Schon seit der Zeit der Septuaginta, der griechischen Übersetzung des Alten Testamentes, wird für das Land Israel auch der Name Palästina verwendet. Die Septuaginta entstand zwischen 250 v. Chr. bis ca. 100 n. Chr. in Alexandrien. Dieser Name Palästina bezeichnet bis heute noch Gebiete Israels, Teile des Westjordanlandes, Jordaniens, der Golanhöhen und des Gazastreifens.

Es handelt sich also um eine Regionsbeschreibung. Doch keine Region ist so umstritten und umkämpft wie diese kleine Region im Nahen Osten. Ein beredetes Zeugnis, das auch heftigen Widerspruch bei allen Besuchern trifft, ist die Mauer um Betlehem, die Israel zu seinem Schutz in diesem Palästinensergebiet hat errichten lassen.

Palästina

Judentum, Christentum und Islam haben ihre historischen und religiösen Wurzeln in Palästina.

Konflikte so alt wie drei hier begründeten monotheistischen Weltreligionen

Judentum, Christentum und Islam haben ihre historischen und religiösen Wurzeln in Palästina. Die religiöse Bedeutung Palästinas wird bis heute Pilgern aus diesen drei monotheistischen Weltreligionen vor allem in Jerusalem vor Augen geführt. Nirgends brechen Unversöhnlichkeiten und Konflikte vehementer auf, als in der Stadt des Friedens. Jede Religion beruft sich auf ihre traditionell angestammten Rechte in dieser Stadt und macht deutlich, wie sehr doch die Fronten oft verhärtet sind. Die Gegensätze könnten oft nicht größer sein. Das wird besonders bewusst, wenn man die verschieden traditionellen und kulturell geprägten Viertel Jerusalems besucht, z.B. das Viertel Mea Shearim.

Noch deutlicher werden die Gegensätze an der Klagemauer, die westliche Mauer des ehemals zweiten Tempels, der zu den Heiligtümern des Judentums gehört. Besonders an den dicht beieinanderliegenden heiligen Tagen des Islams am Freitag und am Samstag der Juden wird die gespannte Lage am Fuße des Tempelberges spürbar. Denn oben auf dem Platz des ehemaligen Tempels befindet sich heute die Al-Aqsa-Moschee, das drittwichtigste Heiligtum der Muslime. Von hier soll Mohammed zum Himmel aufgefahren sein. Aber hier sollte auch Abraham seinen Sohn Isaak Gott als Opfer darbringen.

Palästina ist auch ein politischer Anspruch

Der Name Palästina steht aber vornehmlich für den politischen Anspruch vieler Palästinenser, die auch nach der Zerstörung des Tempels und des Staates Israels diese Region weiter bewohnt haben. Deshalb fordern die Bewohner der palästinensischen Gebiete auch einen unabhängigen Staat Palästina. Untrennbar mit diesem Anspruch verbunden sind die PLO und der Name Arafat.