Sizilien stellt die größte der Mittelmeerinseln dar und liegt im Südwesten Italiens. Geografisch wird sie durch die sogenannte Straße von Messina, von dem italienischen Festland getrennt. Zu der Region Sizilien zählen, neben der Hauptinsel, mehrere kleinere Inseln im Norden, die sogenannten Liparische Inseln. Die Hauptstadt der autonomen Region stellt die Stadt Palermo, im Nordwesten der Insel dar, die gleichzeitig auch eine der größten Städte auf Sizilien ist. Weitere bekannte Städte sind Messina im Nordosten, am Übergang zu dem Festland und Catania im Osten.

Die Landschaft der Insel

Betrachtet man Sizilien auf der topographischen Landkarte, fällt schnell auf, dass hier eine Mischung zwischen Bergketten, Hügellandschaften vor allem im nördlichen Teil der Insel und Ebenen im Süden vorherrscht. Der höchste Berg der Insel ist der über 3000 Meter hohe Vulkan Ätna. Weitere Vulkane sind auf Liparischen Inseln zu finden. Hinzu kommen mehrere Gebirge, wie das Madonie Gebirge im Norden, mit dem gleichnamigen nicht-vulkanischen Berg, der fast 2.000 Meter hoch ist oder das Nebrodische Gebirge, das sich ebenfalls im Norden befindet.

Im nördlichen und östlichen Inselteil erstreckt sich über weite Teile eine raue Steilküste, die immer wieder durch Buchten unterbrochen wird, die teilweise auch Sandstrände bieten. Zum Süden hin, nimmt der Anteil der Ebenen und der Sandstrände weiter zu. Mit dem Lago die Pergusa ist im Innern der Insel, ein fast runder, natürlicher See gegeben, hinzu kommen mehrere Stauseen und Flüsse. Der längste Fluss Siziliens ist der Salso, der in der nördlichen Mitte der Insel entspringt und in geradem Verlauf im Süden in das Mittelmeer mündet.

Geschichte der Insel Sizilien

Im Verlauf seiner Geschichte war Sizilien immer ein markanter Stützpunkt für die Seefahrt im Mittelmeer und ein strategischer Punkt für militärische Einsätze. Aus diesem Grund fiel Sizilien immer wieder in die Hände wechselnde Eroberer, die ihre kulturellen und architektonischen Einflüsse dort hinterlassen haben. Somit war die Insel, bis auf wenige Ausnahmen unselbstständig und wurde von Staaten bestimmt, die ihr eigentliches Zentrum an anderer Stelle hatten. Hierunter zählten die Griechen, Römer, Araber, sowie die Normannen. Erst im Jahr 1861 wurde die Insel unter der Herrschaft der Garibalis dem vereinigten Italien zugeführt. Nach Unruhen in der Anfangszeit erhielt es dann 1946 den Status einer autonomen sizilianischen Region mit der Hauptstadt Palermo. Seitdem ist die Insel in einzelne Provinzen unterschiedlicher Größe und Bevölkerungsdichte aufgeteilt.

Kultur und Gesellschaft auf der Insel Sizilien

Der größte Bevölkerungsteil Siziliens spricht einen inselspezifischen italienischen Dialekt. Die Einflüsse vorangegangener Herrscher sind deutlich in Architektur, Bräuchen und auch der Küche zu sehen. Beeindruckend sind vor allem antike Bauwerke, wie die aus der griechischen Epoche mit Tempeln und ehemaligen Theatern. Hinzu kommen arabische Einflüsse, die sich in byzantinischem Baustil oder farbenfrohen Mosaiken bemerkbar machen. Nachdem Ende des 16. Jahrhunderts durch ein Erdbeben mehrere Städte zerstört und wieder im Barockstil aufgebaut wurden, sind diese auch als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.

Der Ätna auf Sizilien

Der noch aktive Vulkan Ätna ist mit 3.345 Metern der höchste Berg Siziliens und gleichzeitig der größte Vulkan Europas. Er steht frei im Osten der Insel und verfügt über eine Fläche von mehr als 1.000 Quadratkilometer. Der letzte Vulkanausbruch wurde im Januar 2012 verzeichnet, war allerdings für die Bevölkerung unbedenklich. In den vorangehenden Jahrzenten kam es teilweise zu heftigeren Ausbrüchen, die jedoch ebenfalls keine Bedrohung für die Bewohner, allerdings einen spektakulären Anblick boten.

Besonderheiten auf der Insel

Wer an Sizilien denkt, dem kommt häufig auch die Mafia (Cosa Nostra) in den Sinn. Diese ist im 19. Jahrhundert entstanden und verbreitete, vor allem in den Anfangszeiten, Angst in der Bevölkerung. Doch auch heute ist die Mafia noch ein internationales Symbol organisierter Kriminalität, vor allem im Bereich der Erpressung und der Drogenkriminalität. Als zunehmendes gesellschaftliches Problem spitzt sich die Zunahme von Flüchtlingen vom afrikanischen Festland zu, die über kleine Boote illegal nach Italien einwandern.

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