Die Sahelzone ist eine Region mit tropischen Wechselklima, hat also eine Trockenzeit und eine Regenzeit. Das größte Problem in der Region liegt darin, dass diese Zeiten nicht regelmäßig und vorhersehbar auftreten, sondern eher unregelmäßig. In den letzten Jahrzehnten ist es immer wieder zu ausgeprägten Dürreperioden und zum Ausbleiben der Regenzeit gekommen.

Verschiedene Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine fortschreitende Erwärmung des Indischen Ozeans eine Ursache dafür ist. Dadurch wird möglicherweise der Temperatur-Unterschied zwischen Land und Wasser geringer und der Monsun schwächt sich ab, was zu geringeren Niederschlagsmengen führt. Heute fallen im Durchschnitt während der Regenzeit im Norden der Sahelzone rund 20 mm Regen pro Jahr und im Süden ca.400 mm. Auf 10 Trockenmonate kommen maximal 2 Monate Regenzeit.

Überschwemmungen in der Sahelzone und ihre Ursachen

Der Boden ist steinhart und komplett ausgetrocknet, so, dass die enormen Wassermengen in der Regenzeit nicht in ihm versickern können und sich anderswo ausbreiten.

Der Boden ist komplett ausgetrocknet, so, dass die enormen Wassermengen der Regenzeit nicht in ihm versickern können und sich anderswo ausbreiten.

Eine krasse Ausnahme der seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts beobachteten Entwicklung war das Jahr 2007. Damals kam es im August/September zu einer sehr heftigen Regenzeit und in deren Folge zu massiven Überschwemmungen, von denen mehr als 1 Million Menschen betroffen waren. Auch im September 2009 kam es, besonders in Bukina Faso, im Tschad und in Niger während der Regenzeit zu heftigen Überschwemmungen. Damals fiel in der Region an einem Tag mehr Regen als normal im ganzen Jahr. Wenn so heftiger Regen auf die total ausgetrocknete und betonharte Erde fällt, kann er nicht versickern sondern fließt weg und sammelt sich in Senken und Tälern, wodurch plötzlich lebensgefährliche Flüsse entstehen. Sie reißen Häuser, Straßen und Brücken mit sich, zerstören die Vorräte und die verwüsten die Äcker und Pflanzungen. Danach führt das verunreinigte Wasser zum Ausbruch von verschiedenen gefährlichen Krankheiten. Der eigentlich so dringend benötigte Regen wird in diesen Fällen zur Katastrophe und zerstört alles, was nach der Trockenzeit von der Ernte noch übrig ist. Es ist besonders tragisch, dass gerade die ärmsten Länder der Erde von solchen Naturkatastrophen heimgesucht werden. Schuld an einer so stark ausfallenden Regenzeit ist die so genannte innertropische Konvergenzzone (ITC). Ein Zusammenspiel zwischen der starken Sonneneinstrahlung und der Erdrotation führt sich auf Höhe des Äquators zu einem kräftigen Tiefdruckgebiet mit jeder Menge Wolken. In Jahren, in denen das Tiefdruckband besonders weit nach Norden reicht, kommt es zu starken Regenfällen in der Sahelzone.