1. Schottland: Hunde nur mit Mikrochip

Schottland gilt als das Land der Mythen und Legenden. Das Monster von Loch Ness, uralte Steinkreise und die Liebe zu Whiskey und Dudelsäcken sind nur einige der unzähligen Eigenheiten Schottlands. Auch bei den Einreisebestimmungen hat das Land die ein oder andere skurrile Vorschrift zu bieten.

Das Land der Schafe

Tiere dürfen nicht einfach so nach Schottland einreisen (Bildquelle: © pure.passion.photo - Fotolia.com)

Tiere dürfen nicht einfach so nach Schottland einreisen (Bildquelle: © pure.passion.photo – Fotolia.com)

Schottland gehört zwar zu Großbritannien, gilt aber als eigenständiges Land. Das liegt nicht zuletzt an seiner Kultur und Geschichte, die bis 4000 v. Chr. zurückgeht und seitdem viele Eigenheiten entwickelt hat, die Ausländern oftmals als seltsam anmuten. Das Tragen eines Kilts etwa oder der ausgedehnte Whiskey-Genuss der Schotten. Auch die unzähligen Schafe, die sich auf den Weiden frei bewegen, werden unweigerlich mit dem Land verbunden. Sie sind auch einer der Gründe für die strengen Einreisebestimmungen für Hunde und Katzen.

Einreise mit den Haustieren

Die Einreise nach Schottland ist grundsätzlich kein Problem. Neben Personalausweis, Reisepass und gültigem Visum werden keine weitere Dokumente benötigt. Anders sieht das jedoch aus, wenn man mit Tieren reist und diese mitnehmen möchte. Dann werden zahlreiche Bescheinigungen und Impfungen benötigt, die oft eine Menge Aufwand bedeuten. Neben einem gültigen Titertest, welcher nachweist, dass das Tier Tollwutantikörper aufgebaut hat, wird auch eine Bescheinigung benötigt, welche bestätigt, dass eine Zecken- und Bandwurmprophylaxe durchgeführt wurde. Diese muss zwischen 24 und 48 Stunden vor der Einreise durchgeführt werden, was noch einmal für zusätzlichen Stress sorgen dürfte.

Es darf aber nicht jede Rasse schottischen Grund betreten

Manche Hunderassen dürfen jedoch auch nicht einreisen, wenn die Impfungen vorliegen. Dabei handelt es sich um Dogo Argentino, Fila Brasileiro, Japanese Tosas und den Pit Bull Terrier. Es sind also hauptsächlich Hunde, die als gefährlich gelten. Geregelt wird das in Großbritannien im so genannten „Dangerous Dogs Act“. Die Einreisebestimmungen für Hunde, Katzen und andere Tiere sind also streng und bedeuten nicht nur für den Mensch sondern auch für das Tier eine Menge Stress. Früher waren die Bestimmungen jedoch noch weit strikter. Bis zum Jahr 2000 musste jedes Tier, dass nach Großbritannien eingeflogen wurde, zuerst für ein halbes Jahr in Quarantäne.

2. Ukraine: Einfuhr von Gütern

Die Ukraine ist eigentlich ein Land mit einer bunten Kultur. Holzschnitzarbeiten, bestickte Tücher, welche auch Rusnykys genannt werden und bemalte Eier sind Teil der ukrainischen Volkskunst und Teil der nationalen Tradition. In den letzten Wochen und Monaten wurden diese Aspekte jedoch von den Konflikten im Krim verdrängt. Auch die Einreisebestimmungen wurden im Zuge der anhaltenden Auseinandersetzungen verschärft.

Die Tradition der Ukraine

Auch die Ukraine hat strikte Einreisebestimmungen (Bildquelle: © Anton Gvozdikov - Fotolia.com)

Auch die Ukraine hat strikte Einreisebestimmungen (Bildquelle: © Anton Gvozdikov – Fotolia.com)

Ukraine liegt in Osteuropa und wird aktuell vor allem mit den Konflikten im Krim verbunden. Das Land der Gegensätze, wie es auch genannt wird, hat davon ab jedoch eine ausgeprägte Kultur, die  erst in den letzten Jahren zu ihren Wurzeln zurückkehrte, nachdem die traditionelle Kunst während der Zeit der Sowjetunion unterdrückt wurde. Heute sind es vor allem die Freilichtmuseen bei Pyrohiv und Lviv, die Besuchern die Traditionen der verschiedenen Volksgruppen näher bringen. Die aktuelle Lage in der Ukraine verdrängt diese Kultur und erschwert Ausländern die Einreise durch neue Regelungen. Einige Einreisebestimmungen gelten jedoch schon seit einigen Jahren.

Deklarierungspflicht für Bargeld und Güter

Nicht erst seit der Krim-Krise gehören die Einreisebestimmungen des ukrainischen Zolls zu den Strengsten in Europa. So müssen bei der Einreise sämtliche Gepäckstücke ordnungsgemäß deklariert werden. Andernfalls können diese vom ukrainischen Zoll beschlagnahmt werden. Auch werden nicht selten Geldbeträge und einzelne Gepäckstücke beschlagnahmt, wenn lediglich der Verdacht besteht, dass diese nicht den Zollbestimmungen entsprechen. Reisende sollten in einem solchen Fall unbedingt eine schriftliche Quittierung verlangen, da die Beschlagnahmung nicht immer rechtens ist. Wie in den meisten Ländern ist auch bei einer Reise in die Ukraine die erlaubte Bargeldmenge begrenzt. Juristische Personen haben jedoch die Möglichkeit, eine unbegrenzte Geldsumme einzuführen, wobei höhere Beträge in jedem Fall angemeldet werden müssen.

3. St. Kitts und Nevis: Schutz vor Piraterie

St. Kitts und Nevis gehört zu den kleinsten Staaten der Welt. Die Inselgruppe in der Karibik ist für ihre weißen Strände und das kristallblaue Wasser bekannt und lockt jährlich unzählige Touristen und Tauchurlauber an. Diesen Umstand machen sich jedoch auch Piraten zunutze, was für strikte Einreisebestimmungen gesorgt hat.

Moderne Piraterie in St. Kitts und Nevis

Nach St.Kitts & Nevis dürfen keine Piraten einreisen (Bilsquelle: © XtravaganT - Fotolia.com)

Nach St.Kitts & Nevis dürfen keine Piraten einreisen (Bilsquelle: © XtravaganT – Fotolia.com)

Besonders Segler sollten in den Gewässern vor St. Kitts und Nevis umsichtig sein. Immer wieder kommt es zu Raubüberfällen auf ankernde Schiffe und auch kleinere Tauchboote, die sich in Küstennähe befinden, sind vor den Piraten nicht sicher. Diese Überfälle sind mit ein Grund für eine seltsam anmutendes Einreisebestimmung, die besagt, dass weder militärische Tarnkleidung noch zivile Tarnklamotten eingeführt werden dürfen. So soll verhindert werden, dass die modernen Piraten sich als Teil der Armee ausgeben, um Schiffe zu entern. Auch die Einfuhr von Waffen ist strenger als in vielen anderen Ländern. So wird selbst für Taucher- und Bootssignalpistolen eine besondere Einfuhrgenehmigung benötigt.

Schutz vor Infektionskrankheiten

Wie in vielen anderen tropischen Gebieten sind auch in St. Kitts und Nevis diverse Infektionskrankheiten verbreitet. Bei der Einreise werden deshalb verschiedene Impf-Bescheinigungen benötigt. Speziell Impfungen gegen Hepatitis A, Hepatitis B und Typhus sollten vorliegen. Zwingend notwendig sind die entsprechenden Impfungen zwar nur, wenn die Einreise aus gelbfieberendemischen Gebieten stattfindet, ein ausreichender Impfschutz wird jedoch vorausgesetzt. Eine weitere Bedingung, die speziell bei der Einreise in karibische und afrikanische Staaten recht häufig besteht, ist der Besitz eines Weiter- oder Rückflugtickets. So soll verhindert werden, dass Reisende länger als erlaubt in dem entsprechenden Land verweilen. Bei einer Reise nach St. Kitts und Nevis beträgt die maximale Aufenthaltsdauer 90 Tage pro Halbjahr. Danach wird ein Visum benötigt. Speziell bei der Reise nach St. Kitts und Nevis unterscheiden sich die Anforderungen der einzelnen Fluggesellschaften an die mitzuführenden Dokumente sehr. Plant man eine Reise in den tropischen Inselstaat, empfiehlt es sich deshalb, sich bei der jeweiligen Fluggesellschaft zu erkundigen.

4. Indien: Satellitentelefone verboten

Indien ist ein Land der Kontraste. An kaum einem anderen Ort auf der Welt liegen Elend und Luxus so nahe beieinander wie in dem südasiatischen Staat. Dementsprechend hoch ist auch dasKonfliktpotential, weshalb bereits bei der Einreise sehr strenge Vorschriften gelten.

Einreisen mit Satellitentelefon sind in Indien verboten (Bildquelle: © Fiedels - Fotolia.com)

Einreisen mit Satellitentelefon sind in Indien verboten (Bildquelle: © Fiedels – Fotolia.com)

Einreise nur in bestimmte Regionen

Die Einreise nach Indien gestaltet sich insbesondere aufgrund der Terroranschläge in der Vergangenheit und politischer Spannungen als schwierig. In den nordöstlichen Bundesstaaten Pradesh, Assam, Nagaland, Manipur und einigen weiteren sind zudem militante Gruppierungen aktiv, weshalb die Einreise nur mit einer Sondergenehmigung möglich ist. Diese muss mehrere Monate im Voraus beantragt werden und auch dann besteht keine Garantie, dass die Einreise gewährt wird. Die Inselgruppe der Nicobaren ist für Touristen generell nicht zugänglich. Bei der Einreise wird zudem von einem Besuch der Bundesstaaten Bihar, Chattisgarh und Jharkhand abgeraten, da auch hier mit Anschlägen zu rechnen ist.

Verbot für Satellitentelefone

Speziell Bergsteiger werden bei der Einreise nach Indien große Probleme bekommen. Im Zuge der Terrorbekämpfung wurden in der Vergangenheit verschiedene Einfuhrverbote erlassen. So ist es beispielsweise nicht erlaubt, Satellitentelefone einzuführen und zu verwenden. Auch ähnliche Systeme sind nicht gestattet. Entsprechende Geräte werden bei der Einreise vom Zoll beschlagnahmt und unter Umständen wird die versuchte Einfuhr strafrechtlich geahndet. Personen, die aus bestimmten Gründen ein Satellitentelefon in Indien benötigen, müssen bei der indischen Behörde eine Sondergenehmigung beantragen. Touristen wird diese im Normalfall jedoch nicht gestattet.

Nur wer ausreichend geimpft ist darf einreisen

Darüber hinaus ist es strengstens verboten, Goldmünzen und Goldbarren nach Indien einzuführen. Lediglich Ausländer mit indischer Abstammung dürfen bis zu 10 kg Gold einführen.
Auch Reisende und Touristen, die aus Afghanistan, Nigeria oder Pakistan nach Indien einreisen möchten, müssen aktuell mit Restriktionen rechnen. Nur, wer den Nachweis einer oralen Polioimpfung erbringen kann, darf einreisen. Deutsche Staatsbürger, die in einem der polio-infizierten Länder leben, sind von dieser Sonderregelung jedoch ausgenommen.

5. Nordkorea: Einreise nur mit Dolmetscher

Die Volksrepublik Korea zählt zu Ländern mit den strengsten Einreisegesetzen. Speziell bei einer Reise nach Nordkorea gelten strikte Einreisebestimmungen, die sich auf den Aufenthalt im Land auswirken.

Land der Zensur

Die Einreise nach Nord Korea ist kaum möglich (Bildquelle: © luzitanija - Fotolia.com)

Die Einreise nach Nord Korea ist kaum möglich (Bildquelle: © luzitanija – Fotolia.com)

Nordkorea ist für Ausländer zweifelsohne ein Mysterium. Das Regime unter Kim Jong Un sorgt dafür, dass möglichst wenige Informationen nach draußen dringen und schottet seinen Staat von der restlichen Welt ab. Zensur ist an der Tagesordnung und Touristen werden rund um die Uhr überwacht. Dementsprechend streng sind auch die Einreisebestimmungen am nordkoreanischen Zoll.

Strikte Zollvorschriften

Eine Einreise nach Korea ist mit strikten Zollvorschriften verbunden. So müssen beispielsweise sämtliche Fotoapparate, Radios, Mobiltelefone, Computer, GPS-fähige Geräte und ausländische Publikationen deklariert werden. Zudem ist es zwingend notwendig, vor der Einreise oder spätestens beim Zoll einen nordkoreanischen Mobilfunkvertrag abzuschließen. Anderenfalls wird das Gerät einbehalten. Darüber hinaus werden auch Inhalte von Kameras und Notebooks kontrolliert und die Geräte unter Umständen ebenfalls einbehalten, weshalb es sich empfiehlt, nur die nötigsten technischen Geräte mitzuführen.

Nordkorea kann nicht alleine bereist werden

Darüber hinaus ist eine Einreise nach Nordkorea nur möglich, wenn zwei Begleiter zur Verfügung stehen. Diese werden von der nordkoreanischen Behörde zugewiesen und überwachen sämtliche Aktivitäten des Reisenden. Das Fotografieren von Gebäuden ist beispielsweise untersagt und auch der Kontakt mit der Bevölkerung des Landes wird in der Regel von den Begleitern unterbunden. Die Begleiter sind Teil des Nordkorea-Visums, welches von der entsprechenden Reiseorganisation organisiert wird. Zum Zeitpunkt der Einreise müssen sämtliche Reisedokumente zudem noch mindestens drei Monate gültig sein. Andernfalls wird die Einreise nicht gestattet. Reisende, Touristen oder Journalisten, die nach Nordkorea einreisen möchten, sollten zudem beachten, dass die Einreise nur über China möglich ist. Sämtliche Einreisebestimmungen für China müssen also ebenfalls erfüllt sein. Nordkorea gehört also ohne Zweifel zu den Ländern, in die eine Einreise nur unter größten Anstrengungen möglich ist.