„Get your kicks on Route 66“ – die Textzeile eines bekannten Jazzsongs über die berühmteste Landstraße der Welt klingt uns in den verschiedensten Versionen im Ohr. Doch was macht den Mythos der Route 66, die Trucker, Biker und Camper gleichermaßen fasziniert, eigentlich aus? Ist es der Traum von Freiheit und Abenteuerlust, der in uns Menschen schlummert? Fakt ist, dass die Route 66 etwas Besonderes sein muss, das den USA-Reisenden in seinen Bann zieht.

Geschichte

Es war im Jahr 1915, als ein Motorradfahrer mit Namen Erwin G. Baker Schlagzeilen machten, indem er die USA von Küste zu Küste in elf Tagen mit seinem Motorrad durchquerte und von Wegen wie frisch gepflügter Acker berichtete. Danach wurde der Ruf nach einer durchgehenden befestigten Verbindung zwischen Ost und West immer lauter. Auch der zunehmende Autoverkehr tat sein Übrigstes und so beschloss man im Jahr 1926 die symbolträchtige Straße unter dem Namen „US Highway 66“ zu bauen. Zunächst wurden nur 800 Meter asphaltiert, im Jahr 1928 wurde die Asphaltierung beendet.

Trotz des späteren Niedergangs der alten kurvenreichen Route 66 im Jahr 1956 ist die Strecke zu einem Mythos geworden wie keine andere Landstraße der Welt. Bereits Ende der 1930er Jahre spielten John Ford und Henry Fonda die Hauptrollen im ersten Roadmovie, der die Route 66 auch bei allen bekannt machte, der nie auf ihr reisen durfte. „Früchte des Zorns“ wurde 1941 mit zwei Oscars prämiert und verhalf der Route 66 erstmals zu einem Kultstatus. Viele weitere Roadmovies folgten. Der bekannteste Film dieser Art ist wohl „Easy Rider“

Im Jahr 1946 komponierte der bis dahin unbekannte Musiker Bobby Troup den Welthit „Get your kicks on Route 66“, den neben Nat King Cole weitere Künstler wie Chuck Berry, die Rolling Stones sowie Depeche Mode coverten.

Der Mythos lebt weiter

Die alte Route 66 zu bereisen ist der Traum vieler Abenteurer, die sich den Hauch von Easy Rider um die Nase wehen lassen wollen. Und so beschloss die „Route 66 Association“, im Jahr 1987, die Orte am alten Streckenverlauf durch Souvenirläden und Restaurants wieder attraktiv zu machen und den Traum von Freiheit, Abenteuer und Aufbruchstimmung wieder aufleben zu lassen. Nicht nur Nostalgiker pilgern seither zu Amerikas einstiger Hauptstraße.