Als Nahen Osten bezeichnet man eine geografische Region, die historisch durch das Osmanische Reich geprägt ist. Durch aktuelle Konflikte steht das Gebiet seit Jahrzehnten im Interesse internationaler Politik, weist aber auch eine große kulturelle Vielfalt auf. Der Name rührt von der Einteilung des sogenannten „Orients“ (in Abgrenzung zu den west- und mitteleuropäischen Gebieten, dem „Okzident“) in Naher, Mittlerer und Ferner Osten. Ersterer liegt dabei vor dem Mittleren Osten, zu dem man Pakistan, Indien und andere Staaten zählt – und grenzt nicht an den Fernen Osten, zu dem beispielsweise China und Japan gehören.

Naher Osten

Als Nahen Osten bezeichnet man eine geografische Region, die historisch durch das Osmanische Reich geprägt ist.

Geografie des Nahen Ostens

Der Nahe Osten umfasst

  • die Levanteküste mit Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten sowie Libanon, Syrien und Jordanien,
  • die arabische Halbinsel mit der Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Jemen und Oman sowie den kleineren Staaten Katar, Baihran und Kuwait,
  • außerdem Ägypten, der Iran, der Irak und die Türkei.

Teilweise wird der Begriff auch weiter gefasst und so beispielsweise Zypern mit eingeschlossen. Geografisch ist der Nahe Osten einerseits durch Wüsten und Gebirgszüge, aber auch fruchtbare Gebiete geprägt, in deren feuchtwarmen Klima Gemüse und Obst gedeihen und Viehwirtschaft betrieben wird.

Die Konflikte des Nahen Ostens

Aktuelle Konflikte der Region lassen sich nur durch die blutige Geschichte des Nahen Ostens erklären. Hier liegen einerseits Stätten, die im Judentum, Christentum und Islam als heilig verehrt werden, was immer wieder zu Streitigkeiten führt. Andererseits greift es zu kurz, die Konflikte nur als religiös motiviert verstehen zu wollen. Der militante Islamismus ist ein relativ junges Phänomen und speist sich aus der Perspektivlosigkeit einer stark wachsenden Bevölkerung.

Gerade der bekannteste Nahostkonflikt – die Kämpfe zwischen Israel, Ägypten, Libanon und den palästinensischen Gebieten – beruht auf der Misspolitik der britischen Besatzung: Sowohl arabischen Muslimen als auch Juden, die das Gebiet besiedelten, wurde ein eigener unabhängiger Staat versprochen, wenn sie an der Seite Großbritanniens in den Ersten Weltkrieg eintreten würden. Besonders zwischen Israel und dem Gazastreifen, wo die militante Palästinenserpartei Hamas über die gemäßigtere Fatah putschte, sind die Fronten verhärtet. Andere Konfliktlinien umfassen Grenzstreitigkeiten und Kämpfe um Ressourcen, die beispielsweise zu den Golfkriegen geführt haben, oder fallen unter den Begriff des Nation Building nach dem Ende der Kolonialzeit. Der autoritäre Regierungsstil vieler Staaten des Nahen Ostens führt auch innenpolitisch zu blutigen Auseinandersetzungen, wie der Bürgerkrieg in Syrien und die Revolution in Ägypten zeigen.