In einer Urkunde aus dem Jahr 789 wird die Havel zum ersten Mal erwähnt, und zwar als Fluss Habula. Dort heißt es, dass sie aus drei Seen entspringt, dem Bornsee, dem Trinnensee und dem Mühlensee. Heute liegt die Havelquelle südlich dieser Seen auf der mecklenburgischen Seenplatte bei Dambeck.

Geschichte

Die Havel und die Nuthe bildeten zur Zeit der slawischen Besiedlung die Grenze zwischen Hevellern auf der westlichen und Sprewanen auf der östlichen Seite. Es war die Brennaburg, die von den Hevellern auf einer Havelinsel der heutigen Stadt Brandenburg errichtet wurde, die dem Land den Namen gab. Da der Fluss reichliche, gut befahrene Wasserwege bot, blühten im Mittelalter Handel, Fischerei und Gewerbe auf. In den Städten Brandenburg und Rathenow wurden um 1300 Mühlenstaue und Flutrinnen für die Schifffahrt gebaut. Ein Kanalsystem aus dem vorigen Jahrhundert verbindet heute die Havel mit dem Mittellandkanal, der Elbe, der Müritz und der Oder. Im Laufe der Zeit hat sich der Zustand des Flusses jedoch verschlechtert durch:

  • Schleusen
  • Deiche
  • Wehre
  • die Befestigung des Ufers
  • die Begradigung des Hauptstroms
  • die Abtrennung von Altarmen

Natürliche Überschwemmungsflächen gingen zurück und Feuchtwiesen wichen der Landwirtschaft. Heute ist die Untere Havel Bundeswasserstraße.

Die Elbe-Erklärung

Das Bundesverkehrsministerium und die Naturschutzverbände NABU, BUND, WWF und EURONATUR unterzeichneten 1996 die Elbe-Erklärung, mit der sie die Renaturierung Brandenburgs unterstützen. Der erste Schritt für eine

Die Havel wird seit einiger Zeit renaturisiert

Die Havel wird seit einiger Zeit renaturisiert

naturnahe Entwicklung der Unteren Havel war getan.

Die heutige Bedeutung der Havel

Vieles hängt heute von der Havel ab, Landwirtschaft, Fischerei, Forstwirtschaft, Tourismus und der Wasserhaushalt Nord- und Westbrandenburgs. Weitere Bedeutung hat die Havel als:

  • Verbindung zwischen den Auen des Spreewaldes, der Havel und Elbe
  • Fischwanderweg
  • Trinkwasserspender
  • Bewässerungsmöglichkeit für die Landwirtschaft
  • Erholungsgebiet
  • Siedlungsraum
  • Wirtschaftsraum
  • Brutgebiet für gefährdete Sumpf- und Wasservögel
  • „Rastplatz“ für wassergebundene Zugvögel
  • FFH-Gebiet und Vogelschutzgebiet
  • Naturpark Westhavelland mit dem größten zusammenhängenden Feuchtgebiet im Binnenland des westlichen Mitteleuropas