Die Ausbreitung von Wüsten und neuartige Wüstenbildung wird auch Desertifikation genannt. Oftmals wird der Begriff mit der vom Menschen verursachten Klimaerwärmung in Verbindung gebracht. Durch die Verschlechterung der klimatischen Bedingungen und die exzessive Bodennutzung für den landwirtschaftlichen Bedarf in Trockengebieten, entstehen Tag für Tag neue Wüstengebiete.

Wie kommt es zur Wüstenbildung?

Desertifikation tritt in trockenen Gegenden auf. In vielen Teilen der Welt hat der Mensch zusätzlich durch schlechte Bewässerung von Ackerland und ungeeignete Methoden die Wüstenbildung gefördert. Die Brandrodung von Wäldern und die Überweidung von ganzen Arealen sorgen für eine direkte Verschlechterung der Bodenverhältnisse. Indirekt kommen die höheren Temperaturen durch die Klimaerwärmung und ein erhöhter Ozongehalt in der Atmosphäre begünstigend hinzu. Wenn dem Boden durch Rodung und Nutzung Nährstoffe entzogen werden, kommt es zu einem Rückgang der natürlichen Fauna und zu einer Abtragung der natürlichen Nährstoffgrundlage. In den letzten Jahrzehnten hat die wachsende Weltbevölkerung für einen erhöhten Bedarf an landwirtschaftlichen Flächen gesorgt. Heute wissen wir, dass nicht nur die klimatischen Bedingungen, sondern eine falsche landwirtschaftliche Nutzung für die zunehmende Desertifikation sorgen. Monokulturen wie die Weizenproduktion haben einen enormen Platz- und Wasserbedarf. Der Boden unter gerodeten Wäldern empfiehlt sich dafür besonders. Die Rodung sorgt jedoch dafür, dass Regenniederschläge vom Boden schlechter aufgenommen werden können. Regenniederschläge fließen entweder direkt in die Bewirtschaftung der angebauten Monokulturen oder prallen von dem erodierten Boden ab. Das hat Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel. Wenn der Boden durch seine Beschaffenheit weniger Wasser aufnehmen kann, trocknet er aus. Dazu kommen vielerorts Bewässerungssysteme, um die Monokulturen und Plantagen mit Wasser zu versorgen. Dieser Eingriff in die Natur beschleunigt die Wüstenbildung zusätzlich.

Verbreitung von Wüstenlandschaften und Trockengebieten

Eine zunehmende Desertifikation findet man in nahezu allen Gebieten mit trockenen klimatischen Bedingungen und einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung. Vegetation und Wasser werden zu einem raren Gut, der Boden erodiert oder versandet. Der durch den Wind transportierte Sand breitet sich in der Gegend aus und macht weite Teile des Landes unfruchtbar. In rund 75 Prozent aller Trockengebiete lässt sich heutzutage eine Desertifikation feststellen. Besonders gefährdet sind Menschen in Afrika und Asien. Fast die Hälfte aller Afrikaner lebt in Gegenden, die von Desertifikation bedroht sind, in Asien ist es mehr als ein Drittel. Besonders stark betroffen von der Desertifikation sind wenig entwickelte Länder.

  • rund 110 Nationen sind weltweit von Wüstenbildung betroffen
  • in Afrika spüren rund 500 Millionen Menschen die Auswirkungen
  • häufigste Gründe: Zerstörung der natürlichen Fauna, Winderosion und Versalzung

Kann man die zunehmende Wüstenbildung stoppen?

Der Mensch kann bei der Produktion und dem Anbau von Pflanzenkulturen mit geeigneten Bewässerungsmethoden und einer landwirtschaftlich weniger intensiven Bewirtschaftung der Erosion des Bodens entgegenwirken. Eine effektive Aufforstung von Wäldern und damit eine positive Beeinflussung der klimatischen Bedingungen wären sinnvoll, jedoch wird darauf auch heutzutage kaum Wert gelegt.