Eigentlich gibt es auf unserem Planeten mehr oder weniger ein riesiges, zusammenhängendes Meer, aber das wussten auch schon die alten Seefahrer, obwohl ihr „Seemannsgarn“ zur besseren geografischen Unterscheidung von den Sieben Weltmeeren berichtete. Dennoch, es gibt auch noch etliche Ausnahmen, sozusagen abgestandene „Pfützen“ des ehemaligen Thetis-Urmeeres, die (zur Zeit) ein von den restlichen Ozeanen abgeschnittenes Dasein fristen müssen, z. B. das Schwarze Meer, das Kaspische Meer, der Aralsee und der Baikalsee.

Wenn man von den Sieben Weltmeeren spricht, dann muss man auch immer mit dazu sagen, von welcher Periode man spricht, denn zu unterschiedlichen Zeiten wurden auch unterschiedliche Meere als die Sieben Weltmeere gehandelt. Der Begriff ist alles andere als eindeutig. Insofern kann man sehr wohl davon ausgehen, dass es insgesamt tatsächlich deutlich mehr als nur sieben Weltmeere gibt; allerdings ist die Festlegung auf eine eindeutige Zahl mehr als müßig, weil es immer wieder Fachleute geben wird, die Argumente für oder gegen ein bestimmtes Gewässer als „eigenständiges“ Seegebiet vorbringen werden. Und wenn dann auch noch die Kontinente weiter driften, dann wirft das sowieso jede Einteilung wieder über den Haufen. Wie auch immer man sich da formal entscheiden mag, mit dem „Atlantic Seereisedienst“ kann man viele dieser Meere bereisen und entdecken. In der jüngeren Vergangenheit waren (und sind auch noch heute) für den modernen Seehandel diese Sieben Weltmeere von großer Bedeutung:

  • Der Atlantische Ozean (Atlantik)
  • Der Indische Ozean (Indik)
  • Der Pazifische Ozean (Pazifik oder Stiller Ozean)
  • Das arktische Nordpolarmeer
  • Das Amerikanische Meer (Karibik und Golf von Mexiko)
  • Das Australasiatische Meer
  • Das (europäische) Mittelmeer

Historisches

Aber bereits schon in der Antike taucht der Begriff in alten persischen, phönizischen oder auch chinesischen Texten auf, und damals waren vornehmlich diese Seegebiete gemeint: Rotes, Schwarzes, Kaspisches, Mittelmeer, Persischer Golf, Adria, Indischer Ozean.

Die alten Griechen und später die Römer hatten sich quasi einheitlich verständigt auf diese Gewässer: Ionisches-, Ligurisches-, Tyrrhenisches-, Schwarzes-, Mittelländisches Meer, Adria und Ägäis.

Dann, viel später, kam ungefähr von 1450–1650 die zweihundertjährige Periode der großen Entdecker, die diese Gewässer als die Sieben Weltmeere auffassten: Atlantik, Nordpolarmeer, Indik, Pazifischer Ozean, Mittelmeer, Karibik, Golf von Mexiko.

Von Rudyard Kipling wurde 1896 die Gedichtsammlung „Die sieben Meere“ veröffentlicht (er schrieb übrigens auch „Das Dschungelbuch“). Seine Auswahl wird gelegentlich als die „Modernen Sieben Weltmeere“ zitiert: Nördliches- und Südliches Eismeer, Nord- und Südatlantik, Nord- und Südpazifik, Indischer Ozean.