Wannsee befindet sich in der südwestlichen Ecke von Berlin. Es ist vor allem eine Ausbuchtung der Havel (hier befindet sich das berühmte Strandbad Wannsee) die als Wannsee bezeichnet wird und das Gebiet, das als Ortsteil seit 1920 zum Berliner Bezirk Zehlendorf gehört, prägt. Wie auch sonst so häufig in Zehlendorf dominieren auch Villen das Stadbild in dieser Region, die eindeutig zur etwas besseren Wohngegend in der Hauptstadt gehört.

Aufgrund der postglazialen Geologie finden wir dort eine liebliche Seenlandschaft mit sandigen Hügeln vor, ähnlich wie man es auch aus Mecklenburg-Vorpommern kennt. Daher ist der größte Teil des Ortsteils Wannsee selbst auch eine

Die bekannteste Brücke im Berliner Wannsee ist die Glienicker Brücke

Die bekannteste Brücke im Berliner Wannsee ist die Glienicker Brücke

größere Insel, die über 5 Brücken erreichbar ist, die Berühmteste davon ist wohl die Glienicker Brücke, die bis zum Mauerfall für den Übergang nach Potsdam gesperrt war. Dennoch kam es dort gelegentlich zum Austausch von Menschen zwischen Ost und West, was auch in manchem Film thematisch verarbeitet wurde. Zu dieser Zeit war die S-Bahn-Station Wannsee in Westberlin eine Endstation; heute führen die Schienen weiter nach Potsdam.

Der Ortsteil Wannsee wird in mehrere Ortslagen untergliedert; sie heißen Albrechts Teerofen, Heckeshorn, Kohlhasenbrück, Krughorn, Steinstücken und die Pfaueninsel. Steinstücken war bis 1990 eine sehr kleine Exklave, vollständig ummauert, zugängig nur über eine lange Zufahrtsstraße, die zu beiden Seiten vom DDR-Umland mit Mauer, Zaun und Stacheldraht abgeschirmt war. Die Pfaueninsel in der Havel war und ist ein sehr schönes Ausflugsziel, romantisch erreichbar mit einer Personenfähre; dort kann das Schloss von Friedrich-Wilhelm II. aus dem 18. Jahrhundert besichtigt werden. Was der Insel ihren Namen gab, läuft dort auch heute noch frei herum, sehr schön anzusehen, das sind die berühmten Pfauen auf der Pfaueninsel.

Geschichtliche Daten und Ereignisse

  • 1299 – Das Dorf Stolpe am Wannsee wird urkundlich erstmals erwähnt
  • 1660 – Die erste Glienicker Brücke wird eingeweiht
  • 1838 – Eröffnung der Berlin-Potsdamer Eisenbahn (BPE über Steglitz, Zehlendorf und Kohlhasenbrück)
  • 1879 – Eröffnung der Wetzlarer Bahn; sie startete in Charlottenburg und fuhr über Bahnhof-Wannsee und Steinstücken weiter bis Wetzlar
  • 1898 – Zusammenschluss der Orte Stolpe und Alsen
  • 1901 – Eröffnung des Teltowkanals, der den Griebnitzzsee (Startpunkt) mit der Spree verbindet und dabei durch das südliche Berlin führt
  • 1920 – Eingliederung von Wannsee in den Berliner Bezirk Zehlendorf
  • 1942 – „Wannseekonferenz“ in der ehemaligen Villa Marlier
  • 1945–1990 – Amerikanischer Sektor von Berlin
  • 1961 – Bau der Berliner Mauer
  • 1972 – Steinstücken bekommt den Landweg nach Kohlhasenbrück auf Grund eines Gebietstausches zwischen der DDR und dem Berliner Senat
  • 1989 – Öffnung der Glienicker Brücke im Zuge des Falls der Mauer
  • 1999 – Stolpe feiert sein 700-jähriges Bestehen