Riesenkalmare galten bis vor einigen Jahren als Seemannsgarn. Aufgrund angespülter, toter Kalmarenkörper und mehrfachen Sichtungen ist nun sicher, dass die einzigen Vertreter ihrer Art tatsächlich existieren. Erst vor einem Jahr gelang es Forschern, ein lebendes Exemplar des Riesenkalmar vor der Insel Chichi-jima (Japan) zu filmen. Aufgrund der 10 Fangarme, werden sie nennenswerterweise zu der Familie der Decabrachia zugeordnet. Sie gehören also nicht zu den Tintenfischen, die lediglich acht Arme besitzen. Auch im Marianengraben geht man davon aus, dass dort einige dieser Exemplare leben.

Da das Wissen über diese Art nach wie vor begrenzt ist, wird die ungefähre Tiefe des Lebensraums je nach Fund auf 300 bis 1000 Meter geschätzt, er erstreckt sich damit bis in die Tiefsee. Zwar ist der Riesenkalmar weltweit verbreitet, vermehrt gefunden oder gefangen wird er jedoch im Pazifischen Ozean, namentlich in den Gewässern und Küsten vor Australien, Neuseeland, Japan und Südafrika.

Beschaffenheit des Riesenkalmars

Die Länge eines Riesenkalmars wird in zwei Abschnitten gemessen. Sie unterteilt sich in die Mantel- und Fangarmlänge. Im Schnitt beträgt die Mantellänge 1,5 bis über 2 Meter, einen beträchlicheren Längenanteil haben aber die Fangarme, die weit über zwei Drittel der Körperlänge ausmachen, wodurch sich die Gesamtlänge häufig auf über 10 Meter addiert. Zu beachten ist, dass zwei Fangarme zu Tentakeln ausgebildet sind. Weibchen werden wesentlich größer als Männchen. Es gibt Funde von Weibchen, die bis zu 18 Metern Gesamtlänge aufwiesen.

Lebensweise und Anpassung an den Lebensraum

Forschungen über die Lebensweise der Tiere stützen sich auf die Untersuchung der Mageninhalte von Pottwalen. Forscher gehen davon aus, dass aufgrund mehrfacher Funde, innerhalb des Magens der Wale, Riesenkalmare den Pottwalen als Nahrungsquelle dienen, was viele Saugnapfabdrücke auf Walkörpern erklären würde, die während eines Überlebenskampfes eines Riesenkalmar, entstanden sein müssten.

Besonders stark ausgeprägte Augen beim Riesenkalmar

Auffällig sind besonders die großen Augen bei den beiden bekannten, größten Kalmararten. Sowohl Koloss-Kalmare als auch der Architeuthis besitzen extrem große Augen, die größten im Tierreich. Forscher begründen diesen Fakt mit der Anpassung an die Tiefsee, um das wenige, vorhandene Restlicht bei der Orientierung bestmöglich auszunutzen.
Zwar gilt als bestätigt, dass der Riesenkalmar ein aggressiver Jäger ist, dennoch kann definitiv dementiert werden, dass diese Tiere ganze Schiffe versenken.

Das Riesenkalmar Paarungsverhalten

Noch weniger, als über die Ernährungsweise, ist über das Paarungsverhalten des mysteriösen Riesenkalmars bekannt. Es wurden weibliche Vertreter dieser Art gefunden, die in ihre Haut implantierte Spermatophoren (Ansammlung von Spermien) besaßen. Es wird also vermutet, dass die männlichen Riesenkalmare, diese Spermatophoren, beim Geschlechtsakt den Weibchen auf die Haut überstreifen. Der weitere Fortpflanzungsakt ist unerforscht und unbeobachtet.

Neueste Erkenntnisse geben weitere Rätsel auf

Jene Forscher, die das erste lebendig gefilmte Exemplar vor Japan sichteten, verglichen und entschlüsselten das Erbgut von einer Mehrzahl an Individuen. Das Ergebnis gleicht einer kleinen, verblüffenden Sensation. Laut der Analyse des Erbgutes sind Dutzende über die Welt verstreute Individuen nahezu genetische Duplikate.

Dieser Fakt lässt recht eindeutig darauf schließen, dass der Architeuthis Dux der einzige echte Vertreter der Riesekalmare ist, da das Erbgut innerhalb der untersuchten Menge der Individuen derart gering abweicht.

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