagen etwa 400 Kaltwasserenthusiasten den Sprung in den Fluss.
  • Ebenfalls sportlich geht es bei den All-Ireland Hurling & Football Finals im Croke Park Anfang September zu.
  • Ende September ist das Fingal Film Festival eine bewährte Adresse für neues, junges und innovatives Kino. Das Dublin Theatre Festival findet meist über zwei Wochen statt und ist somit ein schöner Anlass für einen etwas längeren Aufenthalt.
  • Pünktlich am 31. Oktober steigt rund um die Suffolk Street und das Trinity College das Samhain Festival (Halloween).
  • Am St. Stephen’s Day nach Weihnachten (Boxing Day) öffnen wieder die Geschäfte und in den Pubs wird mit Familie und Freunden abends ordentlich gefeiert und getrunken. Auf der Rennstrecke Leopardstown Racecourse beginnt außerdem das Christmas Racing Festival.

Brücken, Denkmäler, Wahrzeichen, Legenden: Architektur und Spaziergänge

Die Ha`Penny Bridge ist eins der beliebtesten Fotomotive (Quelle: Bigstock-ID-75753613-by-Madrugada Verde)

Die Ha`Penny Bridge ist eins der beliebtesten Fotomotive (Quelle: Bigstock-ID-75753613-by-Madrugada Verde)

Natürlich kann man Dublins Viertel, Straßen, Plätze und Gassen auch zeitlich unabhängig von Festen und Festivals hervorragend auf eigene Faust oder mit detailliert informierten Fremdenführern kennenlernen. Die Wege zu den architektonischen Attraktionen aus diversen Jahrzehnten und Jahrhunderten speziell im Zentrum sind allesamt recht kurz, das Stadtgebiet ist auch recht flach, steile Steigungen sind eher die absolute Ausnahme. Häufig besucht wird etwa das Trinity College, wo mit dem fast 3000 Jahre alten Book of Kells ein wertvolles handschriftliches Manuskript irischer Mönche ausgestellt wird – ein populäres Fotomotiv ist auch die Eisenbrücke Ha’penny Bridge über den Liffey von 1819. Deutlich neueren Datums sind die drei nach irischen Schriftstellern benannten Brücken Sean O’Casey Bridge, Samuel Beckett Bridge und James Joyce Bridge, die erst zwischen 2003 und 2009 erbaut wurden. Zur gleichen Zeit entstand auch die 123 Meter hohe Edelstahlnadel in der O’Connell Street The Spire („Die Spitze“) als neues Wahrzeichen von Dublin. Die offizielle Bezeichnung Monument of Light („Denkmal des Lichts“) soll an die an dieser Stelle im Jahr 1966 bei einem Terroranschlag gesprengte Nelson’s Pillar (Nelson-Säule) erinnern.

Weitere Attraktionen und Shopping-Erlebnisse

Sitz des Parlaments der irischen Republik ist seit 1922 Leinster House (Teach Laighean) in der Kildare Street, die Einkaufsstraße kreuzt auch die Grafton Street, Dawson Street und Molesworth Street, wo sich ebenfalls zahlreiche Geschäfte, Boutiquen und Einkaufszentren befinden. Majestätisch wirken die zwischen 1904 und 1922 erbauten Government Buildings in der Merrion Street, wo der Premierminister und der Generalstaatsanwalt residieren und die Ratskammer untergebracht ist. Sehr typisch für die Stadt sind ihre zahlreichen Statuen und Denkmäler, zu den Bekanntesten gehört die bronzene Abbildung der Figur Anna Livia aus James Joyce’s Buch Finnegans Wake im Croppies Memorial Park sowie das Denkmal für Molly Malone in der Grafton Street. Der legendären Person aus der Stadtgeschichte, welche als junge und schöne Fischhändlerin angeblich vom Fieber dahin gerafft wurde, ist auch die berühmte irische Ballade Cockles and Mussels („Herz- und Miesmuscheln“) gewidmet, welche als inoffizielle Hymne Dublins gilt. Weitere häufig besuchte und fotografierte Denkmäler sind jenes für James Larkin, Anführer des Generalstreiks von 1913, und das für Phil Lynott, den 1986 unerwartet und plötzlich jung verstorbenen einstigen irischen Sänger der Rockband Thin Lizzy in der Harry Street.

Die grünen Lungen Dublins: Parks und tolle Ausflugsmöglichkeiten im Umland

Dublin bietet seinen Einwohnern und Touristen  viele schöne Parkanlagen (Quelle: Bigstock-ID-72145708-by-Aitormmfoto)

Dublin bietet seinen Einwohnern und Touristen viele schöne Parkanlagen (Quelle: Bigstock-ID-72145708-by-Aitormmfoto)

Dublin besitzt mehr Grünflächen pro Ouadratkilometer als jede andere europäische Hauptstadt. 97 % der Stadtbewohner leben lediglich 300 Meter vom nächsten Park entfernt. Fast 3 Hektar Grün stehen pro 1000 Einwohner zur Verfügung, es gibt auch über 250 Kinderspielplätze. Jedes Jahr werden von der Stadtverwaltung ca. 5000 Bäume in den insgesamt 1500 Hektar Parkanlagen gepflanzt. Zu den Parks im Zentrum zählen der Phoenix Park mit dem Dubliner Zoo und der Residenz des irischen Staatspräsidenten (Áras an Uachtaráin), der Herbert Park mit dem großen Karpfenzuchtbecken und St. Stephen’s Green direkt an den wichtigsten Einkaufsmeilen rund um die Grafton Street. Saint Anne’s Park liegt zwischen den Vierteln Raheny und Clontarf im Norden Dublins, der zweitgrößte Park der Stadt geht auf eine Spende der Familie Guinness zurück. Der größte Park Dublins ist die Insel Bull Island in der Bucht vor Clontarf, Raheny, Kilbarrack und Sutton, der dortige Strand Dollymount wird von Badegästen, Hundehaltern, Fahrschülern und Windsurfern gleichermaßen gerne genutzt. Besinnlich geht es hingegen auf dem irischen Nationalfriedhof Glasnevin Cemetery im gleichnamigen Stadtviertel zu, der mit 50 Hektar Fläche größte Friedhof des Landes ist die letzte Ruhestätte zahlreicher Berühmtheiten aus Kunst, Kultur und Politik. Auch die weiteren Inseln in der Dublin Bay bieten sich als schöne Ausflugsziele an, so etwa Dalkey Island als populäres Angel- und Surfrevier, wohin sich manchmal sogar Delfine verirren und unvermittelt vor den Surfbrettern auftauchen. Im Sommer verkehren auch regelmäßig Fähren zur unbewohnten Insel Ireland’s Eye, dort kann man Ruinen alter Wehrtürme besichtigen oder einfach nur ein wenig in der Sonne entspannen. Taucher wiederum schätzen die Gewässer rund um Lambay Island, Rockabill ist ein Vogelschutzgebiet mit einem großen Leuchtturm und auf Shenick Island kann man einen weiteren der für die Region typischen Wehrtürme (Martello Towers) besichtigen.

 

Bildquellen:
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