Als Sahelzone wird allgemein ein etwa 400 Kilometer breiter Gürtel vom Atlantik bis zum Roten Meer bezeichnet, der nördlich von der Sahara und südlich von einer großen Feuchtsavanne begrenzt wird. Der arabische Name Sahel bedeutet “ Ufer der Wüste“ und den Menschen, die früher das Sandmeer der Sahara durchquerten, kam die Sahelzone wie ein rettendes Ufer vor.

Dabei ist dieses Gebiet alles andere als ein Paradies. Immer wieder wird die Sahelzone von furchtbaren Dürren und darauf folgenden Hungersnöten heimgesucht, aber es gibt auch gewaltige Überschwemmungen, die den Lebensraum von Millionen von Menschen und Tieren vernichtet haben. Anteile an der Sahelzone haben einige der ärmsten Staaten der Welt wie der Tschad, der Sudan, Äthiopien, Eritrea, Niger und Bukina Faso.

Das Klima der Sahelzone

Hier herrscht tropisches Wechselklima mit Trocken-und Regenzeiten. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Gebieten der Erde findet hier kein regelmäßiger vorhersehbarer Wechsel statt, die Trockenzeiten überwiegen und die Regenzeiten sind kurz und sehr heftig. Wissenschaftler sprechen von einer „semiariden Klimazone“, in der die Verdunstung den Niederschlag über lange Zeiträume übersteigt und sich das Verhältnis dann für einige Monate wieder umkehrt. Dieses Missverhältnis ist für Ackerbau und Viehzucht gefährlich.

Missernten und Wassermangel

Die geringen Niederschlagsmengen und ihr häufiges Ausbleiben führen immer wieder zu Missernten, extremen Wassermangel und zu humanitären Katastrophen. Aber auch die veränderte Lebensweise der Menschen in der Sahelzone trägt zu diesen Katastrophen bei.

Zogen früher vor allem Nomaden mit ihren Tieren in weiten Gebieten umher, brauchen heute sesshaft gewordene Bewohner viel mehr Wasser und beanspruchen auch den Boden viel stärker. Langfristige Hilfsprogramme für die von Hunger und Durst bedrohten Menschen aber auch wissenschaftliche Projekte für veränderte Pflanzen, die mit dem extremen Klima besser zurechtkommen, unterstützen die betroffene Bevölkerung.

Flora und Fauna der Sahelzone

Die Sahelzone besteht überwiegend aus Dorn-Savannen, Gras-Savannen und Strauch-Savannen. Auf den Feldern wird vor allem Hirse angebaut, aber auch Maniok, Yams und Bataten. Trotz der Trockenheit leben Gazellen, Antilopen, Schakale, Hyänen, Affen und Wüstenfüchse in der Sahelzone, es gibt auch viele Echsen und Schlangen, die perfekt an die klimatischen Bedingungen angepasst sind. Die Viehzüchter der Region halten Kühe und vor allem Ziegen, die sehr genügsam sind.

Landwirtschaftliche Nutzung der Sahelzone

Die Sahelzone ist weitersgehend trockenes Ödland. Jedoch gibt es auch hier Möglichkeiten und Wege das Land zu bestellen.

Geografische Einordnung

Die Sahelzone ist eine Region in Afrika, die klimatisch einen Übergang von der Sahara zur Feuchtsavanne darstellt. Der 6.000 Kilometer lange Sahel Gürtel erstreckt sich vom östlichen Äthiopien, bis an die Westküste Afrikas im Senegal. Die Bezeichnung Sahel stammt aus dem arabischen Sáhil (Küste/Ufer) und bezieht sich auf die Vegetation der Region.

Die Nomaden sollen den Übergang von der Sahara zur Savanne, als eine Art spärliche bewachsene Küste bezeichnet haben. Die Landschaft ist von einer, typisch für die Savanne geringen Vegetation, gekennzeichnet. An der Grenze zur Sahara zeichnet sich ein Bild einer Halbwüste, die sich, je weiter man in den Süden geht, zu zu einem Gebiet mit dünn bewachsenen Sträuchern und Gräsern entwickelt.

Klima

Der Klimawandel trägt auch hier zu Veränderungen bei. Überlieferungen der Nomaden aus dem 18. Jahrhundert deuteten darauf hin, dass das Gebiet durch ein eher tropisches Klima gekennzeichnet war.

Ackerbau und Viehzucht konnte von der Bevölkerung betrieben werden. Seit den 70er Jahren ist jedoch eine zunehmende Dürre erkennbar, die sich auch auf die Ladwirtschaft auswirkt. Diese zunehmende Trockenheit lässt die Ernten schlecht ausfallen. Jedoch gibt es auch hier Monsun Perioden, die Überschwemmungen verursachen können.

Einige Wissenschaftler und Beobachter der Region erkennen jedoch, dass durch den Klimawandel das Wüstengebiet von Jahr zu Jahr schrumpft. Vor allem die nördlichen Gebiete des Sahels, die an der Sahara grenzen, verzeichnen durch den leichten Anstieg von Regen, eine grünere und üppigere Vegetation.

Ladwirtschaft und Ackerbau

Die Bauern haben immer mit gewissen Rückschlägen zu kämpfen, da die sandigen Böden nährstoffarm sind und Wasser sich nicht gut speichern lässt. Die Bedingungen erfolgreich Ladwirtschaft zu betreiben sind erschwert, aber nicht unmöglich.

Vorwiegend wird Hirse in der Sahelzone angebaut. Das Getreide gilt generell als äußerst Wachstums fähig, auch wenn die Klimabedingungen nicht optimal ausfallen. Ebenso wird Maniok, eine stärkehaltige Wurzelknolle, angebaut. Sie stammt ursprünglich aus Latein- und Südamerika und wurde im 18. Jahrhundert durch die portugiesischen und französischen Kolonialherren eingeführt. Weltweit gilt Nigeria als größter Maniokproduzent. Im Jahr 2011 betrug die Ernte dort rund 52.000.000 Tonnen.

Yams, ebenfalls ein Knollengemüse, ähnlich der uns bekannten Kartoffel, gilt als verbreitete Nutzpflanze im Sahel. Die Batate, besser bekannt unter dem Namen Süßkartoffel, wird ebenfalls zahlreich angebaut und zählt zu den Hauptnahrungsmitteln der Region. Es lässt sich erkennen, dass die Ladwirtschaft sich auf die klimatischen Bedingungen eingestellt hat. Sie wurde vor allem durch die Zeit der Kolonialisierung geprägt.

Erfolg hängt immer noch sehr von Fördermitteln ab

Um in der Ladwirtschaft den nötigen Erfolg zu erzielen, sind die Sahelländer immer noch von Geldern der Hilfsorganisationen abhängig. Am Beispiel Burkina Faso zeigt sich, dass durch einfach Mittel ein höherer Ertrag der Ladwirtschaft insgesamt entsteht. Durch künstlich ausgehobene Wasserbecken, kann Wasser bis über die Trockenzeit hinaus gespeichert werden. Die Folge, die Landwirte besitzen genügend Wasser, um ihre Äcker zu bewirtschaften.