Die in der Mitte der ostfriesischen Inselkette gelegene Düneninsel Baltrum wurde bereits im Jahr 1398 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Damals hieß Baltrum noch Balteringe und ging aus dem Besitz eines Häuptlings in den Besitz des Herzogs Albrecht von Bayern über. Bereits in der Zeit um Christi Geburt gaben allerdings schon zwei Geographen, nämlich Strabon und Plinius, in ihren Schriften mögliche Hinweise auf die Existenz Baltrums.

Damals hatte Baltrum eine ganz andere Form als heute. Es ist nämlich bekannt, dass Baltrum im 17. Jahrhundert eine sogenannte Barriereinsel war.

Baltrum sah damals also in etwa so aus, wie Norderney und Juist, zwei weitere ostfriesische Inseln, heute aussehen. Im Laufe der Jahre wanderte die Insel immer weiter nach Osten. So musste beispielsweise ein Dorf, das 1737 existierte und das sogar über eine Inselkirche verfügte, wegen Übersandung aufgegeben werden. Wanderdünen waren in den Ort gewandert und hatten ihn unbewohnbar gemacht. Um 1800 befanden sich zwei Dörfer auf Baltrum, das Ostdorf und das Westdorf. Das Westdorf musste allerdings im Jahre 1825 nach einer schweren Sturmflut aufgegeben werden und befindet sich inzwischen ungefähr 800 Meter westlich des heutigen Baltrums.

Die Änderung der Inselform Baltrums von der früheren Barriereform zur heutigen Inselform ist auf eine Schrumpfung zurückzuführen. Während der Landverlust am Westende sehr stark war, wurde am Ostende deutlich weniger Land hinzugewonnen als am Westende verloren wurde. Ab 1870 wurde damit begonnen, die Insel durch Holzpalisaden, Buhnen und Deckwerke zu schützen. Das historische Pfahlschutzwerk ist heute eine der Sehenswürdigkeiten Baltrums. Inzwischen sind die bewohnten Bereiche durch Deiche vor der möglichen Überflutung bei einer Sturmflut und bei Hochwasser geschützt.