Das berühmte Mausoleum in Rom, die Engelsburg, wurde ursprünglich um das erste Jahrhundert nach Christus als letzte Ruhestätte für den ruhmreichen Kaiser Hadrian und seine Nachfolger im heutigen Vatikan erbaut. Der Bau begann sogar noch zu Hadrians Lebzeiten und wurde nach der vorangegangenen Engelsbrücke errichtet. Die Grabstätte dient sieben Kaisern und zwei Ehefrauen als letzter Ruheplatz, deren Leichname bis heute erstaunlich gut erhalten sind.

Der Umbau der Engelsburg

Da die damaligen Päpste ständig die Bedrohung der Kaiser fürchteten, wurde die Engelsburg ab dem 10. Jahrhundert als Festung genutzt. Da der Papst das Oberhaupt des Klerus war und die meisten Entscheidungen des Kaisers absegnete, kam es durchaus vor, dass Kaiser wie Heinrich IV oder Führer wie Napoleon Bonaparte, den aktuellen Papst stürzen wollten, um dadurch mehr Autorität zu erlangen und sein Vorhaben ohne päpstlichen Widerspruch durchsetzen konnte. Dieser Gefahr bewusst nutzen verschiedene Päpste die verwobenen Gänge und solide gebauten Mauern der Burg, um sich zu verschanzen.

Folgende Päpste waren Flüchtlinge in der Engelsburg

  • Papst Gregor VII., der vor Kaiser Heinrich IV floh
  • Papst Clemens VII., der vor Kaiser Karl V. floh
  • Papst Pius VII., der vor Napoleon Bonaparte
Die Engelsburg diente den Päpsten als Rückzugsort gegen Bedrohungen.

Die Engelsburg diente den Päpsten als Rückzugsort gegen Bedrohungen.

Ab dem 15. Jahrhundert nach Christus wurde der Umbau des Mausoleums in eine Festung von den Päpsten Alexander VI. und Nikolaus V. begonnen. Außerdem wurden gleichzeitig, für die damalige Zeit sehr gut ausgestattete, Wohnungen für den jeweiligen Papst eingerichtet. Man könnte fast sagen, dass im Laufe der Zeit so gut wie jeder Papst an der Engelsburg weitere Veränderungen vornehmen ließ. So wurden nach und nach eine Schatzkammer hinzugefügt und Fluchtgänge mit dem Palazzo Vaticano verbunden, sodass sich die Päpste und ihre Gefolgschaft schnell und ungesehen innerhalb der Vatikanstadt bewegen konnte. Außerdem wurde das eigentliche Mausoleum von verschiedenen Päpsten als Gefängnis für zum Teil berühmte Persönlichkeiten, die Opfer der Inquisition wurden, genutzt. Darunter befand sich auch Galileo Galilei.

Die Herkunft des Namens

Der heutige Name des einstigen Hadrianeums stammt aus dem Jahr 590 nach Christus und wurde der Anlage von Papst Gregor I. verliehen. Damals wütete in Rom die schlimmste der damaligen Krankheiten, die Pest. Als Papst Gregor I. verkündete, er habe den Engel Gabriel gesehen, der dadurch, dass er das Schwert in die Scheide steckte, das Ende der Pest voraussagte. Da die Pest anschließend wirklich endete, wurde das Hadrianeum in Engelsburg umbenannt und zum Zeichen eine riesige Engelsstatue auf seine Spitze gestellt. Diese wurde mit der Zeit durch eine neuere ersetzt, ist aber heute noch im Original in der Mitte der Anlage zu sehen.